Ich kann schon gar nicht mehr zählen, seit wievielen Jahren ich darauf gewartet habe, dass endlich dieser Film auf einer deutschen DVD erscheint. Jetzt ist es endlich soweit und Arthaus war so freundlich, ihn nicht nur innerhalb der Box, sondern auch einzeln zu veröffentlichen.
Leider ist die Freude doch ziemlich getrübt - und das Dank arte. Auf diesem Sender wurde nämlich vor wenigen Tagen der Film ausgestrahlt. Und nicht nur das, man hatte sich sogar die Mühe gemacht, die Passagen, die bislang nur auf französisch vorlagen - ca. 7 Minuten - äusserst sensibel nachzusynchronisieren. Dies bezieht sich nicht nur auf die Stimmen an sich, sondern auch auf die klangliche Atmosphäre. Wenn ich Alphaville nicht schon mehrere Dutzend Male gesehen hätte, wäre es mir vermutlich kaum aufgefallen. Bravo!
Allerdings war es dann doch eine reichlich frustrierende Erfahrung, dass diese DVD weiterhin nur die alte Fassung, mit den untertitelten Passagen enthält. Die zudem den Nachteil haben, dass damals lippen- und nicht ablaufsynchron eingedeutscht wurde. Daraus ergibt sich die Verwirrung, dass untertitelte Dialoge, mitunter danach erneut gesprochen auftauchen oder umgekehrt. Sicherlich ist dies nicht Arthaus anzulasten, es bleibt jedoch die Frage, warum man diese antiquierte Fassung lizensiert hat und nicht die aktuell optimierte. Sehr schade. Sehr, sehr schade.
Davon abgesehen, befindet sich auf dieser DVD ein ca. 35minütiges Making-Of, welches von 2003 stammt und durchaus interessante Einblicke in die damalige Produktion gestattet. Für ausgesprochene Cineasten, auf der Suche nach definitiven Hintergrundinformationen, ist es sicherlich ungeeignet, aber unterhaltsam ist es auf jeden Fall. Auch hier gibt es aber einen Wermutstropfen: die deutschen Untertitel sind nicht ausblendbar. Und leider ist die Qualität der Übersetzung mitunter von zweifelhaftem Niveau.
Rundherum empfehlen, kann man diese Ausgabe also nicht. Wenn man bereit ist, mit den genannten Einschränkungen zu leben, sollte man sich aber dieses günstige Angebot sichern und hoffen, dass Arthaus mit den Gewinnen eine optimierte Pemium-Edition finanziert. Ein naiver Wunsch? Vermutlich.