Nur durch Zufall habe ich von Olov Svedelid erfahren: in einer amazon.de-Leserrezension zu einem Coq-Rouge-Thriller von Jan Guillou schrieb ein(e) LeserIn, daß er/sie lieber die Bücher des in Deutschland weitgehend unbekannten Svedelid läse. Derart neugierig gemacht, habe ich dann gleich alle fünf der wohlfeilen Krimi-Ausgaben des Aufbau Taschenbuch Verlages gekauft - und es nicht bereut.
Svedelid - so entnehme ich den Klappentexten - gilt als einer der populärsten Autoren Schwedens und hat seit 1964 über neunzig Bücher veröffentlicht. Über zwanzig von diesen drehen sich - wie auch "Als vermisst gemeldet" - um Kriminalinspektor Roland Hassel und seinen Chef Yngve Napoleon Ruda.
"Als vermisst gemeldet" ist ein unter Verwendung klassischer Motive geradlinig und schnörkellos geschriebener Krimi nach durchaus konventionellem Strickmuster: Ein Mensch wird als vermisst gemeldet; die Kriminalisten entdecken bald, dass mehr dahinter stecken muss; Morde und Mordanschläge geschehen; aus vielen, zunächst unzusammenhängend erscheinenden Mosaik- oder Puzzlesteinchen setzt sich ein Bild zusammen und verfestigt sich; Verdachtsmomente (auch gegen Binnentäter) erhärten sich; am Ende steht - und es kann auch gar nicht anders sein - die Auflösung des Falles...
Nervenzerfetzende Hochspannung bis an den Rand des Herzstillstandes bietet Svedelid damit sicherlich nicht - aber er braucht deshalb den Vergleich mit seinen wesentlich bekannteren Landsleuten noch lange nicht zu scheuen. Denn auch Svedelid beherrscht sein Handwerk; "Als vermisst gemeldet" ist ein solider Krimi aus einem Guss, der jedem Krimifreund einige vergnügliche Lesestunden bereiten dürfte.
Der ATV sei hiermit aufgefordert, weitere Roland-Hassel-Krimis zu veröffentlichen!