Vorweg:
"Alphabet Killer" mag kein Killer von einem Film sein und dennoch kann das Teil, zumindest phasenweise, sehr gut unterhalten.
Vieles, wenngleich nicht alles, dreht sich hier um die bis heute nicht aufgeklärten Kindermorde in Rochester, N.Y. Drei junge Mädchen, allesamt aus ärmlichen Verhältnissen mit einem engen Bezug zur katholischen Kirche, wurden Anfang der Siebziger in diesem Vorort von New York vergewaltigt und anschließend umgebracht.
Angeblich wählte der Täter (oder die Täter) seine (ihre) Opfer nach den Initialen ihrer Vor- und ihrer Nachnamen aus. Und obwohl es sich um den Ort Rochester, N.Y. handelt(e), wurde nicht Rochesters bekanntester Serienmörder Arthur "The Genessee-Killer" Shawcross mit den Morden in Verbindung gebracht. Nein, viele ("Hobby"-Profiler) gehen seither davon aus, dass die in Rochester, N.Y. geborenen Kenneth Bianca und dessen Cousin Angelo Buono, die Ende der Siebziger in L.A. nachweislich die "Hillside Strangler"-Morde begingen, auch für diese Taten verantwortlich gewesen sein könnten.
Nun aber zu den harten Fakten:
Rob Schmidt, der mit "Wrong Turn" und seiner Masters Of Horror-Episode "Right To Die" zwei durchweg spannende Nagelbeißer ablieferte, verzichtete hier bewusst auf die bewährte "Silence Of The Lambs"-Blaupause. Schmidt ging sein Projekt eher unaufgeregt und ruhig an.
Wohl aus Kostengründen entschied er sich, die Handlung des Films nicht in die Siebziger zu verlegen. Stattdessen darf die psychisch labile Megan Paige (Eliza Dushku aus "Wrong Turn") in der Neuzeit ermitteln - und hierbei kläglich scheitern.
Schlimmer noch:
Die Polizistin, die (wie sich später herausstellt) an hochgradiger Schizophrenie leidet, geht an den drei Morden kaputt. Ihr ergeht es also so wie der Hauptprotagonistin in Guillaume Nicloux vergleichbaren "Cette Femme-là" - denn merke: Obsession ist nicht immer der beste Ratgeber, erst Recht nicht dann, wenn es um die Aufklärung von Morden wie diesen hier geht...
Dummerweise können bis auf die gewohnt solide agierenden Michael Ironside und Timothy Hutton nicht alle Schauspieler überzeugen. Für einen ordentlichen Video-/DVD-Abend reicht es jedoch allemal. Wer also Bock auf ein "Sixth Sense"-lastiges, True Case-angehauchtes Serien Killer-Psychogramm (mit seinen Stärken und Schwächen) hat, ist hier ganz gut aufgehoben...