Kurzbeschreibung
Die Aufzeichnungen von Elisabeth Freund (1898-1982) über ihre Zeit als Zwangsarbeiterin in einer Großwäscherei und in einem Metallbetrieb in Berlin von April bis Oktober 1941 sind eine außergewöhnliche Quelle zur Sozial- und Frauengeschichte der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Die Autorin verfaßte diese 38 kurzen Sequenzen unmittelbar nach der in allerletzter Minute geglückten Ausreise nach Havanna.
Der Text schildert Alltagszenen, insbesondere an industriellen Arbeitsplätzen. Gezeigt werden konkrete Formen von Ausgrenzungen und Kränkungen durch nichtjüdische Deutsche, ganz seltene Ermutigungen von dieser Seite und das Gegenhalten der Stigmatisierten.
In der Einleitung werden die persönlichen Lebensumstände Elisabeth Freunds beschrieben und die Zeitverhältnisse dargelegt. Die Herausgeberin gibt einen Überblick über die Forschungsliteratur zum Nationalsozialismus, zur Situation der Juden, ihrer Zwangsarbeit, zur Judenvernichtung sowie zu ihrer erzwungenen Emigration.
Über den Autor
Carola Sachse, Historikerin, ist Leiterin des Forschungsprogramms der Max-Planck-Gesellschaft zur "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus" und Privatdozentin am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der Technischen Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Sozial-und Unternehmensgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, der historischen Geschlechterforschung und der Wissenschaftsgeschichte.