Ewers Roman wurde vor 90 Jahren !! zum erstenmal veröffentlicht. Zugrunde liegt dem Buch die mittelalterliche Sage vom Galgenmännchen. Ausgangspunkt der Sage: Der wohl beim erhängen eines Mannes eintretende letzte Samenerguß führt im Boden zum entstehen der seltenen Alraunenpflanze, der magische Fähigkeiten zugeschrieben werden. Diese Sage bringt in Ewers Roman zwei Juristen auf die Idee, mit dem Samen eines Mörders eine Hure künstlich zu befruchten. Diese bringt das Mädchen Alraune zur Welt. Die Geschichte beschreibt, wie die ihr nahestehenden Frauen und Männer der gefühlskalten Frau verfallen und alle in ihr Unglück treiben. Die Geschichte wurde damals von der Kirche verboten und entwickelte sich zu einem Bestseller, der in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Der Roman fängt relativ belanglos an und wird erst nach ca. 70 Seiten interessant. Dann kann man ihn allerdings schwer aus den Händen legen. Zwar gibt es keine sympathischen Helden, aber irgendwie rührt die Tragik der Geschichte. Was 1911 ein Skandal war wirkt allerdings heute zahm und ist nicht mit Shockern wie "American Psycho" zu vergleichen. Eine "skandalöse Grundidee" wird seriös erzählt.