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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
A Night full of Inspiration, 16. August 2006
Nachdem ich von einem Bekannten den ersten Song der aktuellen Scheibe gezeigt bekommen hatte wurde ich neugierig. 'President' entzückte mich mit einer gelungenen Mischung aus atmosphärischer
Spannung, seichten Klavier-Klängen und einer atemberaubenden Stimme des Sängers.
Nachdem ich mich ein bischen über IAMX erkundigt hatte und einige Rezenssionen über "The Alternative" las war ich gespannt, wie der Rest des Albums auf mich wirken würde. Ich bestellte es ohne weitere Tracks gekannt und gehört zu haben.
Im Verlaufe des ersten Hörens entzückte mich die Vielfallt der Elemente. Insbesondere die Atmosphäre der einzelnen Songs
entwickelte sich zu einem prägenden Aspekt, der mich fazinierte. Die Songs sind sehr abwechslungsreich und pendeln
zwischen tanzbarem elektronischen Sound und düsteren PopRock, der stellenweise sogar an Depeche Mode und Muse erinnert.
Die Stimme von Chris Corner, seines Zeichen Sänger von den Sneaker Pimps, fügt den Kompositionen allerdings eine ganz indivudelle Note bei und drückt einen markanten Stempel auf, mit dem ein Garant für eine Wiedererkennung geschaffen wird.
Song Nummer Zwei 'The Alternative' gehört bereits zu den hochklassigsten Tracks des Albums. Mit einem elektronischen Beat beginnend steigert sich der Song in seinem Verlauf kontinuierlich, eher er dann in seinen persönlichen Zenit in Form des Refrains ufert.
Die folgenden vier Nummern spiegelen den stark elektronisch fixierten Teil des Albums wieder. Man verspührt gerade zu den Charme von kleinen verrauchten Nachtclubs, irgendwo in einer Großstadt, die einem nahezu zwanghaft in die Vorstellung eingehämmert werden.
Schliesst man die Augen, so kann man sich vorstellen, dass man sich Mitten in einer vibrierenden Masse befindet, die zu diesen sphärischen Klängen die Nacht zum Tage macht und wie in Extase zu der Musik harmoniert und tanzt. Allerdings muss hier deutlich gemacht werden, dass es sich nicht um industrielle Klänge geschweige den Techno-Allüren handelt. Alles hat die Komponente von elektronischen IndiePop.
Ab Song Nummer Acht beginnt eine neue Phase des Albums. Eine melancholischere, eine melodischere und depressivere Stimmung begleiten nun die musikalichen Momente noch stärker und prägender. Auch die düsteren Klavier Klänge werden ab dieser Hälfte des Albums vermehrt eingesetzt und verzaubern den Hörer mit nahezu hypnotischen Melodien. Gerade bei diesen Songs wird das Ausnahmepotenzial von Chris Corners Stimme mehr als deutlich.
Mit 'Spit it Out' folgt nun mein persönliches Highlight von "The Alternative". Man kann diesen Track am besten beschreiben, in dem man ihm den Charakter einer Aufbruchstimmung zugesteht. Die zutiefst trauriegen Lyrics spiegeln die emotionalen Elemente wieder, die duch diesen Song transportiert werden.
Musikalich, von der Songstruktur und dem Arrangement her könnte man diesen Song teilweise mit Bands wie Dredg oder sogar Coldplay vergleichen.
Hinzu kommt allerdings abermals der düstere elektronische Sound und die Stimme des Protagonisten, die den Song zu einem Stück Individualität machen.
'After Every Party I Die' geht wieder ein Stück in Richtung von tanzbarer Disco Musik. Allerdings verliert der starre Beat,der zu Beginn des Songs noch prägend ist, im Verlaufe der steigenden Spannungskurve an Bedeutung und wird mit dem Beginn des Refrains zur Nebensache. Dieser bezaubert den Hörer abermals und verleitet zum Augenschliessen und Träumen.
Hierzu trägt nicht minder "Sue Denim" bei, die Chris Corner bei besagten Song im Refrain unterstützt.
Ein Duett, das zu entzücken weiß!
'This Will make you love again' könnte man als die Offenbarung des gesamten "Kunstwerks" bezeichen. Rein orchestral, nur in Form von einem Klavier beginnt der Song sehr depressiv und düster ehe der Refrain einem das berüchtigte Gänsehaut-Feeling verleiht und man ab diesem Zeitpunkt nur nur noch staunen kann. Nachdem einen die Worte fehlen bleibt nur noch die Möglichkeit und die Pflicht diesen Song und den damit perfekten Abschluss des Albums zu geniessen.
Somit will festgehalten sein, dass IAMX zweites Werk nach "Kiss and Swallow" von 2004 sicherlich neben dem neuen Album von Muse zu den besten und wichtigsten Alben des Jahres 2006 hört. Man kann nur hoffen, dass Ausnahmekünstler Chris Corner uns auch in Zukunft mit solchen Ergüssen beglückt und ihn auch weiterhin Dinge wie "Seeliche Vergewaltigung", "Schlaflosigkeit" oder auch die Stadt "Berlin" eine Inspiration bieten.
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Drama geht weiter..., 22. August 2006
Dem genialen Radiosender 1Live habe ich es zu verdanken, dass ich IAMX überhaupt kenne. War Anno 2004 "im Pott" mit dem Auto unterwegs, hörte "Kiss & Swallow" im Radio und musste die CD dazu sofort blind erstehen. Einfach nur der Hammer, sowas von -sorry- geil und dermaßen weit weg vom Mainstream... ein Segen, dass es sowas überhaupt noch zu kaufen gibt neben all der vollkommen belanglosen Stangenware in den Charts.
Chris Corner heißt der Kopf hinter IAMX (gesprochen "Ai emm ecks"), der Musik nicht einfach nur macht sondern sie leidet. "Kiss & Swallow" war sein Erstlingswerk als Solokünstler und mit "The Alternative" folgt nun des Dramas zweiter Akt.
Wer ein Faible für Soft Cell hat -die übrigens weit mehr bieten als das in den frühen 80ern tot gespielte "Tainted Love" vermuten lässt- liegt hier goldrichtig: Chris Corner ist quasi Marc Almond und Andy Ball in einer Person, ist exaltierte Diva, Alltagszyniker, Selbstdarsteller, Gesangsakrobat und Soundfanatiker zugleich. Er liebt es, düstere und tragende Stimmungen vorrangig mit elektronischen Sounds und Beats zu erzeugen um darüber ein Füllhorn genial wehmütiger Texte auszuschütten. Und aller Traurigkeit zum Trotz steht am Ende der Scheibe der letzte Track wie ein Leuchtturm: "This will make you love again"!
Uahhh, ich höre diese Musik und seine Worte und es läuft einem kalt den Rücken runter. Das darf man schon genial nennen. Was der gute Chris da macht ist im besten Sinne bestimmt nicht massentauglich, viele würden das für eintönig halten, nicht verstehen und diesen oft hoch oben angesiedelten Falsett-Gesang grausam finden.
Kein Problem. Hört schön weiter Rihanna, Pussycat Dolls & Co. - solange es noch kleine Labels gibt, auf denen sich echte PopKULTUR-Künstler ausleben können, solange ist das Abendland nicht verloren!
Nochmal zum Vergleich mit Soft Cell: Bei Interesse unbedingt in deren "This last Night... in Sodom" hinein hören, dem genialen Abschluss ihres einzigartigen 80er Schaffens, speziell in die Tracks "Meet Murder my Angel" oder "Where was your Heart".
Drama pur und vor über 20 Jahren in direkter Ahnenlinie zu genau dem entstanden, was Chris heute macht. Ein Geniestreich!
P.S.: Die selbsternannten "Hitradios" Marke FFH, SWR3 usw. dudeln den ganzen Tag nur ihre immer gleichen "BRAVO Hits XY"-CDs rauf und runter, die haben -im Gegensatz zu 1Live- IAMX bestimmt nicht mal im Fundus. Was für ein Armutszeugnis.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
der zweite streich, 30. April 2006
schrieb ich noch in meiner überschrift von "kiss & swallow" von einem füller als überbrücker, weil ich doch eher vorher mit einem neuen sneaker pimps album als vor einem iamx release gerechnet habe, war ich dann doch sehr überrascht, dass chris corner knapp 1 1/2 jahre später die nächste scheibe auf den markt bringt.
und genauso überrascht stand ich dann auch anfang der woche vor der bühne und erlebte die männliche diva in höchstform. wurde beim letzten konzert noch auf einem e-drum umhergetrommelt, wurde diesmal ein echtes schlagzeug verwendet und dementsprechend rocken die neuen songs auch ziemlich, was auf dem album leider nicht so rüber kommt.
die lieder selbst sind weitaus zugänglicher als vom vorgängeralbum. und so kann man schon beim ersten durchhören ein paar perlen entdecken. "president" ist ein gelungener ruhiger opener und mit dem titeltrack "the alternative" (was mich übrigends sehr stark an "kiss and swallow" erinnert) zeigt uns herr corner auch schon seine gesangskünste auf.
während "nightlife" schon zum mitwippen anregt, wird bei "lulled by numbers" ordentlich experimentiert, was vermutlich nicht jedermanns geschmack ist. "the negative sex" rockt dann zur abwechslung mal und der anfang könnte genauso von placebo sein.
und so kann man sich die ganze cd ohne jedlichen hänger durchanhören. am gelungensten und schon beim konzert sehr im ohr hängen geblieben ist "spit it out", wunderschöner refrain, astreiner song!
über die neuinterpretation von "after every party i die" lässt sich natürlich streiten, weil es sich ja um einen sneaker pimps klassiker handelt, aber max cavalera performt mit soulfly genauso "roots bloody roots", also ist der track meines erachtens gerechtfertigt.
mit "this will make you love again" wurde eine schöne ballade auf den silberling gepresst, welche das album hervorragend abschließt! alles im allem hätte ich mir nicht gedacht, dass iamx bzw. chris corner, der ja alles selbst eingespielt hat und nur für live auftritte eine crew anheuert, ein so mächtiges zweites album der masse unterbreitet. und abgesehen vom cd kauf lohnt sich aufgrund der feinen visuals jedes konzert der gruppe!
immer wieder gern für euch rezensioniert: eure hackschnitzlheizung!
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