oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an.
Jetzt eintauschen
und EUR 2,05 Gutschein erhalten
Eintausch
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der Artikel ist in folgender Variante leider nicht verfügbar
Keine Abbildung vorhanden für
Farbe:
Keine Abbildung vorhanden

 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Alte Wege nach Siebenbürgen: Auf den Spuren der deutschen Einwanderer - mit dem Fahrrad von Luxemburg nach Hermannstadt [Taschenbuch]

Alfred K Schuster , Anselm Roth

Preis: EUR 16,00 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Nur noch 1 auf Lager (mehr ist unterwegs).
Verkauf und Versand durch Amazon. Geschenkverpackung verfügbar.
Lieferung bis Dienstag, 15. Juli: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Kurzbeschreibung

3. Juni 2011
»Ich werde auf einer Fahrradreise von Luxemburg nach Siebenbürgen nicht genau den Karren- und Fußspuren meiner Ahnen folgen können. Doch ich wollte zumindest auf einigen Straßen fahren, die schon im Mittelalter Reise- und Handelswege waren. Ich würde meine Reise so planen, dass ich soweit wie möglich in ›Korridoren‹ fahre, in denen es im Mittelalter mit Sicherheit Wege gab.« (Alfred Schuster)

Produktinformation


Produktbeschreibungen

Auszug aus dem ersten Kapitel. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Der erste Tag Mir war klar: Ich werde auf einer Fahrradreise nach Sieben- bürgen nicht genau den Karren- und Fußspuren meiner Ahnen folgen können. Doch ich wollte zumindest auf einigen Stra- ßen fahren, die schon im Mittelalter Reise- und Handelswege ge- wesen waren. Ich hatte vor, meine Reise so zu planen, dass ich so- weit wie möglich in »Korridoren« fahre, in denen es im Mittelalter mit Sicherheit Wege gab. Ich suchte, suchte nach Wegen, die aus Franken und Lothrin- gen, aus Flandern und Wallonien, aus Sachsen und Thüringen, aus Schwaben und Bayern nach Osten führten. Bis Regensburg waren es viele, denn es war im Hochmittelalter nicht nur das Tor zum Osten, sondern auch Umschlagplatz der Waren, die Händler aus Byzanz und von noch weiter östlich her nach Mittel- und Westeu- ropa brachten, und der Güter, die aus Europa in den Nahen Osten exportiert wurden. Mein Weg durch Ostarrichi, wie Österreich da- mals genannt wurde, war vorgegeben. Er folgte der alten, einst gut ausgebauten Römerstraße über Passau, Wels, St. Pölten, Kloster- neuburg bis Wien und Hainburg. Doch ab da wurde es schwierig: Genaue Hinweise zu Wegen durch das römische Pannonien, das spätere Ungarn, gibt es für das Hochmittelalter nicht. Alle auffindbaren Beschreibungen von Burgen oder Zollstationen entlang der Handelswege stammen aus späteren Jahrhunderten. Also machte ich mich auf die Suche nach anderen Hinweisen über den Verlauf möglicher Wege in meinem Richtungskorridor nach Siebenbürgen. Erstaunlich, dass einige Historiker, die sich mit der Besiedlung Siebenbürgens im Hochmittelalter beschäftigt haben, die Ansicht vertreten, die Siedler, die sich in den südlichen Gebieten Sieben- bürgens niedergelassen haben, seien die Donau herunter- und den Mieresch hinaufgezogen. Die Bergleute aus Sachsen und der Zips sollen über die Karpaten gekommen sein, dann die Theiß und den Großen Somesch entlang bis ins nördliche Siebenbürgen. Bei so pauschalen Aussagen, die angeblich auf Fakten beruhen, die aber 8 in keiner Quelle zu finden sind, scheint die Frage, ob im 12. Jahr- hundert in der Großen Ungarischen Tiefebene, an der Theiß und dem Somesch entlang entsprechende begehbare Wege existiert ha- ben, nicht gestellt worden zu sein. Archäologische Beweise existieren nicht. Dass es zumindest einen Römerweg entlang des Mieresch gegeben hat, ist der Peu- tingerischen Tafel zu entnehmen. Heute jedoch wird die Existenz vieler der in diesem »Reiseatlas« eingezeichneten Wege angezwei- felt. Dazu gehört meines Erachtens auch der Weg am unteren Mie- resch von Arad bis zu seiner Mündung in die Theiß. Die römischen Hauptwege durch Dakien zu den Goldberg- werken des Erzgebirges und den Salzgruben in Nordsiebenbürgen sind bekannt und belegt. Hinweise über Wege im heutigen Ungarn fand ich in quellengestützten Büchern, in denen über Truppen- bewegungen und kriegerische Auseinandersetzungen berichtet wird, die ungarische Könige geführt haben. In älteren Geschichtsbüchern ist viel über die Herkunft der Siebenbürger Sachsen geschrieben worden. Doch wie sind sie ge- reist? Wo sind sie gegangen? Vieles ist der Phantasie von Histori- kern oder Schriftstellern entsprungen, vage gestützt auf Quellen, die für einige unumstößliche Fakten enthalten, für andere nur die Ausgangslage von Theorien sind, die im Bewusstsein der sieben- bürgisch-sächsischen Bevölkerung zu Mythen wurden. Haben meine Ahnen wirklich Pferde vor ihre Wagen gespannt? Einige wohl schon, doch das waren sicherlich die wenigsten. Ein Mann von bescheidenem Wohlstand konnte sich im Hochmittel- alter bestenfalls einen Esel oder ein Maultier leisten, ein Pferd sicherlich nur Wohlhabende, Adlige, Ritter und vermögende Händ- ler. Die Zugtiere der Ärmeren waren Maultiere und Esel, manch- mal wurden Ochsen oder Kühe vorgespannt. Und wer kein Zugtier hatte, musste selbst vor den Karren. Niemand wird behaupten, nur Adlige seien nach Siebenbürgen ausgewandert, wie man unkritisch so mancher ungarischen Ur- kunde entnehmen könnte. Diese berichten, dem Zeitgeist entspre- chend, von hospites und nobilis, die mit Privilegien ausgestattet wurden, jedoch niemals von Handwerkern, Berg- und Hütten- leuten, Händlern und Bauern. Was die Menschen bewogen hat, ihre Heimat zu verlassen, wissen wir nicht, darüber können wir nur spekulieren. Soziale Gründe waren sicherlich eine der Ursachen. Doch galt das für alle? Einige von ihnen wurden wohl vom Entdeckergeist ge- trieben, andere könnten von Neugierde beseelt gewesen sein, und viele waren bloß Mitläufer. Nicht zuletzt waren auch Abenteurer unter ihnen. Zum Beispiel Kreuzfahrer, die, aus welchem Grund auch immer, den kürzeren Weg nach Siebenbürgen dem langen, beschwerlichen, unsicheren nach Jerusalem vorgezogen haben. Andere wiederum, enttäuscht vom Misserfolg im Heiligen Land, könnten auf dem Rückweg nach Europa nach Siebenbürgen abgezweigt sein, in der Hoffnung, dort ihr Seelenheil oder die versprochenen Schätze – Freiheit, Grund und Boden – zu finden. Es waren immer die unruhigen Geister, die der Menschheit neue Lebensräume erschließen konnten, die die Welt verändert haben. Warum sollte es bei der Besiedlung Sieben- bürgens anders gewesen sein? Beim Abschied gibt mir meine Frau ein Kärtchen, auf dem ein Fahrrad abgebildet ist. Darauf hat sie einen Wunsch geschrieben, der auf meiner Reise zu meinem täglichen Gebet werden wird: Irischer Segenswunsch Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein; sanft falle der Regen auf deine Felder, und auf dein Gesicht der Sonnenschein. Führe die Straße, die du gehst, immer nur zu deinem Ziel bergan. Hab, wenn es kühl wird, warme Gedanken und den vollen Mond in dunkler Nacht. Hab unterm Kopf ein weiches Kissen, habe Kleidung und das tägliche Brot; bevor der Teufel merkt: Du bist schon tot. Bis wir uns mal wiedersehen, hoffe ich, dass Gott dich nicht verlässt; Er hält dich in seinen Händen, doch halte seine Faust dich nie zu fest. Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand. Es ist kühl an diesem klaren Morgen im Juni, als ich ins Auto steige, um mir einen Traum zu erfüllen. Rad und Gepäck sind ver- staut, und Andreas, einer meiner ehemaligen Studenten, wartet, bis ich mich von meiner Frau verabschiede. Noch einmal umarmt sie mich, schaut mir in die Augen und bittet mich, die Reise abzubre- chen, wenn ich meine, sie werde zu schwer. »2500 Kilometer, das ist viel«, sagt sie leise. »Bedenke, du bist jetzt siebzig.« Ich will das Kärtchen lesen, doch sie drängt mich sanft auf den Beifahrersitz und sagt: »Lies es auf der Fahrt. Mach’s gut!« Andreas fährt langsam vom Grundstück, und ich sehe meine Frau winkend ins Haus gehen. Bis ich wiederkomme, werden Wo- chen vergehen. Ab jetzt beschäftigt mich nur noch meine Reise. In die Stille hinein fragt Andreas: »Warum startest du in Luxem burg, und warum gerade jetzt, 2007?« »Es gibt drei Gründe«, sage ich. »Erstens gehört der Großraum Luxemburg sicher zu den Regionen, aus denen meine Ahnen, wie ich die Siedler nenne, die im 12. und 13. Jahrhundert nach Siebenbürgen ausgewandert sind, stammen. Der zweite ist: Luxemburg und mein Geburtsort Hermannstadt sind 2007 partnerschaftliche ›Europäische Kulturhauptstädte‹. Und der dritte ist ein ganz persönlicher: Ich mache mir mit dieser Reise ein Geburtstagsgeschenk zum Siebzigsten.« Während der Fahrt stellt Andreas eine Menge Fragen. Ich er- zähle ihm von meinen Beweggründen und Erwartungen und las- se dabei noch einmal (das wievielte Mal schon?) die vergangenen Wochen und Monate gedanklich vorbeiziehen. Fast ein Jahr lang haben die Vorbereitungen gedauert. Viele Karten habe ich konsul- tiert, mögliche Reisewege eingezeichnet, um soweit wie möglich auf Wegen zu...

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

Noch keine Kundenrezensionen vorhanden.
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
2 Sterne
1 Sterne

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 

Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   


Ähnliche Artikel finden


Ihr Kommentar