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Alphabet
 
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Alphabet [Sondereinband]

Inger Christensen
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Produktinformation

  • Sondereinband: 148 Seiten
  • Verlag: Kleinheinrich Buch- und Kunstverlag (Februar 2001)
  • Sprache: Deutsch, Dänisch
  • ISBN-10: 3926608129
  • ISBN-13: 978-3926608123
  • Größe und/oder Gewicht: 25,4 x 17,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 963.224 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Inger Christensen, geboren am 16. Januar 1935 in Vejle, Dänemark, ist eine dänische Dichterin. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Volksschullehrerin, studierte Medizin, nebenbei Chemie und Mathematik und arbeitete einige Jahre an einer Kunsthochschule. Inger Christensen lebte seit 1962 in Kopenhagen. 2006 erhielt sie den Siegfried Unseld-Preis.
Sie verstarb am 02.01.2009.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Keyla
Format:Sondereinband|Von Amazon bestätigter Kauf
Dem Band mit einem einzigen "Großgedicht" liegt eine mathematische Formel zugrunde: Die Fibonaci-Reihe - die Formel für Wachstum. Schon das gibt eine Besonderheit von Christensens Lyrik wieder: Die hohe, naturwissenschaftlich akribische Reflexion und die Schönheit der Sprache, die etwas Verführendes und Auflösendes hat, schafft ein merkwürdiges und einzigartiges Feld poetischer Präzision. Einer meiner Lieblingssätze von Inger Christensen ist ihre Aussage, dass es darum ginge "in der Schwindligkeit Wohnung zu nehmen". Und genau das gelingt mit diesem außergewöhnlichen Gedichtsband: Im Geheimnissvollen, Unbenannten jenseits der Sprache mit der Sprache ein mathematisch-zärtliches und poetisch-präzises Haus zu bauen, von dessen Veranda man ein bißchen mehr Horizont erahnt als von anderen Orten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ell
Format:Sondereinband
Dieser Gedicht-Zyklus gehört zum Schönsten, das ich bisher gelesen habe.

Was außer ihr Wachstum, ihre Vielfalt, die Wiederholung oder Schönheit könnte die Natur, aber auch die Menschheit, die eine Unzahl von Spuren in schöpferischer Kultur (=Identität) hinterlässt, den Verheerungen einer Wasserstoff- oder Atombombe entgegenhalten?

[...];die Erde auf ihrer route
durch die Milchstraße gibt es; die Erde unterwegs
mit ihrer last von jasminen, mit jaspis und eisen,
mit eisernen vorhängen, vorzeichen und jubel, mit Judasküssen
geküsst auf verdacht und jungfräulichem zorn in
den straßen, Jesus aus Salz; mit dem schatten des
jakarandabaums überm flusswasser, mit jagdfalken, jagdflugzeugen
und januar im herzen, mit Jacopo della Quercias
brunnen Fonte Gaia in Siena und mit juli
so schwer wie eine bombe;[...]

Im gleichen Verhältnis, wie sich Vielfalt der Natur und der friedlichen,
erschaffenden Kultur gleichwertig neben Verrat, Widerstand, Mitläufertum und drohender Zerstörung in den Text fügen, wächst beim Leser das Berührtwerden und Entsetzen. Weil jede Anklage fehlt bei Kostbarkeiten wie "das schwindelerrregende waagrechte wissen des weizenfeldes" oder "das jadeohr der fledermaus" wird es zum Plädoyer für Unschuld und Wehrlosigkeit, wird besonders und besonders schützenswert.

Hieb- und Schusswaffen oder Messer haben eine begrenzte Reichweite und bieten die Möglichkeit von Flucht und Überleben. Atom- und Wasserstoffbomben überraschen ihre Opfer, wie die Autorin schreibt, völlig ahnungslos, zum Beispiel gerade ins häusliche Leben vertieft oder in einem Moment "selbstvergessen deine hand in meine geschmiegt wie ein junges".
Die Autorin konstruiert die äußerste Möglichkeit: Es gibt kein Danach, wo die Opfer ihre letzten, schrecklichen Sekunden endlagern können und es ist niemand mehr da, sich des Todes zu erinnern. Wenn selbst diese Generationen verloren gehen, kann nichts mehr, sei es auch nur durch Erinnerungen, wiederbelebt werden. Unerträglich und unmöglich ist es, sich diesen Totalverlust vorzustellen.

Bei den Buchstaben l,m und n verschwimmt das Alphabet und bricht schließlich ab. Die Schreibende versucht, sich an der Natur zu beruhigen, geht noch einmal an den Anfang zurück und spannt den Bogen vom Urmeer bis zu ausdifferenzierten, menschlichen Kulturleistungen. Sie spielt mit den Elementen Wasser, Feuer, Erde und Luft, aber der Text erholt sich von keiner Störung mehr. Die Welt wird immer kleiner: der Ort der Kindheit, ein Punkt am Sims eines Hauses, von dem eine Taube, Tier wie Symbol für den Frieden, abfliegt.

Die Katastrophe tritt ungehindert ein. Die Aurorin setzt sie an einem
imaginären Datum, dem 11. August, mit Bezug auf historische Daten (Hiroshima am 6. August 1945 und Nagasaki am 9.August 1945) fest.
"eine schar kinder sucht schutz in einer höhle
nur stumm von einem hasen beobachtet

als wären sie kinder in den märchen
der kindheit hören sie den wind von den abgebrannten

feldern erzählen
doch kinder sind sie nicht
niemand trägt sie mehr"
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sprachwunder 3. August 2009
Format:Sondereinband
Die Gedichte von Inger Christensen im Band Alphabet sind etwas ganz Besonderes. Sie sind einerseits puristisch mit der immer wiederkehrenden Formulierung"...... gibt es....", andererseits ziehen sie einen hinein in eine Fülle von Bildern - fast immer aus dem Alltag. Diese Bilder, Worte werden aneinander gereiht wie zufällig und eröffnen so ganz neue Sinnstrukturen, Blickweisen, Einsichten... Am besten liest man die Gedichte laut, um selbst in dieses Fließen der Sprache zu geraten. Es ist ein unglaublich schönes Buch! Leider starb Inger Christensen Anfang des Jahres, sodaß wir keine neuen Gedichte mehr erwarten können.
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