1994 wird der Name „Renft" beim Deutschen Patentamt patentiert. „Und dann begann eine neue Zeitrechnung, an deren Ende zwei Renft-Gruppen stehen. Einmal ist keinmal, sagt man. Zweimal ist noch weniger.", schreibt Klaus Renft dazu in der Autobiographie „Zwischen Liebe und Zorn (Schwarzkopf & Schwarzkopf. Nun bin ich erst recht ratlos, was soll mir eine Platte einer Klaus Renft Combo, die mir zunächst die Tür in die Vergangenheit nochmals auftut. Ich lese die Besetzungsliste: Klaus Renft, Christian Kunert, Peter Kschentz, Heinz Prüfer, Marcus Schloussen und Detlef Kriese, produziert von Klaus Renft und Christian Kunert, Texte u.a. Gerulf Pannach. Der Kreis schließt sich, also doch der Beste Teil von Renft? Pannach ist tot, ich lese: „Fast 25 Jahre dauerte es, bis die bereits für '75 angedachte LP realisiert werden konnte: Klaus Renft „singt" erstmalig eigene Songs und nicht zuletzt ist sie das Vermächtnis von Gerulf Pannach." „Als ob nichts gewesen wär" öffnet mit einem eher schauerlichen Gesang von Kunert, der auch Text und Musik geschrieben hat. „Es war da eine Zeit", gegrunzt in tiefsten Sächsisch von Klaus Renft himself, gibt dem Rückblick freien Lauf, man meint Renft habe den Text selbst geschrieben, die Sicht stammt aber von keinem Geringerem als Kurt Demmler, bemerkenswert der Chorgesang im Hintergrund, der die Schauerlichkeit von track 1 noch um Längen überflügelt. „Madeleine" versöhnt, weil Kuno Kunert sich nun auch mehr gesanglich anstrengt, auch erinnert der Text wieder an die Klaus Renft Combo. Der „Hacker-Rag" ist eine schöne Studie, die adäquvat umgesetzt wurde, die Linkssentimentale Transportarbeiterfreunde lassen grüßen, Text Gerulf Pannach, gleiches gilt für „Wenn du groß wirst inner Kleinstadt". Danach ist Kunert wieder dran und liefert einen der besten Text der Platte, wenngleich hier wohl auch wieder zu viel Melancholie und Sentimentalität im Spiel ist. ... Doch Schluß damit, schließlich sollt ihr ja auch noch zum Selbstentdecken haben. Das Fazit nach hören dieses Album, vielleicht sollte man den alten Männern diese Scheibe einfach verzeihen. Sie wollten's eben halt noch mal wissen. Unvorstellbar bleibt für mich jedoch, daß die alten Renft-Fans sich vor Begeisterung die Haare ausreißen werden, sofern noch vorhanden. Warum also diese Platte, ist sie wirklich - wie auf dem Cover zu lesen - nur der Gunst der Stunde geschuldet und worin besteht diese. Klaus Renft schreibt ebenfalls in seiner Autobiographie als Tagebucheintrag vom November 1993: „Vielleicht ist „Renft" wirklich Vergangenheit, und ich will das nur nicht wahrhaben." Was hat nur diese Meinung so verändert...