eines vorweg: den punkteabzug gibt es vor allem aufgrund des designs. das teil sieht einfach nach mexikoplatz aus (wiener wissen bestimmt was gemeint ist) und hat was von einem gewissen 80er flair. wenn man auf so ein design steht, dann ist alles gut. aber mir wäre lieber gewesen, altec lansing hätte sich da etwas zurückgehalten. vor allem die hochton-hörner sehen einfach nicht "chick" aus. ich habe mir sogar überlegt eigene abdeckungen für die lautsprecher zu basteln, die dann über magneten an den umliegenden schrauben montiert werden könnten. nett hingegen die gewohnten altec-lansing spielereien, die man schon vom
Altec Lansing iM7 kennt: eigenes fach für die fernbedienung, die beim MIX sogar über einen karabiner verfügt und etwas an einen flaschenöffner erinnert.
im gegensatz zum IM7 hat sich einiges verbessert: das display zeigt genaue statusinformationen an, bzw lässt den EQ genau einstellen, beim IM7 gab es dazu keinerlei optisches feedback und auch keine 0-stellung. hat man den EQ mal verstellt, war man sich dessen auch nie wirklich bewusst. nett finde ich nun die beiden front-griffe, die jedoch eher optischen wert haben, da ich das gerät noch nie in der art getragen habe. der obere tragegriff hingegen ist recht funktionell, jedoch ist weder dieser noch die beiden frontgriffe aus metall oder edelstahl wie zb beim harman kardon go&play. hier ist billigstes plastik verbaut, das vermutlich im inneren mit zusätzlich metallleisten verstärkt wurde. bei mir ist nach kürzester zeit an den ecken der frontalen tragegriffe die silber beschichtung abgeblättert und schwarzes plastik schimmert nun durch.
am gerät selbst gibt es einen knopf für die lautstärke, der durch drücken gleichzeitig als ein/ausknopf fungiert. dieser ist manchmal etwas hartnäckig und man muss schon fester reindrücken, um das gerät einzuschalten. oft bleibt es stumm, obwohl ein deutliches "klick" zu hören und spüren ist. für meinen geschmack benötigt das teil auch etwas zu lange, bis es tatsächlich töne von sich gibt. zuerst erscheint das logo, das einige sekunden angezeigt wird, dann gibt es noch die möglichkeit eines eigenen begrüßungstextes, wer es unbedingt braucht, und nach einigen weiteren sekunden ist das ding endlich eingeschaltet und gibt dann auch musik wieder.
an weiteren bedienelementen ist am gerät selbst noch eine source-taste vorhanden, die zwischen FM, ipod und den beiden aux-in eingängen schaltet, eine EQ-taste, die auch mehrere modi besitzt sowie zwei skip-tasten für vorwärts/rückwärts. das wars dann auch schon. die fernbedienung kann darüber hinaus noch 4 presets für die FM-radioeinheit auswählen, die im ipod-modus entweder zwischen den playlisten des ipods wechseln (tasten P3 und P4) bzw. die abspielmodi repeat, shuffle usw ändern (tasten P1 und P2). die infrarot fernbedienung funktioniert auch aus einigen metern ganz gut, vorausgesetzt man zielt genau auf das gerät. harman kardon hat dem go&play zb. eine funkvernbedienung spendiert, die praktischerweise auch durch wände bzw. ums eck funktioniert.
klanglich gibt es nicht viel zu bemängeln, jedoch klingt das gerät für meinen geschmack out-of-the-box etwas zu wummig und dumpf. im direkten vergleich zum
Harman Kardon GO&PLAY, klingt dieser einfach nuancierter und feiner, mit insgesamt ausgewogenerem klang. dank EQ lässt sich der MIX im gegensatz zum go&play jedoch feintunen. im normalen EQ-modus hat man nur die möglichkeit bässe oder höhen zu regeln, zusätzlich erreicht man durch längeres drücken der EQ-taste einige presets wie z.b. altec EQ, rock, hiphop usw, die sich alle gleichermaßen im bass- und höhenbereich regeln lassen. bei gleichzeitigem drücken der EQ und NEXT-taste kommt man schließlich in den 7-band-EQ, der eine gezieltere klangbeeinflussung ermöglicht. ich habe mir angewöhnt die frequenzen um 160hz runterzuregeln, und gleichzeitig ab 2500hz hochzuregeln, das macht den klang deutlich transparenter und weniger wummig, klanglich kommt man dem go&play auf die art schon ziemlich nahe, obwohl der go&play meiner meinung nach immer noch besser klingt, ist aber alles eine geschmacksfrage. man kann bei bedarf beim MIX noch zusätzlich den bass bei 60hz hochregeln, dann hat man wahrhaftig schon einen subwoofer-effekt. manche ältere stücke, die noch nicht so basslastig wie heute abgemischt wurden, profitieren oftmals davon.
einer meiner großen kritikpunkte zum go&play war die deutliche klangveränderung bei batteriebetrieb. auch der MIX klingt von batterien oder akkus etwas weniger druckvoll als bei netzbetrieb, die unterschiede sind jedoch fast nicht auszumachen. der unterschied ist in etwa wie ein 160kbps mp3-file zu einem 320kbps file. er klingt von batterien etwas "komprimierter" und weniger lebendig, lässt sich aber auch da dank EQ zum eigenem wohlwollen nachregeln. diese möglichkeit fehlt dem go&play völlig. dieser klingt von batterien vor allem bei leiseren lautstärken ziemlich blass und ohne power. bassboost am ipod/iphone hilft da nicht wirklich weiter, weil dieser von selbst den klang verzerrt. da merkt man dann erst den vorteil vom MIX.
bei maximalen lautstärken relativiert sich dieser unterschied wieder. beide klingen ähnlich laut und mit ähnlichem volumen. das lässt darauf schließen, dass der MIX eine dynamische bassanpassung anwendet. bei höheren lautstärken, hört man eine deutliche abnahme des bassvolumens, somit verzerrt das gerät auch bei maximaler lautstärke kaum, aber ein wirklich mächtiger lauter sound ist damit nicht möglich. am besten klingt das gerät zwischen 20-30 auf der lautstärke-skala. es klingt immer noch gut bei 35, jedoch bei maximalen 40 fällt der klang etwas auseinander. ob das laut genug ist, muss jeder für sich beurteilen. für ein großes wohnzimmer reicht die lautstärke allemal, auch für ausseneinsätze im garten wird man kaum weiter als 25 hochdrehen, ohne die nachbarn verärgern zu wollen. für ein fussballfeld oder eine große halle mag es etwas zu wenig power sein. aber auch der go&play ist vielleicht nur eine nuance lauter. interessanterweise ist der
Bose SoundDock Portable noch lauter als die beiden, verzerrt bei dieser lautstärke dann aber doch merklich. trotzdem beeindruckend, was bose da auch zwei kleinen breitbandlautsprechern gezaubert hat. der MIX benötigt dafür einen eigenen woofer samt passivradiator, klingt aber insgesamt deutlich imposanter als der bose.
ich hab den MIX spaßhalber mal gegen meine hifi-anlage samt standboxen antreten lassen, und war überrascht, wie gut er sich dabei schlug. sogar meine frau hat gemeint, dass wir die riesendinger endlich loswerden sollen, wenn der kleine sogar besser klingt...
etwas unkontrolliert geht der MIX jedoch mit dem bass um, der je nach aufstellung und hörposition variiert. auf den boden gestellt, ist das bassvolumen fast schon etwas zu viel des guten und dominiert regelrecht, hingegen fehlen dann die höhen, da diese trotz hörnern etwas zu gerichtet abgestrahlt werden. man merkt auch deutlich dass der bass eigentlich seitlich rückwärts abgestrahlt wird, wenn man sich hinter das gerät stellt. da ist der bass am lautesten, vor dem gerät hingegen ist deutlich weniger davon zu hören. derart starke unterschiede konnte ich weder beim go&play noch beim sounddock portable feststellen. will man es im freien möglichst laut und druckvoll haben, sollte man das gerät direkt auf den boden, schräg mit dem rücken nahe einer mauer aufstellen, dann verliert sich der bass nicht irgendwo in der ferne. auf die art hat man auch noch in einiger entfernung eine glaubhafte klangkulisse. wer es noch lauter will, benötigt eher eine portable PA-anlage. mir sind keine anderen batteriebetriebenen lautsprecher dieser größe bekannt, die mehr power erzeugen würden. apropos größe: von allen meinen ipod-lautsprechern ist der MIX deutlich am größten. der go&play wirkt im direkten vergleich dank seiner rundungen fast schon schlank. der MIX ist hingegen eher eine kiste. vom gewicht geben sich beide nicht viel. für einen portablen ausseneinsatz würde ich dennoch dem MIX den vorzug geben, da dieser bei batteriebetrieb einfach mehr druck erzeugt. wirklich portabel bleibt jedoch der bose sounddock portable, den man zur not auch in einem rucksack verstauen kann.
laut altec lansing soll der MIX bis zu 30 stunden batteriebetriebenen klang bieten. ich habe bisher nur akkus mit 8000mAh im einsatz gehabt, die jedoch nicht mehr die besten sind. ich kam damit trotzdem auf gut 12 stunden betrieb auch bei höheren lautstärken. etwas störend ist der wechsel von netz zu batteriebetrieb und umgekehrt: dabei schaltet sich der MIX einfach aus. der go&play, genauso wie der sounddock portable lässt sich ohne unterbrechung abhängen. der bose sounddock bestätigt den stromwechsel mit einem "blipblup", der go&play wird beim wechsel vom strom zu batterien etwas leiser und verliert an bassvolumen, aber die musik spielt weiter.
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