"Als die Zombies die Welt auffraßen" überrascht selbst Genrekenner und -fans durch neue, frische Ideen, die zwar teilweise ziemlich am guten Geschmack vorbeischrammen, die aber gerade dadurch sehr gute Unterhaltung bieten. Ein vergleichbares Szenario, allerdings weniger drastisch, bietet der 2006 erschienene Film Fido", in dem Zombies ebenfalls, wenn auch unfreiwillig, Teil der Gesellschaft sind. Autor Jerry Frissen und Zeichner Guy Davis sind mit ihrem Comic dieser Idee allerdings zwei Jahre voraus, The Zombies that ate the World" erschien bereits 2004.
Der Comicband aus dem Cross Cult-Verlag umfasst 160 Seiten und erzählt verschiedene kurzweilige Episoden, die zunächst lose aneinandergereiht scheinen, die sich aber gegen Ende zu einem Ganzen zusammenfügen. Die Story ist dabei großartig grotesk und unterhaltsam. Viele skurrile und böse-humorvolle Szenen - Gewalt und Gossensprache, Gemetzel und Verschwörungen, seltsame Liebschaften und natürlich massenhaft Zombies - reihen sich hier aneinander und entlocken dem Leser immer wieder ein Schmunzeln. Viele Ideen sind einfach grandios - so warten in dieser Zukunft die Christen weltweit sehnsüchtig darauf, dass auch Jesus Christus sich endlich von den Toten erhebt. Dies geschieht auch tatsächlich, nimmt aber ein völlig anders Ende als erhofft. Auch US-Präsident George W. Bush wird aufs Korn genommen und darf sich als Untoter einige Beleidigungen anhören.
Der DIN A4-Hardcoverband ist durchgängig vierfarbig illustriert. Die Zeichnungen werden wahrscheinlich nicht jeden ansprechen, herrschen hier doch eher deprimierende Töne wie braun, beige, grau und schwarz vor. Das reißt zwar nicht extrem mit - vor allem bei den blutigen Szenen - und wirkt stets leicht leidenschaftslos-schmutzig, passt aber ausgezeichnet zu der düsteren Welt, die Guy Davis und Jerry Frissen hier beschreiben. Typisch amerikanische Hochglanz-Optik wäre hier fehl am Platze gewesen, und so wirken die Bilder eher, als würden sie aus dem europäischen Raum stammen.
Fazit: Für Fans schräger Horror-Stories und für Fans von George A. Romero sowieso. Grotesk, albern, kreativ und geschmacklos - "Als die Zombies die Welt auffraßen" ist eine gelungene Genre-Persiflage, die mit neuen Ideen aufwarten kann. Allerdings nichts für Freunde des guten Geschmacks.