Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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88 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Was für eine Story!, 14. Juni 2007
Zugegeben, Brad McGann nimmt einen gewaltigen Anlauf, ehe die Geschichte in Fahrt kommt. Wer mit tiefsinnigen, warmen und melancholischen Bildern nicht viel anfangen kann, der wird die erste halbe Stunde des Films vermutlich nicht "überleben". Aber was dann passiert, wie sich Handlungsstränge, auf die wir vom Regisseur mit äußerster Präzision hingewiesen werden, zu einer Story verdichten, die vor Sinn und Verstand und vor allem jeder Menge Überraschungen fast schon platzt, das ist phänomenal. "Als das Meer verschwand" ist ein genialer Autorenfilm, der die Romanvorlage mit dem viel passenderen Titel "My fathers den" so kontrastreich und unterhaltsam auf Zelluloid bannt, dass man am Ende des Films sogar noch den Abspann genießt.
Der Kriegsfotograf Paul kommt nach 16 Jahren in der Fremde in sein Heimatdorf zurück. Er will zur Beerdigung seines Vaters. Im Ort scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Paul trifft die Familie seines Bruders, die ihm gegenüber sehr verschlossen reagiert. Er bezieht die ehemalige Wohnung seines Vaters und trifft dort in einer Hütte, die sein Vater mit Büchern und Alben vollgestellt hat, die 16jährige Celia. Zwischen den beiden entsteht nach und nach eine innige Beziehung, wie zwischen Vater und Tochter. Als Celia eines Tages verschwindet, richtet sich der Verdacht der kleinbürgerlichen Bevölkerung sofort gegen Paul. Der macht sich auf die Suche und landet prompt in der eigenen Vergangenheit. Im Geheimnis seiner Familie liegt der Schlüssel zu Celias Verschwinden. Paul ist wild entschlossen, dieses Geheimnis zu lüften. Als er die Schatten der Vergangenheit zerreisst, erwartet ihn ein unvorstellbarer Abgrund...
"Als das Meer verschwand" ist melancholisch, dramatisch und schonungslos offen erzählt. Die Story schlägt Haken und Purzelbäume, denen der Zuschauer jedoch problemlos folgen kann. Die Rückblenden sind exquisit gesetzt und sorgen nicht für Verwirrung sondern für Klarheit und Verständnis. Zum Schluss fügen sich Hunderte von Puzzleteilen zu einem perfekten Bild. Das Ganze wird untermalt von einem Soundtrack, dessen Herzstück Pattis Smiths magischer Gesang ist. Ein hundertprozentiger Treffer!
Matthew McFayden und Emily Barclay spielen das ungleiche Paar mit Hingebung und Liebe. Jede Geste, jedes Wort, jede noch so kleine Andeutung erscheint glaubwürdig.
Lassen sie sich also von der ersten halben Stunde nicht abschrecken. Manchmal braucht man einen langen Anlauf für einen gewaltigen Sprung. Und der ist Brad McGann mit "Als das Meer verschwand" gelungen. Nicht umsonst hat der Film etliche Preise eingeheimst. Ich werde mir in jedem Fall auch noch die Romanvorlage zulegen; denn dieser Film ist wirklich etwas Besonderes.
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Von Lebenslügen, vom Schweigen und von Geheimnissen..., 23. November 2008
Der erfahrene, bekannte Kriegsfotograf und Mittdreissiger Paul (Matthew MacFadyen) kehrt nach dem Tod seines Vaters in sein Heimatdorf in Neuseeland zurück. Dort wird er vom älteren Bruder (Colin Moy), dessen Frau (Miranda Otto) und auch von seiner damaligen Geliebten Jackie (Jodie Rimmer) eher mit gemischten Gefühlen empfangen. Lediglich Jackies 16jährige Tochter Celia (Emily Barclay) sucht die Nähe zum Heimkehrer, der für sie Freiheit, Wagemut und Individualität verkörpert.
Auch für Paul wird diese aussergewöhnliche Beziehung immer wichtiger, gemeinsam treffen sich beide immer öfters. Eines Tages verschwindet Celia spurlos, für die Kleinstädter steht bald Paul als Sündenbock fest.
Die Polizei geht bald von einem Verbrechen aus. Es beginnt eine Spurensuche, für Paul selbst wird es auch eine Reise ins Ich, in ein vergangenes Geflecht alter Familiengeheimnisse, Lebenslügen und unverarbeiteten traumatischen Erlebnissen.
Mit viel poetischem Flair erzählt Regisseur Brad MacGann seine Geschichte, die am Anfang sehr verdeckt ist und sich im Lauf der Geschehnisse immer mehr offenlegt. Dabei variiert der Film zwischen Thriller, Mystery und Familiendrama. Am Ende offenbart sich tatsächlich die grosse griechische Tragödie.
"Als das Meer verschwand" (Originaltitel "In my fathers den") ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Maurice Gee. Es ist ein sehr empfehlenswerter. leider wenig bekannter Film aus dem fernen Neuseeland, der vielleicht in den ersten 25 Minuten eher spröde, behäbig, ja auch ziemlich langsam wirkt, weil er sich viel Zeit nimmt, die Charaktere und die Kleinstadt vorzustellen. Es passiert zuerst nicht viel - nach dieser Anlaufzeit dreht der Film allerdings langsam aber sicher auf und legt seine bewegenden und spannenden Anteile frei.
Der Film gewann 10 New Zealand Screen Awards im Jahr 2005. Regisseur Brad MacGann verstarb leider im Mai 2007 im Alter von 43 Jahren an Darmkrebs.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Als die Lügen verschwanden, 12. Juni 2009
Als Paul Prior zur Beerdigung seines Vaters in seine Heimatstadt zurückkehrt, verschwindet das Meer. Nicht wirklich, denn dieser Titel ist ein Gleichnis wie so vieles in diesem Film.
Paul ging vor 17 Jahren grußlos, aber nicht ohne Grund. Sein plötzliches Erscheinen erweckt die Vergangenheit. Eine von den Beteiligten versteckte Geschichte klärt sich langsam auf und findet ein fürchterliches Ende.
Wenn man diesen Film unvorbereitet ansieht, dann beginnt er zunächst interessant, bekommt dann aber seine Längen. Erst die letzte halbe Stunde fesselt wirklich, weil die Handlung unerwartet an Tempo und Zuspitzung gewinnt. Am Ende ist man beeindruckt und emotional berührt.
Denkt man jedoch einige Zeit später noch einmal etwas kühler über das Gesehene nach, dann sieht man die wie Buch und Regie aus einer unlogischen und eigentlich banalen Geschichte ein schreckliches Drama konstruieren: Der Vater stirbt. Es existiert ein Testament, das der merkwürdig uninteressierte Journalist Paul aber nicht liest. Sein Bruder verschweigt ihm ebenso geheimnisvoll die Wahrheit. Und weil Paul das Offensichtliche nicht tut, muss er eben etwas unoffensichtlich im Nebel stochern um die Wahrheit zu finden.
Der etwas verworrene Findungsprozess mit seinem überraschenden und traurigen Ende ist Inhalt des Filmes. Sein Ende verblüfft nur deshalb, weil wir vorher geschickt in die Irre geleitet werden.
Fazit.
Ein nicht schlecht gemachter Film, der mit unseren Empfindungen spielt und uns manipuliert. Hält man die etwas in die Länge gezogene Mitte durch, dann entwickelt sich gegen Ende ein spannender, wenn auch recht künstlicher Verlauf.
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