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10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein philosophisches Hör-Buch, das neben allem Hörgenuss doch sehr nachdenklich macht, 13. Mai 2009
Dieses sehr philosophische Buch des Franzosen Eric-Emmanuel Schmitt ist in Frankreich schon im Jahr 2002 veröffentlicht worden, also einige Zeit, bevor dieser Autor in Deutschland einen regelrechten Kultstatus erlangte. Es geht in diesem leicht und schnell zu lesenden Roman um die alte Frage, was es überhaupt ausmacht, ein Mensch zu sein, was das Menschsein konstituiert. Insbesondere geht es um die in einer Mediengesellschaft wie der unseren- höchst aktuelle Frage, ob ein Mensch, der, aus welchem Grund auch immer, im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht, noch sich selbst gehört und irgendwelche unveräußerlichen Persönlichkeitsrechte und eine Intimsphäre besitzt.
Es geht weiters um die Vergänglichkeit des schnellen Ruhmes, bzw. eines Ruhmes, wie er für die heutige schnelllebige superstartopmodel etc."- Zeit typisch geworden ist, ein Ruhm, der sich einzig und allein darin gründet, dass er von Anfang bis zum in der Regel sehr schnellen Ende inszeniert worden ist, und nicht aus seinem wirklichen Kunstcharakter lebt.
Schmitt erzählt die Geschichte eines jungen Mannes namens Tazio Firelli. Er ist der ziemlich vom Leben frustrierte Ich-Erzähler des Romans. Er ist der Bruder eines sehr erfolgreichen und für seine Schönheit berühmt gewordenen Zwillingspaars. Schon lange spielt er, der sich abgrundhässlich und nicht lebens- und erst recht nicht liebenswert hält, mit dem Gedanken an einen Freitod.
Als er eines Tages zum vierten Mal auf einem Felsen über dem Abgrund des Meeres steht und sich in die Tiefe stürzen will, spricht ihn ein Mann an. Es ist der reiche und von der Kunstwelt hochgepuschte Künstler Zeus-Peter Lama. Der bittet Tazio um 24 Stunden Aufschub, er habe ihm ein Angebot zu machen, das sein Leben verändern und das er mit Sicherheit nicht ausschlagen werden, obwohl er natürlich dazu jedes Recht habe.
Tazio lässt sich darauf ein. Es ist ein faustischer Bund, den er da eingegangen ist. Tazio schreibt Abschiedsbriefe an seine Eltern und wirkt mit bei seinem inszenierten Selbstmord. Viel später erst wird der in Adam 2 verwandelte Tazio sich fragen, wo denn Zeus-Peter Lama die Leiche hergenommen hat, die Tazios Eltern als ihren Sohn identifizierten.
Tazio Firelli ist aus dieser Welt verschwunden.
Mit Hilfe eines Rechtsmediziners namens Dr. Fichet verwandelt Lama Tazio in ein Kunstwerk. Tazio muss als Kunstwerk überall nach dem Willen seines Besitzers zur Ausstellung bereit stehen und jeglicher eigene Wille wird ihm abgesprochen. Doch er hat ihn noch, denn Dr. Fichet hat sich heimlich den Anordnungen Lamas widersetzt und keine Lobotomie durchgeführt und Tazio die Sprache gelassen, auch wenn dieser während der Ausstellungszeiten natürlich zu schweigen hat.
Obwohl er Lama von Anfang an seinen "Wohltäter" nennt, regt sich in Adam 2 alias Tazio immer mehr Widerstand gegen seine neue Existenz, erst recht, als bei einem seiner Spaziergänge am Meer einem blinden Maler und dessen Tochter begegnet. Lama wird diese Widerspenstigkeit irgendwann zuviel und er verkauft Adam 2, doch nicht, bevor er zuvor durch eine vorgespielte Entführung dessen Marktwert hochgetrieben hat. Der Staat tritt als Käufer auf und als es schlussendlich zu einem Prozess kommt, wird von dessen Seite Tazio jedes Menschenrecht abgesprochen. Doch der Prozess findet einen überraschenden
Ausgang ...
Ein philosophisches Buch, das neben allem Lesegenuss doch sehr nachdenklich macht, wenn man bereit ist, die naheliegenden Parallelen zu ziehen. Auf immer zahlreicher werdenden Programmen kann man fast täglich in mehr oder minder radikaler Form solche menschlichen Kunstwerke" sehen. Sie alle haben, so wie Tazio, sich sogar vertraglich abgesichert, mit jenen "Teufeln" eingelassen und ihnen ihre Seele verkauft. Wo all diese Menschen nach ihrem schnellen und kurzen Ruhm landen, interessiert keinen.
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein literarisches Kunstwerk, 30. Juni 2009
Tazio Firelli ist ein Niemand - zumindest fühlt er sich so! Er wächst im Schatten seiner bildschönen und allseits beliebten Brüder auf und ihn plagen ständige Selbstzweifel und stark ausgeprägter Pessimismus. Scheinbar ist er zu durchschnittlich, als dass ihn jemand wahrnehmen würde. Deshalb beschließt Tazio, dass ein solches Leben keinen Sinn hat, und mit einem Sprung in die Tiefe will er dieser ausweglosen Situation entfliehen. Gerade noch "rechtzeitig" taucht Zeus-Peter Lama auf und hält Tazio von seinem Selbstmordversuch ab. Mit einem Versprechen, das scheinbar alle Sehnsüchte Tazios wahr werden lassen wird, gelingt es Lama, ihn zu überzeugen. Er hofft endlich aus seiner Schattenexistenz heraustreten zu können - aber welche Opfer wird das erfordern? Lama ist ein Künstler und er will eine einmalige Kreation schaffen - etwas das die Welt noch nicht gesehen hat. Fortan fungiert Tazio als lebendes Versuchsobjekt.
Eric-Emmanuel Schmitt zeigt in "Als ich ein Kunstwerk war" ganz deutlich, wie extrem der Wunsch nach Ruhm und übertriebener Anerkennung vieler Menschen ist. Er erzählt eine außergewöhnliche Geschichte, die Kritik an der Kunstbranche, den Medien und der Gesellschaft leistet. Wenn man erstmal in dieser Spirale aus äußerer Kontrolle gefangen ist, kommt man nicht mehr leicht heraus. Auch Tazio bekommt das am eigenen Körper - im wahrsten Sinne des Wortes - zu spüren!
Was ist Kunst? Was macht die Gesellschaft mit uns? Wie beeinflussen uns die Medien? Das sind drei ganz zentrale Fragen in diesem Buch und logischerweise sind die Antworten nicht unbedingt positiv. Dennoch gibt es natürlich immer Hoffnung auszubrechen, wenn man nur Mut und das nötige Selbstbewusstsein aufbringt.
Ruhm und Glorie, Anerkennung und Erfolg, Extravaganz und Macht sind nur einige Wörter, die man unvermeidlich mit "Als ich ein Kunstwerk war" in Verbindung bringt. Doch auch Angst und Unsicherheit, Machtlosigkeit und Gefahr, Trauer und Alleinsein gehören dazu. Es verknüpft die verschiedensten Emotionen, legt sie dem Leser offen dar und lässt ihn erkennen, was Sache ist.
Der Autor nimmt sich der Sensationsgier der Menschen auf der einen und der Gier nach Anerkennung auf der anderen Seite an. Dieses Thema reizt er gekonnt und bis zum letzten aus, stellt immer krassere Widersprüche dar und bringt den Leser zum Nachdenken. Das Buch lässt einen nicht mehr los! Es richtet seinen Blick nur ein kleines Stück weit in die eine mögliche Zukunft und man weiß sofort: So darf es nicht sein! Die Unmenschlichkeit und Herabwürdigung in dieser Geschichte treiben dem Leser Schauer über den Rücken. Wie kann man einem selbstbestimmten Leben ein solches in vollkommener Abhängigkeit und ohne jegliche Eigenbestimmung vorziehen? Zudem erfährt Tazio nach der Umwandlung eine rein äußerliche Anerkennung. Was hat man davon? Anerkennung für etwas, wozu man rein gar nichts beigetragen hat? Und wo bleiben dabei die inneren Werte, die einen jeden ausmachen? Wie kann man so blind sein, das nicht zu bemerken? Doch trotzdem ist diese Situation heute Alltag. Schließlich verkaufen sich so viele Menschen auf diese Art und Weise.
Mit diesem brandaktuellen und äußerst kritischen Roman hat Eric-Emmanuel Schmitt ein kleines Meisterwerk geschaffen. Man kann es tatsächlich als eine Art Faust in moderner Verpackung beschreiben. "Als ich ein Kunstwerk war" ist ein Appell an die Menschlichkeit, den Glauben an sich selbst, die eigenen Fähigkeiten und Besonderheiten.
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13 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Über den faustischen Bund der "superstartopmodel" Kunstwerke unserer Medienwelt, 28. April 2009
Dieses sehr philosophische Buch des Franzosen Eric-Emmanuel Schmitt ist in Frankreich schon im Jahr 2002 veröffentlicht worden, also einige Zeit, bevor dieser Autor in Deutschland einen regelrechten Kultstatus erlangte. Es geht in diesem leicht und schnell zu lesenden Roman um die alte Frage, was es überhaupt ausmacht, ein Mensch zu sein, was das Menschsein konstituiert. Insbesondere geht es um die in einer Mediengesellschaft wie der unseren- höchst aktuelle Frage, ob ein Mensch, der, aus welchem Grund auch immer, im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht, noch sich selbst gehört und irgendwelche unveräußerlichen Persönlichkeitsrechte und eine Intimsphäre besitzt.
Es geht weiters um die Vergänglichkeit des schnellen Ruhmes, bzw. eines Ruhmes, wie er für die heutige schnelllebige "superstartopmodel etc."- Zeit typisch geworden ist, ein Ruhm, der sich einzig und allein darin gründet, dass er von Anfang bis zum in der Regel sehr schnellen Ende inszeniert worden ist, und nicht aus seinem wirklichen Kunstcharakter lebt.
Schmitt erzählt die Geschichte eines jungen Mannes namens Tazio Firelli. Er ist der ziemlich vom Leben frustrierte Ich-Erzähler des Romans. Er ist der Bruder eines sehr erfolgreichen und für seine Schönheit berühmt gewordenen Zwillingspaars. Schon lange spielt er, der sich abgrundhässlich und nicht lebens- und erst recht nicht liebenswert hält, mit dem Gedanken an einen Freitod.
Als er eines Tages zum vierten Mal auf einem Felsen über dem Abgrund des Meeres steht und sich in die Tiefe stürzen will, spricht ihn ein Mann an. Es ist der reiche und von der Kunstwelt hochgepuschte Künstler Zeus-Peter Lama. Der bittet Tazio um 24 Stunden Aufschub, er habe ihm ein Angebot zu machen, das sein Leben verändern und das er mit Sicherheit nicht ausschlagen werden, obwohl er natürlich dazu jedes Recht habe.
Tazio lässt sich darauf ein. Es ist ein faustischer Bund, den er da eingegangen ist. Tazio schreibt Abschiedsbriefe an seine Eltern und wirkt mit bei seinem inszenierten Selbstmord. Viel später erst wird der in Adam 2 verwandelte Tazio sich fragen, wo denn Zeus-Peter Lama die Leiche hergenommen hat, die Tazios Eltern als ihren Sohn identifizierten.
Tazio Firelli ist aus dieser Welt verschwunden.
Mit Hilfe eines Rechtsmediziners namens Dr. Fichet verwandelt Lama Tazio in ein Kunstwerk. Tazio muss als Kunstwerk überall nach dem Willen seines Besitzers zur Ausstellung bereit stehen und jeglicher eigene Wille wird ihm abgesprochen. Doch er hat ihn noch, denn Dr. Fichet hat sich heimlich den Anordnungen Lamas widersetzt und keine Lobotomie durchgeführt und Tazio die Sprache gelassen, auch wenn dieser während der Ausstellungszeiten natürlich zu schweigen hat.
Obwohl er Lama von Anfang an seinen "Wohltäter" nennt, regt sich in Adam 2 alias Tazio immer mehr Widerstand gegen seine neue Existenz, erst recht, als bei einem seiner Spaziergänge am Meer einem blinden Maler und dessen Tochter begegnet. Lama wird diese Widerspenstigkeit irgendwann zuviel und er verkauft Adam 2, doch nicht, bevor er zuvor durch eine vorgespielte Entführung dessen Marktwert hochgetrieben hat. Der Staat tritt als Käufer auf und als es schlussendlich zu einem Prozess kommt, wird von dessen Seite Tazio jedes Menschenrecht abgesprochen. Doch der Prozess findet einen überraschenden
Ausgang ...
Ein philosophisches Buch, das neben allem Lesegenuss doch sehr nachdenklich macht, wenn man bereit ist, die naheliegenden Parallelen zu ziehen. Auf immer zahlreicher werdenden Programmen kann man fast täglich in mehr oder minder radikaler Form solche menschlichen "Kunstwerke" sehen. Sie alle haben, so wie Tazio, sich sogar vertraglich abgesichert, mit jenen Teufeln" eingelassen und ihnen ihre Seele verkauft. Wo all diese Menschen nach ihrem schnellen und kurzen Ruhm landen, interessiert keinen.
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