Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit ihrer ersten Single Smile, einer unverschämt offenherzigen, mit einem eingängigen Reggae-Groove unterlegten Pop-Hymne, in der sie mit ihrem ehemaligen Freund abrechnet, stürmte sie im Mutterland der Popmusik erwartungsgemäß gleich an die Spitze der Charts. Und auch die restlichen zehn Songs auf ihrem ersten Album enthalten genug textlichen Sprengstoff, um Lily Allen noch für ein paar weitere Monate im Focus der Medien zu halten. Musikalisch setzt die Sängerin, in der viele schon als weibliche Antwort auf Mike Skiner von The Streets sehen, in Stücken wie "Knock 'Em Out" oder dem einer extrem flockigen Melodie garnierten "LND", ihrer bittersüße Beschreibung des Alltags in der englischen Hauptstadt, dabei eher auf bewährtes. Schräge Sounds oder Experimente sucht man auf Alright, Still vergeblich, auch wenn sie durchaus Bands wie The Slits oder Rip Rig And Panic zu ihren Vorbildern zählt, die nun nicht unbedingt dem musikalischen Mainstream ihrer Zeit zuzurechnen waren.. Doch ihre textliche Angriffslust leidet unter den eher konventionellen Beats und Sounds keineswegs. Lily Allen besitzt ein untrügliches Gespür für geniale Melodien und entwaffnende Zeilen, was sie zum Beispiel bei Songs wie "Everything's Just Wonderful" oder dem mit einem wunderbaren Bass-groove ausgestatteten "Friday Night" eindrucksvoll demonstriert. Auch wenn man sich bei Newcomern in der Regel vor Superlativen hüten soll, dieses Debüt klingt mehr als Vielversprechend. --Norbert Schiegl