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Als wir träumten, [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Frankfurt/Main, S. Fischer 2007, (2007)
  • ASIN: B004TT59Q8
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (54 Kundenrezensionen)

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Clemens Meyer
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Kundenrezensionen

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54 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ein starkes Buch, obwohl ich das nach den ersten paar Seiten noch nicht vermutete: da schien erstmal nur „Milljöh“ zu sein, Genre, Kolorit, der Sound des wilden Ostens, „Leipzig von unten“, „Eastside Story“ mit absehbarem Niedergang, mit immer mehr Suff, Kriminalität und Knastologie, und das ohne den großen Bogen einer Oliver-Twist- oder sonstigen Story. Ich dachte, das ist es also, und das muss ich nicht unbedingt ganz lesen (518 Seiten!). Großer Irrtum, und ich las glücklicherweise weiter. Clemens Meyer schreibt schnörkellos und lakonisch, scheinbar ganz im Jargon der Jugendlichen, die er da durch die Wende- und Nachwendejahre begleitet, ist dabei aber ein scharfer Beobachter mit gutem Ohr. Ich fühlte mich immer mehr an amerikanische Erzähler erinnert, und insbesondere an Mark Twain und seinen Huckleberry Finn. Die Dialoge sind Klasse, sie entwickeln sich langsam und umweghaft wie im richtigen Leben und „stimmen“ derart, daß man immer mehr davon haben will. Drehbuchautoren (besonders vom Fernsehen) sollten sich das mal gut ansehen. Die Hauptsache ist aber, daß der Autor, der sich in seinem Erzählen so rau gibt, eine überzeugende Liebe zu seinen Figuren hat und dazu an den richtigen Stellen die sensible Sprache, um das rüberzubringen. Das Leben dieser Jugendlichen ist abenteuerlich trist, aber unverwüstlich hoffnungsvoll. Man möchte immer mehr darüber lesen, wie es mit ihnen weitergeht. Mir waren am Ende 518 Seiten zu wenig.
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32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Meyers Milleustudien 17. Juni 2007
Von dreamjastie TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Meyers Romandebüt ist die ostdeutsche Antwort auf "Trainspotting" - rotzig, rauh, vulgär, desillusionierend, ein Buch voll von schmutzigem Sex, von Gewalt und Kriminalität. Und ein Buch, das einen hineinsaugt und erst auf Seite 518 wieder ausspuckt. Ein Panoptikum Leipziger Looser, das wehtut und fasziniert, denn Meyer zeichnet seine Figuren genau, quälend genau. Erzählt wird nichtchronologisch von den vergeblichen Versuchen der Protagonisten, ihren Platz im Leben zu finden. Meyer lässt sie alle scheitern, manche gar krepieren; sie zerbrechen an Alkohol, Drogen, an elterlicher Gewalt und den Rivalitäten diverser unterschiedlich orientierter Gangs. In der Bronx kann es nicht katastrophaler zugehen.

Held und Ich-Erzähler Daniel Lenz, von allen nur Danie genannt (der Nachname taucht nur zweimal auf, in Episoden aus der Schulzeit), streift mit dem Leser rastlos durch illegale Clubs, versiffte Kneipen, Puffs, Knast, Abrissviertel und Swinger-Clubs. Dass er den Leser dabei gelegentlich auf die falsche Fährte führt, wird offensichtlich, wenn er etwa den Unfalltod eines Freundes in drei aufeinanderfolgenden Versionen erzählt oder auch sonst gelegentlich verschiedene Blicke auf ein und dieselbe Handlung wirft. Dabei bleibt unklar, was tatsächlich passiert ist und wo Danie flunkert und aufträgt. Denn dass seine Helden stets dick auftragen, um Helden zu sein und sich gegen die zu behaupten, die noch dicker auftragen, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Und wenn das Glück schon nicht kommen mag, wird es eben herbeigeträumt.

Der Roman beginnt, wollen wir das Geschehen zeitlich sortieren, als die DDR in den letzten Zügen liegt, und wirft Schlaglichter auf eine eigenartige Zeit totgelaufener Rituale und der mumifizierter Worthülsen, die jedem "gelernten DDR-Bürger" nur zu gut in Erinnerung sein dürften, auf eine Katastrophenschutzübung in der Schule etwa samt parteipolitischem Brimborium und Floskelgestelze oder auf die grotesk naive Teilnahme der Jungs an einer der Montags-Demos.

"Als wir träumten" - das bedeutet auch: als die Protagonisten von Drogen und Alkohol umnebelt durch ihr Leben und immer tiefer in den Dreck hinein gezogen werden. Eindrücklich ist beispielsweise die Schilderung eines der ersten Brüche von Danie und Mark, der in sinnloser Zerstörungswut endet oder die Berichte von den "selbstlosen" Hilfsaktionen bei der massenhaft Grog und Apfelschnaps trinkenden, nahezu blinden Frau Böhme, um die sich gleich mehrere Gangs prügeln, weil es dort Geld zu klauen gibt ("Hier ist besetzt, is nicht euer Revier, is unsere Alte.").

Dem Leser wird bei dieser atemlosen Innenschau nichts geschenkt. Und doch verfällt Meyer nicht in die weit verbreitete Larmoyanz so manches anderen Ostdeutschen, früher sei alles besser gewesen, denn er zeigt, dass das Scheitern der Akteure sein Wurzelwerk tief in der DDR-Vergangenheit hat. Dass der Ich-Erzähler manche DDR-Interna selbstverständlich voraussetzt und nicht mit dem Kniff oberlehrerhaften Herausgebertums in Fußnoten erklärt, wie es weiland Ingo Schulze getan hat, macht es einem Leser, der den Osten der Republik nicht kannte, vermutlich schwer. Doch seis drum: "Als wir träumten" will kein Geschichtsbuch sein, sondern ein rastloser Abriss der Zeit, als Danie und die anderen träumten von ihrem kleinen Glück und sich auch glaubten.

Aufregende Literatur präsentiert immer auch das Unerwartete, und Meyer schafft es, aus diesem Unerwarteten das Komische herauszuarbeiten. So beschreibt er, wie ausgerechnet die "hundertdreißigprozentige" Gruppenratsvorsitzende aus der DDR ausreist oder wie Danie beim Ableisten von Sozialstunden nach der Wende den Parteisekretär der Schule als ABMler wiedertrifft.

Es ist ein großer Verdienst des Autors, dass der sezierende Millieublick keine Karrikaturen oder Abziehbilder fokussiert, sondern dass er seine Protagonisten stets ernst nimmt. Völlig zu Recht war er für den Preis der Leipziger Buchmesse 2006 nominiert. Für ein unglaubliches, ein trauriges, ein komisches Buch.
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Um ehrlich zu sein ... 4. Februar 2008
Von Thomas Liehr TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Clemens Meyer hat für seinen Erstling viel Anerkennung und einige Literaturpreise erhalten. Der Roman wird vor allem für seine Authentizität, die "Sprachgewalt" und den Umgang mit der Thematik gelobt.
In zeitlich wechselnden - und nicht immer leicht einzuordnenden - Episoden erzählt Meyer von den Leipziger Kumpels Daniel, Walter, Mark, Paul, Pitbull und Rico. Der Leser wird durch ihre Kindheit geführt, als die Jungen Pioniere waren, und erlebt sie später in der Adoleszenz oder als junge Erwachsene, rund um die Wendezeit. Daniel, Hauptfigur und Ich-Erzähler, verliebt sich als Grundschüler in die Klassenkameradin Kati, die jedoch in den Westen rübermacht; die spätere Flamme mit dem Kosenamen "Estrellita" wird ihn erst für den Chef einer konkurrierenden Bande verlassen und dann im Puff landen. Damit ist der romantische Teil des Buches weitgehend abgehakt.
Der Rest befasst sich mir Sauferei und Raucherei, mit Kämpfen, Knastaufenthalten, Tattoos, Fußball, Brüchen, Autodiebstählen und kleinen Betrügereien, den Rivalitäten zwischen den Banden und den Problemen mit Glatzen ("Reudnitzer Rechte") oder Zecken (Hausbesetzern). Es wird viel und äußerst hart geprügelt, noch viel mehr gesoffen und so gut wie pausenlos geraucht. Zwei der Freunde sterben, der eine an einer Überdosis und der andere bei einem Verkehrsunfall. Und mittendrin steht Daniel, der seine - an keiner Stelle formulierten - Hoffnungen längst aufgegeben hat, was für seine Vorbilder - allen voran Boxtalent Rico - ebenso gilt. Wenn in diesem Buch dem Titel entsprechend geträumt wird, dann bestenfalls in kleinem Maßstab. Einige einschneidende Ereignisse erzählt Meyer mehrfach, quasi in der Wunschfassung des Protagonisten und danach (vielleicht) als Realversion. Es sind mögliche Wendepunkte, aber der Spielraum ist klein. Über allem steht die Gewissheit, dass es sowieso nicht besser wird. Das Buch ist traurig und brutal; wenn es sanfte Zwischentöne gibt, befassen sich diese vor allem mit dem Verhältnis der Freunde, mit Imponiergehabe, Loyalität und Ehre. Die Erwachsenen, die in "Als wir träumten" auftreten, sind durch die Bank abgewrackte Säufer. Das Leipziger Viertel, in dem die Handlung spielt, ist trüb, schmutzig und vernachlässigt. Fast ein Kriegsgebiet.
Eine Milieustudie also - durchgängige Handlung im eigentlichen Sinn gibt es nicht, die Episoden - formal dicht an Kurzgeschichten - stehen in eher lockerer Verbindung, erzählen meistens Schlüsselerlebnisse, dienen aber keiner übergeordneten Dramaturgie im Sinne einer Entwicklung, die eben auch weitgehend fehlt. Was das Buch ausmacht, es besonders macht, sind die Authentizität und das direkte Miterleben - beides allerdings mit einer gewissen Zähigkeit einhergehend. Viele Kapitel drehen sich auf fast quälende Art um nahezu Belangloses, zudem generiert die zwar glaubwürdige, aber technisch einfache Erzählsprache eine Vielzahl von Wort- und Phrasenwiederholungen. Meyer benutzt einige Verben - wie blicken und laufen - in einer Ausschließlichkeit, die weit über Purismus hinausgeht. Das ist zweifelsohne der Glaubwürdigkeit geschuldet, hat stilistische Konsequenz, liest sich aber manchmal nicht gut. Oft wünscht man sich, das Kapitel wäre endlich vorbei, etwa wenn detailliert und in den immer gleichen Worten seitenlang von Ablagen und Stößen beim Billard erzählt wird. Die Spannung, die hohe atmosphärische Dichte, das Krisenhafte der Situation - es geht parallel um die Mitschuld am Tod eines der Freunde - werden allmählich von Langeweile niedergedrückt. An einigen derartigen Stellen war ich kurz davor, den Roman beiseite zu legen.
Überhaupt hätte "Als wir träumten" gut und gerne hundertfünfzig Seiten kürzer sein können. Dafür enden einige Episoden im Nichts, und der Leser wünscht sich bis zum Schluss, etwas über ihren Fortgang zu erfahren. Vergebens.
Trotzdem ist das ein einzigartiges und sehr bemerkenswertes Buch. Ein wichtiger, vielleicht sogar ein großer Roman, der schmerzt und wütend macht, aber leider nicht nur im vom Autor beabsichtigten Sinn. Clemens Meyer hat zwar die erzählerische Grundregel "Show, don't tell" fast bis zur Perfektion getrieben, aber die mit der hohen Authentizität einhergehenden Problematiken nicht ganz gemeistert. Empfehlenswert ist die Lektüre jedoch allemal. Aber, um ehrlich zu sein: Großes literarisches Vergnügen bereitet sie nicht.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Zählt zu meinen absoluten Favoriten
"Als wir träumten" ist bisher eines der wenigen Bücher, welches ich 2x gelesen habe.
Es gefällt mir.
Schluss aus. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Katrin Bohndorf veröffentlicht
Als wir träumten
Ich hatte Schwierigkeiten in dieses Buch hineinzufinden, kann aber nur jedem raten durchzuhalten. Es lohnt sich.
Eine Gruppe von Jugendlichen zur Wendezeit in Leipzig. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von LieberLeser veröffentlicht
Zu gut für mich
Hey, seit 8 Monaten keine Rezension zu diesem Buch?
Es ist das (!) Buch nach der Wende und ich bin heilfroh, dass ich es nicht vor meinen eigenen literatischen Ergüssen... Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Marsch veröffentlicht
fabelhaft
dieser roman von clemens meyer ist einfach fabelhaft. von der ersten seite an zieht er einen in seinen bann und lässt nicht mehr los. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von j81 veröffentlicht
Er kann keine Geschichte erzählen ...
... sondern nur ein Drehbuch zu einem unendlich langweiligen, weil sich ständig wiederholenden Film schreiben. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von alphatel veröffentlicht
Ein Buch wie ein Schlachtengemälde
"Als wir träumten" ist ein fabelhaftes Buch. Clemens Meyer hat einfach alles richtig gemacht. Erstaunlich, wie er die triste Nachwendezeit in einer Leipziger... Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Yeti veröffentlicht
Îm Ganzen ein gutes Werk
Das Thema ist gut gewählt, die Jugend während des Sturzes der DDR. Die Perspektivlosigkeit der Jugend zu dieser Zeit, die Hoffnungslosigkeit der Eltern und das alles... Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von Silvain veröffentlicht
Bewertung
-Sehr schnelle Lieferung
-Buch ist an sich sehr gut erhalten, wie neu
-nur der Umschlag ist sehr beschädigt
Veröffentlicht am 17. Dezember 2009 von Miriam Diemert
Kürzer!
Es hat mir Mühe gemacht das Buch durch zu lesen. Man hat verstanden worum es geht und wurde kaum noch überrascht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Juli 2009 von A. Mischke
Wo bleibt die Leidenschaft?
Gut. Da hat einer Schreiben studiert. Das habe ich runterschluckt, obwohl es mich sehr überraschte, weil ich Herrn Meyer aus dem Fernsehen kannte - und er nicht wie ein braver... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. Mai 2009 von Gudrun T
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