Von Luciano de Crescenzo habe ich vor vielen Jahren zwei Bücher über die griechische Philosophie gelesen, die mich beide sehr gepackt und begeistert haben. Aufgrund dessen bin ich davon ausgegangen, dass ein Griff zu diesem Buch kein Fehler sein kann. Ich muss zugeben, dass ich mich - mit Einschränkungen - geirrt habe. So heiter der Stil auch in diesem Buche ist, so detailverliebt auch hier von Seite zu Seite vorgegangen wird, so ermüdend ist auch das Lamentieren und Argumentieren, mit dem hier die Theorie gesponnen wird, dass sich Menschheit und Welt in eine Philosophie der Liebe und eine Philosophie der Freiheit aufteilt (mit jeweiligen Mischformen).
Ich kann nachvollziehen, dass es einen charakterlichen Unterschied geben mag, zwischen Menschen die eine Dusche lieber mögen als ein Vollbad, aber ich wollte die Erklärung dieser Theorie mit etwas weniger Text. (Obgleich manche Anekdote aus dem Italien der 70er Jahre ganz amüsant war - das gebe ich zu).
Mein Fazit: Eine schlüssige Theorie zur Anthropologie, aber Platons Dialoge haben etwas mehr Gehalt.