Es gibt sie noch, die funkelnden Perlen aus unserer jüngeren und doch so fernen Vergangenheit. Dieses Buch gehört eigentlich in jeden Deutschunterricht und darüber hinaus, zu Hause vorgelesen. Aber in unserer Gesellschaft, die sich systematisch und mit Riesengeschwingkeit von allen Traditionen und Konventionen abnabelt, bis bald nichts mehr übrig sein wird, als ein großer Haufe unzufriedener, egoistischer Fast-Consumer, ist Rosegger unerwünscht - seine Texte wären für die Mehrheit eine unerträgliche Mahnung an all das, was wir während des letzten Jahrhunderts so unwiderbringlich verloren haben.
Und der Mann kann erzählen, es ist ein Wunder, von "Kitsch" ist das so weit entfernt, wie eine Weihnachtsgans von McDingsbumms. Das Leben, das er schildert, war hart, es wird in keiner Weise versüßlicht dargestellt, aber es wird poetisch überhöht. Rosegger schreibt aus der Perspektive eines Kindes und leiht ihm nur die Sprache des Schriftstellers und das ist eine hohe Kunst und da beides aus einer Person herrührt, auch völlig legitim und glaubwürdig.
Man möchte jungen Menschen, die sich binden möchten, nur empfehlen, ihrem Partner in spe hieraus vorzulesen: sollte sich dieser gelangweilt abwenden, so schiesse man ihn in den Wind, man wird mit ihm wenig Freude haben.