Altneuland von Theodor Herzl
Diesen utopischen Roman schrieb Theodor Herzl 1902. Er schildert darin ein jüdisches Staatsgebilde auf dem Gebiet Palästinas. Dessen gesellschaftliche Struktur auf dem Genossenschaftswesen aufbaut.
Der junge, jüdische Anwalt Friedrich Löwenberg erfährt auf einer Gesellschaft, das seine Angebetete einen anderen reicheren als ihn erwählt hat. Dies ist der letzte Grund, ihn der auch keine berufliche Aussicht hat, empfänglich zu machen für die Pläne des Deutschamerikaners Kingscourt. Dieser Millionär hat genug von der Menschheit und will sich auf eine einsame Südseeinsel zurückziehen und Löwenberg soll ihm als Gesellschafter dienen. Zuvor suchen sie aus einer Laune heraus die Region Palästina auf und finden diese als trostlose, öde Gegend vor.
Nach dreiundzwanzig Jahren wollen beide Aussteiger nach kurz nach Europa zurückkehren. Dabei kommen sie mit ihrem Schiff wieder an Palästina vorbei und erleben im wahrsten Sinne des Wortes blühende Landschaften, eine gut ausgebaute Infrastruktur, moderne Städte und eine florierende Wirtschaft. Alles auf dem Gedanken des Genossenschaftswesen aufgebaut durch die Juden, die politischen und wirtschaftlichen Druck ausgesetzt, Europa verlassen haben und im ehemaligen Stammland der Juden, also Palästina eine neue Gesellschaft erbaut haben.
Herzl macht deutlich, dass dies nur möglich war, durch harte Arbeit und durch Ideen, die auf utopischen Vorstellungen aufbauten und diese weiter entwickelt und vervollkommnet haben. Wie Owen, Fourier u.a.
Aber Herz weist ausdrücklich daraufhin, das dies nur aufgrund von Toleranz und Gemeinschaftlichkeit erreicht wurde. So leben also Juden und Mohammedaner einträglich zusammen, genauso wie Christen und Brahmanen.
Durch den Kunstgriff der Tonaufzeichnung erfahren die Neuankömmlinge wie die Gestaltung Israels vonstatten ging.
Dieses wie Herzl es selbst bezeichnet 'Lehrgedicht' ist eine wunderbare, auch heute noch beeindruckende Utopie, die aufzeigt, wie sich alles entwickeln hätten können, wenn es nicht die unsäglichen Weltkriege gegeben hätte. Übrigens einiges wurde nach 1945 tatsächlich verwirklicht.
Sehr zu empfehlen.