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Alte Meister: Komödie (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Thomas Bernhard
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

25. Juli 1988 suhrkamp taschenbuch (Buch 1553)
Im Wiener Kunsthistorischen Museum, auf der Sitzbank gegenüber von Tintorettos Weißbärtigem Mann, bezieht jeden zweiten Vormittag - außer an den eintrittsfreien Samstagen - der Musikphilosoph Reger Stellung und vertieft sich in den Anblick des Gemäldes. Eines Tages wird die Routine unterbrochen: Reger bittet seinen Freund Atzbacher, sich ausgerechnet am Samstag mit ihm im Museum zu treffen. Doch bevor der Grund für dieses ungewöhnliche Verhalten enthüllt wird, ergeht sich Reger in herrlich schwungvollen Tiraden gegen die Wiener, gegen Kunstbeflissenheit und Titelsucht, Kapuzinergruft und Hofburg, Mehlspeisenkult und Prater.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 310 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 14 (25. Juli 1988)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518380532
  • ISBN-13: 978-3518380536
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 10,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 99.665 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

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Da haben sich zwei Alte Meister gefunden: der große Grantler aus Österreich und Thomas Holtzmann als kongenialer Bernhard-Interpret. Auf der Bühne hat der Schauspieler, der zu den allerbesten im deutschsprachigen Raum zählt, schon öfter Bernhard-Figuren verkörpert, zuletzt den Robert im Brüder-Drama Der Schein trügt. Mittlerweile hat der eine Thomas dem anderen auch bereits auf drei Hörbüchern die Stimme geliehen. Alte Meister gehört ebenso wie Holzfällen und Wittgensteins Neffe zu den Bernhard-Texten, die das Zeug zum Klassiker haben bzw. bereits so etwas wie Klassiker sind.

Mit einem Walkman im Ohr würde sich dieses Hörbuch auch ausgezeichnet als Begleiter an die Wiener Originalschauplätze eignen: Zu allererst natürlich ins Kunsthistorische Museum, wo sich Reger und Atzbacher immer zu treffen pflegen. Aber auch ins Hotel Ambassador, auch wenn das dortige Restaurant nach der Generalsanierung anders ausschaut als zu Bernhards Lebzeiten.

Einerseits also ein typischer Thomas-Bernhard-Rundumschlag, den Holtzmann hier mit unverwechselbarer Stimme zelebriert. Andererseits aber auch ein unerwarteter Einblick in Tiefprivates: Hat Bernhard doch in diesem Text seinem 1984 verstorbenen "Lebensmenschen" Hedwig Stavianicek (mit der er inzwischen das Grab auf dem Grinzinger Friedhof teilt) eine Liebeserklärung hinterher geschrieben. Für alle Fans Thomas Bernhards jedenfalls ist dieses Hörbuch ein Muss.

Spieldauer: ca. 430 Minuten, 6 CDs, vollständige Lesung --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Pressestimmen

»Es ist eine wunderbare, höchst virtuose und höchst klangsinnige Prosa - Ein Klanggesang.«

(Wolfgang Hirsch Thüringische Landeszeitung )

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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es muss gut sein! 1. April 2010
Von Juzzzi
Format:Taschenbuch
Ich bin Schülerin und ich habe dieses Buch in der Schule gelesen.
Das sagt denke ich schon einiges über die Qualität des Buches aus, wenn es mir trotzdem gefallen hat. Derweil ist es auch das einzige Buch, dass ich von Thomas Bernhard kenne und gelesen habe und ich fands zum Todlachen.
Was mich jedoch fasziniert hat, war, dass ich eine der wenigen in der Klasse war, der das Buch wirklich gefallen hat. Gut, die Niederösterreicher haben schon gelacht, als Berhard über die Burgenländer hergezogen hat, aber wirklich begeistert waren sie nicht, aber so ist das nunmal, wenn man etwas in der Schule liest. Ich, für meinen Teil, hatte fast das ganze Buch hindurch einen Grinser auf den Lippen (was ich normalerweise nur beim SMS schreiben habe^^) und ich halte Bernard (jetzt von meinem überaus niedrigen literarischen Wissensstand her) für einen der witzigsten österreichischen Autoren ever, obwohl er schon einen kleinen Knall gehabt haben muss (aber welcher Künstler, oder besser noch Mensch, hat das nicht?).
Also auch wenn ich mich jetzt widerhole: Ich habe das in der Schule gelesen und es hat mir trotzdem gefallen. Es muss gut sein!!!
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Roland F. TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Musikphilosoph Reger, der seit 36 Jahren jeden zweiten Vormittag (ausser montags) ins Wiener Kunsthistorische Museum geht (der Nachmittag wird im Ambassador verbracht), um dort im Bordone Saal gegenüber Tintorettos Bild "Der weißbärtige Mann" über den Sinn des Lebens, die Kunst, Politik und viele andere Themen zu sinnieren. Der Platz auf der Sitzbank im Bordone Saal wird Reger seit Jahrzehnten vom treuen Saaldiener Irrsigler (der den Job nur gewählt hat, weil er, nachdem er bei der Polizei wegen physischer Schwächen ausgemustert wurde, sich zugunsten der Uniform, aus rein praktischen Gründen, entschieden hat) quasi reserviert. Der 82-jährige Reger bittet Atzbacher (ein Schriftsteller, der sich dem Veröffentlichtwerden verweigert- ein Alter Ego Thomas Bernhards) ausnahmsweise an einem darauffolgenden Tag (noch dazu ein Samstag, ein Tag an dem Horden von lauten russischen, italienischen und anderen Touristen durchs Museum geschleift werden) um 11.30 zu einem Treffen. Das Buch beginnt damit, dass Atzbacher Reger aus einem benachbarten Saal heraus beobachtet, da er sicherheitshalber zu früh gekommen ist, um dann pünktlich um 11.30 vor Reger erscheinen zu können. Den Grund für diese Inkonsequenz Regers erfahren wir erst am Schluss. Vor der Erklärung lesen wir Regers Gedanken und Schimpftiraden, bei denen u.a. die österreichische Politik, Adalbert Stifter, Anton Bruckner, Staatskünstler, Burgenländer, Haushälterinnen, Kirchendiener (ja sogar der Papst) und die Toiletten in den Wiener Kaffeehäusern schlecht aussteigen. "Alte Meister" ist wahrscheinlich auf den ersten Blick das heiterste Buch Thomas Bernhards, wobei diese Heiterkeit an der Oberfläche bleibt, wie in jeder doppelbödigen Komödie ist das Heitere eigentlich das Traurige und vize versa. Irgendwie ist dieses Buch aber auch das einzige Buch Thomas Bernhards, das so etwas wie eine Liebesgeschichte in sich birgt. Regers Liebe zu seiner verstorbenen Frau ist für mich der emotionelle Mittelpunkt in diesem als Komödie betitelten Prosawerk. Der Schluss ist überraschend und arabesk heiter.
Thomas Bernhards Prosa ist einzigartig, unvergleichlich und überhaupt nicht spröde, sie ist spritzig, geistreich und fesselnd. Um ein Meisterwerk wie "Alte Meister" wirklich genießen zu können, sollte man vielleicht doch einen ganzen Abend (inkl. Nachmittag...) Zeit haben, oder das Buch maximal auf 2-3 Tranchen aufgeteilt lesen, da es sich nur dann in seiner Schönheit entfalten kann, wenn man Thomas Bernhards Linien so folgen kann, wie er schreibt, also im Prinzip, ohne Absätze und einem Zug.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zerstörung des Kulturellen 31. Juli 2011
Von Spaddl TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Thomas Bernhard beschließt mit "Alte Meister" die 'Trilogie der Künste', die mit "Der Untergeher" ihren Anfang und durch "Holzfällen" fulminant fortgesetzt wurde. Auf zweithundert Seiten erstreckt sich ein gigantisches Panorama an literarischen, musikalischen und kunsthistorischen Bezügen, die durch bitterböse Analyse und Kritik demontiert und verunglimpft werden.
Thomas Bernhard "erzählt" die Geschichte von zwei alternden Herren, die sich alle zwei Tage im kunsthistorischen Museum treffen, um dort vor Tintorettos Gemälde "Weißbärtiger Mann" zu sitzen und über Kunst und Literatur, das Leben und das Sterben zu reden.

Dabei unterteilt sich der bernhardsche Monolog in zwei Abschnitte: der Ich-Erzähler Atzbacher begibt sich eine Stunde vor dem eigentlichen verabredeten Zeitpunkt ins Museum und beobachtet seine "Verabredung" Reger und reflektiert; seien es Gesprächsinhalte, Meinungen oder geäußerte Kritiken: der Leser erhält ein glänzendes Bild der scharfzüngigen Dialoge. Dabei verliert sich Reger stellenweise zwar in (un)geahnte Hasstiraden, das Miterleben derselbigen macht jedoch - typisch Bernhard - sehr viel Freude. In der zweiten Hälfte treffen die beiden alten Männer (oder Meister?) aufeinander, setzen sich vor Tintorettos Gemälde und unterhalten sich.

Wie es der Leser von Thomas Bernhard gewohnt ist, sind die zweihundert Seiten (in der Suhrkamp Werkausgaben-Edition) absatzlos und durchgängig geschrieben. Dem Leser wird keine Zeit gegeben, sich auszuruhen, sich von den philosophischen, zynischen Exkursen in die klassische Musik, die klassische Literatur oder klassische Kunst zu erholen. Das Mitdenken, teilweise sogar eine Internetrecherche werden vorausgesetzt, insofern man die benannten Stücke, Gemälde oder literarischen Texte nicht kennt - sprechen die beiden nämlich über ein bestimmtes Kunstwerk und der Leser kennt es bereits oder hat es auf seinem heimischen Bildschirm wird aus dem Sezieren, dem Zerstückeln und Demontieren seitens Reger ein visuelles Geschehen. Aber nicht nur die Künstler und Dichter bekommen die intellektuelle Bratpfanne über den Hinterkopf geschlagen, nein, auch Lehrer, Haushälterinnen und Ärzte (und viele mehr) bekommen einen kräftigen Schlag versetzt.

Der Untertitel "Komödie" ist dabei wörtlich zu nehmen, denn zu keinem Zeitpunkt hat Thomas Bernhard so viel Spaß gemacht wie in "Alte Meister". Die Unbändigkeit, die Stringenz der Boshaftigkeiten und Kritik lassen einen durchweg schmunzeln - und das Schöne ist, dass ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, dass Bernhard sich wiederholt und Altbekanntes erneut verwendet. Die eingebaute, tragische Liebesgeschichte erhält zwar keine solch durchdringende Intensität wie die Familiengeschichte in "Korrektur", dennoch wissen auch diese Sequenzen zu überzeugen.
Der Satz "Der denkende Mensch ist von Natur aus ein unglücklicher Mensch" (S. 68) steht dabei jedoch stellvertretend für die Thematik des ganzen Romans, denn die ständige Analyse und das daraus resultierende fehlende Können, ein Buch oder Gemälde wirklich genießen zu können, machen aus den alten Männern traurige, bemitleidenswerte Gestalten, die außer ihren sich wiederholenden Treffen nichts mehr besitzen, dass ihnen Glück verspricht.

Die Ausgabe vom Suhrkamp-Verlag ist erneut ein bibliophiler Hochgenuss. Der schöne Einband, das Lesebändchen und das spannende sowie interessante Nachwort runden das - ohne Zweifel - brillante Werk Thomas Bernhards gekonnt ab. Durch den hohen Preis ist diese Ausgabe unter Umständen aber eher etwas für Bernhard-Fans oder für Sammler toller Werkausgaben.

Abschließend zitiere ich erneut das 'enfant terrible' der deutschsprachigen Literatur:
"Wir können anschauen, was wir wollen, wir können hingehen, wo wir wollen, wir schauen nur in Bosheit und Niedertracht und in Verrat und Lüge und in Heuchelei und immer nur in nichts als in absolute Niedrigkeit hinein, gleich was wir anschauen, gleich, wo wir hingehen, wir sind mit Bosheit und mit Lüge und Heuchelei konfrontiert." (S. 131f.)
In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen.
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