Einfach nur ein Scheißbuch! Bin sonst nicht groß um Worte verlegen, wenn es darum geht, darzulegen warum und weshalb ich etwas wie empfinde, aber jedes weitere Wort wäre zu viel Bedacht und Aufmerksamkeit für ein Buch, das in allem, was es tut, so dermaßen gewillt ist mit Absonderlichkeiten, Ekelhaftem und ach so Unüblichem zu glänzen, dann in einem so bewusst gehaltenen hyper desinteressierten Ton auch, eine halb gefühlskalte Erzählerin, die über das Grenzwertige fast schon in Süffisanz schreibt, dass man dadurch tatsächlich angewidert und verstört wird. Zudem langweilt diese Zugespitztheit von allem ins so grotesk Absonderliche einen schon ab ca. Seite 50 so sehr, dass man eigentlich nur noch weiter liest um heraus zu bekommen, ob der ganze "irre Wahnsinn" denn noch irgendeinen Sinn bergen soll. Und was mich am meisten reizt ist, wenn Sexualität für emotionsschwache Menschen dann nur noch als Ventil für irgendeine arg perverse Aktion herhalten muss, und nee, es ist nicht nur bei der einen Person so, irgendwie ist dann Sex bei allen etwas sick-verkorkstes, Schönheit und Zärtlichkeit und Liebe als solches gibt es kaum wirklich, und wenn dann natürlich nur in einem so überbordend an den Haaren herbeigezogenen Zustand, ahhhh, nee, ich bin ganz sicher kein Verfechter von bloß rosa Plüsch und Hollywood und Happy End, ganz sicher nicht, dafür habe ich doch zu sehr mein eigenes Leben gehabt, aber die Dringlichkeit, mit der dieses Buch alles Gewöhnliche negieren und das Abjekte als etwas normal Erträgliches und Gutes feiern will ekelt mich einfach nur von Anfang bis Ende an. Was A.L. Kennedy mir mit diesem ganzen Schmuh eigentlich sagen will weiß ich zudem auch bis ganz zum Schluss: NULL! Einfach nur krank. Und damit meine ich ganz sicher nicht den Verweis auf S/M-Praktiken. Ach was, wer das mag, dann ist das schön! Ich meine die Geballtheit von "Unnormalem", also Ungewöhnlichem einfach in jedem Winkel dieses so arrogant für sich stehenden Buches, welches auch Sprache und Dialog so kryptisch wie möglich und so bewusst immer im Vagen und zuweilen schön aneinader vorbei hält. Das ist so doof und zäh und gewollt! Und das Urteil hier by the way von jemandem, der Bret Easton Ellis für einen dermaßen begnadeten Erzähler hält und schätzt! Nur dass nicht der Verdacht aufkäme, einzig im Vergleich zu Rosmaunde Pilcher sei das hier misslungener Hardcore. Nö. Auch so!