3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderbar beobachtet, 25. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Alte Liebe (Gebundene Ausgabe)
Eine stille Geschichte, es passiert nichts Dramatisches und trotzdem will man wissen, wie es weiter geht - mit Valentina und Georg. Eine ganz andere Liebesgeschichte ohne Klischees und Happy End. Es geht nicht nur um die Liebenden, sondern um Achtung, Freundschaft und Vertrauen. Man kennt Valentinas Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte und fragt sich immer, "was würde ich tun". Und natürlich kennt man auch Frank, Valentinas Mann, seine Eltern und das Dorf in dem Valentina lebt. Ein Stück ganz normales Leben zart und liebevoll erzählt. Am Ende: Ein bisschen Wehmut und die Hoffnung, dass man mehr ändern kann, als man glaubt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kammerspiel über verlorene Liebe, 5. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Alte Liebe (Gebundene Ausgabe)
Valentina hat einen netten Mann, ein nettes Haus und liebt ihren netten Garten. Außerdem geht sie gerne auf Flohmärkte und Wohnungsauflösungen. Und dort entdeckt sie eine Kiste. Die Kiste ist abgeschlossen, der Schlüssel fehlt, aber irgendetwas ist drin. Kurz entschlossen kauft sie sie. Und ist gespannt, was sie entdecken wird.
Als sie ihre Schatztruhe endlich öffnet, kommt nichts besonders Aufregendes zum Vorschein. Nur alte Briefe. Von einem Mann, der das Ende des Krieges als Soldat erlebt und nach Hause, an seine Geliebte schreibt. Die Briefe sind voller Wärme und Herzlichkeit. Plötzlich will Valentina diesen Mann kennenlernen. Noch ahnt sie nicht, was sie damit in Gang setzt. Denn dieser ganz unspektakuläre Mann, der mittlerweile im Altenheim lebt, wird für sie zum Katalysator. Plötzlich betrachtet sie ihren eigenen Mann mit anderen, mit kritischen Augen.
Eigentlich nichts Neues. Frauen, die plötzlich entdecken, das ihre Ehe leer geworden ist, der Traumprinz sich in einen Frosch verwandelt hat, das haben wir schon tausendmal gelesen. Hera Lind, Gaby Hauptmann und eine ganze Riege von weiblichen Autorinnen versorgen unsere Republik mit Träumen vom Ausbrechen, vom besseren Leben, von der Begegnung mit dem Traumprinzen, von starken Frauen und schwachen Kerlen.
Doch dieses Buch ist anders. Der neue Mann ist kein Fünf-Sterne-Kerl, sondern ein alter Mann und ob Valentina ihn liebt, als Mann begehrt, erfahren wir in dem Buch nicht. Auch Frank ist nicht der „übliche Verdächtige", nur ein wenig zu pedantisch, ein wenig zu langweilig, ein wenig zu gedankenlos. Katie Naumann schildert das unaufgeregt, wir lesen nicht das große Drama, dafür aber ein wunderbares Kammerspiel über zwei Menschen, die sich auseinanderleben. Und über einen Dritten, der als junger Mann rührende Liebesbriefe schrieb und jetzt ein alter Mann ist. Verbittert ist er trotzdem nicht. Ein spießiges Dorf im Osten und die DDR-Vergangenheit liefern die Kulisse dazu. Auch das keinesfalls aufregend.
Was die Autorin da aus einem scheinbar ausgelutschtem Thema herausholt, ist einfach meisterhaft. So ruhig, so „normal" kommt die Geschichte daher und vermag dennoch zu fesseln, weit mehr als manches Buch, das daraus das große Drama mit Theaterdonner, Superweibern und Vier-Sterne-Kerlen machen würde.
Eine bewegende Geschichte ist Katie Naumann da gelungen und der Beweis, dass man nicht immer in die große Trickkiste greifen muss, um Leser zu fesseln und zu rühren. Manchmal kann das ein kleines, unscheinbares Kammerspiel weit besser. Hinzu kommt, dass die Autorin wirklich ihre Sprache beherrscht und beweist, wie spannend ein guter Stil sein kann, wenn er sich der Geschichte unterordnet und nicht „l'art pour l'art" ist.
Unbedingt empfehlenswert! (C) Hans Peter Roentgen
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die sanfteste Art der Liebe, 27. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Alte Liebe (Gebundene Ausgabe)
Mit diesem Buch gelingt Kati Naumann etwas, von dem Schriftsteller und Leser träumen: Sie berührt.
Ganz leise kommen ihre Personen daher, ganz sanft wird da von einer Liebe berichtet, die anders ist, aber einfach nur wunderschön.
Kati Naumann erzählt von einer jungen Frau, die sich in einem Leben findet, das sie so eigentlich nicht gewollt hat. Aber zur Rebellion besteht kein Anlass. Bei einer Haushaltsauflösung findet Valentina eine Truhe, in der Truhe sind Briefe und Valentina findet den Briefschreiber, einen alten Mann namens Georg. Allmählich entspinnt sich zwischen dem alten Mann und der jungen Frau eine Freundschaft. Eine Freundschaft, die voller Zärtlichkeit steckt, niemals banal ist und so beschaffen, dass der Leser sich augenblicklich nach einer solchen Beziehung sehnt. Es fällt schwer, den Inhalt zu erzählen, denn der Roman besticht durch seine Sprache, durch Beobachtungen, durch die Fähigkeit der Autorin, gebrochene Charaktere nachvollziehbar zu machen.
Der große Charme des Buches entfaltet sich jedoch nicht sofort beim Lesen, sondern beim Nachdenken darüber. Und schon läuft man durch den Tag, trägt stundenlang ein Lächeln im Gesicht, weil dieses Buch das Leben einfach ein bisschen schöner, ein bisschen reicher und ein bisschen zärtlicher macht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein