Kurzbeschreibung
Die nationalkulturelle Alterität in den 'international novels' von E.M. Forster und D.H. Lawrence dient primär dazu, als Reaktion auf die englische Kolonialpolitik und unter dem Eindruck des 1. Weltkrieges die Funktionalisierung eurozentrischer Episteme und Machtstrategien in den kulturellen Identitäts- und Alteritätsentwürfen der Ausgangskultur in Frage zu stellen, sowie mögliche 'Therapieansätze' für die Defizite des englischen, bzw. europäischen Autostereotyps zu entwickeln. Das Einleitungskapitel arbeitet an Joseph Conrads Heart of Darkness exemplarisch die Oppositionspaare Licht/Dunkelheit, Seele/Leib, Männlich/Weiblich als tiefenstrukturelle Schlüsselmotive der hierarchisierenden Differenzierung zwischen Identität und Alterität heraus. Um die bislang verborgene Dimension tiefenhermeneutisch angelegter Kulturkritik bei E.M. Forster und D.H. Lawrence aufzudecken, erfolgt die Analyse gemäß diesen Bild- bzw. Stereotypbereichen bei Forster und Lawrence im interdisziplinären Referenzrahmen eine 'Philosophie der Endlichkeit' (Frank) von Gadamer bis Foucault, einer postkolonial, psychoanalytisch und feministisch orientierten 'Hermeneutik des Verdachts' (Ricoeur) und des ideologiekritischen Konzeptes der 'Pseudokommunikation' (Habermas) als Zustand einer gesamtkulturellen Verblendung. Die Deutungen modifizieren gängige Urteile sowohl mit Bezug auf Forsters 'liberal humanism' als auch über Lawrences Misogynie.