Breit ist der Bogen, den dieser Sammelband spannt: Grundlagen der Pflegeethik, Professionalität, Pflegemodelle, Zufriedenheit im Pflegeheim, Depressionen im Alter, Tod und Sterben - dies sind nur einige der behandelten Themen. Die Vielschichtigkeit der Themen ist Stärke und Schwäche des vorliegenden Buches zugleich: Stärke, da nahezu alle hier behandelten Themen meist parallel, aber nicht immer bewußt wahrgenommen und reflektiert, im Alltag der in der Altenpflege tätigen eine Rolle spielen. Und so kann dieses Werkheft helfen, wieder einmal deutlich zu machen, mit welchen Themen, Anforderungen, Situationen man es zu tun bekommt. So ruft z. B. der Beitrag von Thomas Schilling wieder einmal ins Bewußtsein, daß sich die Pflege in einem eigentümlichen" indifferenten Zwischenfeld zwischen Fürsorge und Erfahrung, theoriegeleiteter Erkenntnis und normativ-praktisch regulierten Handlungsformen sowie bewußtseins- und emotional geleiteten Handlungsorientierungen steht - Spannungsfelder die jede pflegende Person in sich auszutarieren hat. Regina Rose weist in ihrem Beitrag darauf hin, daß Depressionen im Alter nach der Demenz die zweithäufigste psychische Erkrankung darstellten In den Lehrbüchern der Altenpflege fristen der Umgang mit diesen Krankheitsbildern und den Kranken oft genug nur ein Schattendasein. Ein schwerwiegendes Defizit, daß, so Ulrich Kokot, auch dem Umgang mit Tod und Trauer beschieden ist. Beide Beiträge können helfen, dieses Manko ein wenig abzumildern. Auf der anderen Seite, und damit sei abschließend die Schwäche benannt, sind die Themen zu heterogen und teilweise so speziell, daß man sich fragen muß, an wen sich das Werkheft" eigentlich richten soll. Da scheint die Lektüre einzelner Fachartikel in den einschlägigen Fachzeitschriften doch oft sinnvoller.