Als die Tiere ums Überleben kämpften
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1. Teil: Der Orkan
2. Teil: Kampf um den Park
Zu meiner Erleichterung kann ich sagen, dass das Gesamturteil für dieses Buch wieder besser ausfällt als für den Vorgänger "Wie die Tiere das Fürchten lernten". Die dritte Staffel der Serie orientiert sich stark an diesem Band. Wer die Serie vor diesem Buch kennen gelernt hat, der wird vor allem über die Härte des zweiten Teils ziemlich erstaunt sein.
Der erste Teil befasst sich einmal mehr mit dem alltäglichen Leben der Tiere aus dem Farthing-Wald, die mittlerweile ein fester Bestandteil des Hirschparks und teilweise schon ziemlich alt geworden sind. Sie werden von den einheimischen Tieren und vor allem von den Hirschen sehr geschätzt. Die große Katze, die das Naturschutzgebiet im letzten Band unsicher gemacht hat, ist verschwunden, und alle hoffen auf ein friedliches Leben. Doch der Schock sitzt tief, als plötzlich der große weiße Hirsch verstirbt. Sein Nachfolger will seinem Rudel alle möglichen Privilegien verschaffen und unterdrückt in der Folge alle anderen Tiere. Dann bricht ein schwerer Sturm aus, von dem noch nicht abzusehen ist, was er bewirken wird...
Der erste Teil des zweiten Bandes ist einmal mehr sehr einfach geschrieben. Allerdings überrascht Colin Dann die Leser hier auf mehreren Ebenen. Endlich wagt er sich einmal in neue, tiefere Handlungsstränge hinein, von denen auch mal die anderen Tiere betroffen sind. So stehen hier nicht unbedingt die Füchse im Mittelpunkt, sondern vielmehr der Dachs oder der Waldkauz, der speziell in diesem Teil einige Veränderungen machen wird, die der Leser diesem narzisstischen und wichtigtuerischen Eulerich gar nicht mehr zugetraut hätte. Es ist schön, dass Colin Dann den ersten Teil vor allem dazu benutzt, um manchen Charakteren eine zusätzliche Tiefe zu geben. Selbst Dreier, der neue Anführer des Hirschrudels, lässt einige positive Charakterzüge erkennen. Sein Ebenbild aus der Serie, Rek, wurde da ganz anders dargestellt.
Im zweiten Teil des Buches kommen dann jedoch wieder die altbekannten Probleme zum Vorschein. Das gemütliche Leben ist - wieder einmal - vorbei, als ein zweiter Park eingerichtet wird, in dem einige Tiere hinein verschleppt werden, und Ratten auf dem Vormarsch sind. Natürlich kommen sie nicht in friedlicher Absicht, sondern vielmehr, um den Hirschpark einzunehmen. Die Tiere müssen einmal mehr um ihren Lebensraum kämpfen und dabei stets ihr Leben riskieren. Doch noch bevor die Tiere einen geeigneten Plan schmieden können, hat der Übergriff der Ratten bereits einige Opfer gefordert, unter denen sich auch Tiere befinden, die zu der Gruppe der Farthing-Wald-Tiere gehören...
Hier verfällt Colin Dann wieder in das altbekannte Schema, dass bereits in den Vorgängern Verwendung fand. Die Tiere müssen einmal mehr um ihren Lebensraum kämpfen und dabei einige Verluste hinnehmen.
Wer die Serie kennt, wird hier herzlich wenig wiedererkennen. Bullig, der in der Serie auf den Namen "Bulli" hört und darüber hinaus ziemlich tollpatschig wirkt, ist im Buch ein kalter und mordlustiger Anführer, der eher an den narbigen Fuchs aus dem zweiten Band erinnert. Dieser Umstand ist in meinen Augen positiv, da der Leser dadurch sowohl den Charakter als auch seine Absichten ernst nehmen kann.
Auch die Geschichte rund um den zweiten Park wird hier ausführlicher und damit auch viel realistischer und bedrohlicher erzählt. Die Tiere geraten in Panik und stellen alle möglichen Mutmaßungen auf, was die Menschen mit ihren Methoden bezwecken.
Der einzige Kritikpunkt ist das Verhalten der Tiere aus dem Farthing-Wald sowie das ihrer Nachkommen und Freunde. Es wird relativ schnell beschlossen, die Ratten aus dem Park zu vertreiben. Pläne, wie man gemeinsam mit den Ratten in Frieden leben könnte, werden gar nicht erst geschmiedet, der Fokus liegt auf der Ausrottung der Eindringlinge. Dabei wird stets darauf hingewiesen, dass Ratten Krankheiten übertragen, was gleichzeitig auch als Grund für jede Tötung dient. Dieser Umstand wurde in meinen Augen nicht sehr gut gelöst. Vor allem mit Blick auf den Band "Wo die Tiere zu Hause waren" bekommt dieser Kampf einen faden Beigeschmack.