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am 8. November 2015
Addie Bundren ist noch nicht gestorben, doch alle harren nur ihres Ablebens. Cash, ihr Ältester zimmert geschickt am Sarg, denn darauf legt sie wert, alles soll in der Familie bleiben; Jewel der Widerspenstige, der Kämpfer, der Starrkopf ist dabei, sein Pferd zu zähmen; Dewy Dell, ihre einzige Tochter sucht nach einer Lösung für ihr unausgesprochenes Geheimnis; Darl will noch rasch ein Geschäft abwickeln; Vardaman, der kleinste vermutet seine Mutter in dem Fisch, der zum Abendmahl bereitet wurde; Peabody, der Arzt wartet mit gezückter Feder darauf, den Totenschein auszustellen; die Nachbarin Cora bäckt zu viele Kuchen; Tull, ihr Mann ist bemüht Anse, den starrköpfigen, schnorrenden Gatten der Sterbenden zur Vernunft zu bringen, denn dieser hat Addie versprochen, sie in Jefferson zu beerdigen, im Familiengrab ihres Vaters.

"Mein Vater hat gesagt, der Sinn des Lebens sei, sich bereit zu machen fürs Totsein" S168

Und dann kommt ein bitteres Unwetter über Yoknapatawpha County, das im Umkreis von mehreren Meilen alle Brücken mit sich reißt; In diesem Unwetter stirbt die selige Addie Bundren.

Mit dem Tot der Mutter beginnt die Odyssee eines Sargs, der auf ein Maultiergespann geladen mit der gesamten Familie nach Jefferson nur Beerdigung aufbricht und von einem Hindernis zum nächsten stolpert bis schließlich die vier Tage alte Leich der Addie Bundren zu stinken beginnt und Cashs gebrochenes Bein unter dem Zement, in den es notdürftig gepackt wurde, zu verkohlen droht.

Der Roman ist ein Streifzug durch die unterschiedlichen Wahrnehmungen vieler verschiedener Protagonisten; Die Wahrnehmung Addies Kinder, ihres Ehemanns, der Nachbarn und Freunde, aber auch fremden, weniger wohlwollender Menschen, die ihnen auf dem Weg nach Jefferson begegnen sollen; Doch am eindringlichsten ist das Kapitel, in dem Addie selbst das Wort ergreift, uns Lesern den Wandel ihres Lebens von der Lehrerin zur Farmersfrau, Ehefrau und Mutter beschreibt und uns gleichermaßen auch ihre Kraft und Entscheidungsmacht zu erkennen gibt. Schließlich hat sie ihre Familie mit dem Trauerzug nach Jefferson bis über ihren Tod hinaus unter Kontrolle.

Die Handlung ist klar, wenn es auch ein paar Kapitel braucht, um die Beziehung zur Sterbenden richtig zuzuordnen. Zwischenmenschliche Beziehungen und deren Entwicklung, Beweggründe oder auch unausgesprochene Geheimnisse, Schmerz, Wut und Verzweiflung ergründen sich nach und nach aber auch zwischen den Zeilen, aus einem Puzzle, das sich in einzelnen Kapiteln zu einem ganzen Bild fügt.

Nüchtern betrachtet haftet dem Roman eine sehr sarkastische Note an und oftmals kann ich mir ein ungläubiges Schmunzeln nicht verkneifen, ist die Situation auch noch so grotesk (dafür will ich mich bei Addie Bundren und den ihren entschuldigen). Und das Ende á la "das Leben geht weiter" bestätigt mein verkniffenes Schmunzeln.
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am 26. Dezember 2014
Die Geschichte der Bundrens, die sich auf den Weg machen, um ihre verstorbene Mutter und Ehefrau zu begraben, ist an Bizarrheit und Komik kaum zu überbieten. Jede der Figuren, die im Roman unregelmäßig zu Wort kommen, besitzt eine Seele und in ihr einen tiefen Abgrund, der während der neuntägigen Reise an den Geburtsort Addie Bundrens zum Vorschein kommt. Das Oberhaupt Anse besticht durch eine an Körperverletzung grenzende Sturheit, die Söhne Cash, Darl, Jewel, Vardaman und die einzige Tochter Dewey Dell sind zwar alle durch Blut verbunden, wirken in diesem Verbund aber sämtlich wie Fremdkörper. Keiner ist in der Lage, die richtigen, bzw. vernünftigen Entscheidungen bezüglich der Reise und des Begräbnisses zu treffen. Jeder sieht sich im Recht und glaubt, mit seiner Handlungsweise dem großen Ganzen Genüge zu tun. Dabei fällt ihnen nicht auf, wie grotesk, wie tragisch und wie komisch zugleich sie wirken müssen. Wie ihre einzelnen Namen sind die Bundrens zusammen eine Schar Sonderlinge, die nur gemeinsam funktionieren und am Rand der Gesellschaft leben können. Flankiert wird der Familienbund von Zeugen der Reise, deren Schilderungen ob ihrer Erlebnisse mit den Bundrens die Handlung des Romans vorantreiben.
Der Zugang zum Text ist nicht einfach, aber wenn man sich einmal zurechtgefunden hat, bietet "Als ich im Sterben lag" einen wahren Lektüregenuss. Es war mein erstes Buch von Faulkner und ich bin mir sicher, dass es nicht mein letztes gewesen sein wird.
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TOP 500 REZENSENTam 27. März 2014
William Faulkner gilt als der bedeutendste amerikanische Romancier des 20. Jahrhunderts. Und die Konkurrenz ist nicht gerade klein, selbst wenn man die Autoren der letzten Jahrzehnte außen vor lässt. Und "Als ich im Sterben lag“ wiederum gilt als einer der oder gar der bedeutendste Roman dieses Autors. Es ist also ein ganz besonderes Stück Literatur, das man hier vom Nobelpreisträger des Jahres 1950 in Händen hält.

Die Farmersgattin Annie liegt in ihren letzten Stunden und ihre Familie ist um sie versammelt auf dem eigenen Hof. Ihr Gatte Anse und die fünf Kinder Cash, Jewel, Darl, Dewey Dell (das einzige Mädchen) und Vardaman. Es ist ein einfaches, dem täglichen Kampf nach dem Nötigsten gewidmetes Leben. Nicht einmal Geld genug ist da, um dem Vater die viele Jahre zuvor verlorenen Zähne zu ersetzen. Geschweige denn für irgendetwas, das die Bezeichnung Luxus auch nur im Entferntesten verdient. Annie hat sich gewünscht, dass sie in Jefferson begraben wird, die Kleinstadt, aus der sie stammt. Aber der Weg dahin ist lang und beschwerlich für ihre Familie, nachdem sie gestorben ist. In einem von Cash gezimmerten Sarg und mit einem Mauleselgespann zieht der Trupp los und gerät an einem durch ein Unwetter überfluteten Fluss in Lebensgefahr.

Erzählt wird aus diversen Perspektiven der Familienmitglieder und anderer Personen, in vielen kleinen und kleinsten Kapiteln. Sehr unterschiedlich ist die Sprache nicht, Faulkner drückt seinen eigenen, starken, beeindruckenden Stempel auf, die verschiedenen Charaktere bilden sich aber im Laufe des Textes deutlich heraus. Man fühlt sich hineingezogen in diese Südstaatenatmosphäre, die von Kargheit und einer gewissen Langsamkeit geprägt ist. Und man bekommt eine Vorstellung davon, wie das Leben damals aussah und wie elementar es sich von unserem Leben unterscheidet, wie nichtig manches ist, dessen wir uns widmen.

"Wie ein Stück verfaulter Käse in einem Ameisenhaufen“, so riecht es angeblich aus dem Sarg, in dem die vor Tagen gestorbene Annie liegt. Der Roman ist alles andere als ein Stück verfaulter Käse, sondern hohe und hochklassige amerikanische Literatur des frühen 20. Jahrhunderts, geschrieben von einem damals gerade einmal 30jährigen Mann, der ohne Zögern als Genie bezeichnet werden darf.
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am 10. März 2016
Darf man ein Buch welches von der FAZ in den Himmel gelobt wird und von einem Autor ist der einen Pulitzerpreis bekommen hat nur einen Stern geben? Ja ich finde schon. Das Buch ist echt zäh geschrieben. Es eignet sich wunderbar für einen Deutschleistungskurs. Aber es ist sperrig zu lesen und tja innovatives multiperspektivisches Schreiben hin oder her. Die ersten 100 Seiten sind heftig. Dann wird es ein bißchen besser. Also alle ambitionierten Abiturienten mit Deutsch LK sei es empfohlen.
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