Skeptisch ging ich an dieses Buch heran. Nicht weil ich nicht an die Reinkarnation glauben würde - ich glaube an Reinkarnation.
Nein, skeptisch weil ich nicht glaube, dass man Beweise für die Reinkarnation finden kann, die wirklich jeden vernünftigen Zweifel ausräumen.
Und diese Skepsis hat sich hier bestätigt.
Zwar erzählt der Autor hier eine äußerst interessante und beeindruckende Geschichte, aber Beweise für die Reinkarnation bleibt er schuldig. Ich bitte, mich hier nicht mißzuverstehen - ich glaube dem Autoren. Jedes Wort das er schreibt glaube ich ihm.
Er hat auch eindrucksvoll bewiesen, dass Carroll Beckwith gelebt hat, und dass die Informationen die er, also Robert Snow, in seiner Hypnose-Regressions-Sitzung über Beckwith erhalten hat zutreffen. Mehr konnte er aber nicht beweisen.
Es wäre also etwa denkbar, dass er die Informationen über das kollektive Unterbewußtsein der Menschheit, oder über die Akasha Chronik oder sonstwoher bezogen hat, ohne selbst dieses Leben gelebt zu haben. Wie gesagt, ich glaube Robert Snow, und glaube auch, dass die Erklärung, dass er Beckwith war die vernünftigste und einleuchtenste ist. Nur von Beweisen kann man hier nicht reden, weil es eben doch auch noch genug andere mögliche Erklärungen gibt. Daher ein Stern Abzug für die unrichtige Behauptung.
Sonst ist das Buch erstklassig. Sehr glaubhaft und auch stilistisch sehr gut. Die Übersetzung aus dem englischen ist ebenfalls gut gelungen, wie man das ja vom Heyne Verlag gewohnt ist.
Wer an weiteren seriösen Büchern über Reinkarnation interessiert ist, sollte unbedingt "Die Reisen der Seele" und "Die Abenteuer der Seelen" (beide von Michael Newton) lesen. Hier würde ich, für der englischen Sprache mächtige Leser, die englischen Ausgaben empfehlen, da leider die deutsche Übersetzung unter aller Kritik ist. Die Bücher selbst sind aber vom feinsten. Newton beleuchtet nämlich weniger die vergangenen Leben also solche, sondern mehr den Zeitraum zwischen den einzelnen Inkarnationen. Damit begibt er sich auf sonst noch eher unbeachtetes Neuland.
Im Vergleich dazu wirkt Robert Snows Buch geradezu unspektakulär und banal.