"Why?" hat sich geändert. Seit Frontsänger Yoni Wolfs Debütalbum "Oaklandazylism" aus dem Jahre 2003 ist - wen wundert's? - viel geschehen. Die Musik von Why? wurde von Platte zu Platte sauberer, stimmiger. Das trunkend-experimentelle Gerausche, Geknatter und Geknister ist zwar vereinzelt noch vorhanden, aber eben an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit. Was dem ganzen nicht schadet: Alopecia klingt wie kunterbunter, herber und fröhlicher Poprock mit einem einstmaligen Rapper am Mikrofon und einem Schalgzeugspieler am Glockenspiel.
Jeder Ton knallt laut, ist treffsicher und energisch. Yoni trägt seine Texte mit Nachdruck vor. Niemand kann ihm dabei ernsthaft eine Stimme zuschreiben, die reif für die Oper ist. Was sie auszeichnet ist ein ehrlicher, sympathischer Ausdruck. Er versucht nicht zu künsteln, sondern die Dinge so zu beschreiben, wie sie sind. Dadurch verwebt er unverkrampft außergewöhnliche Formulierungen zu schönsten Bildern. Poesie, wie man sie noch nie gehört hat; umwickelt von einfachen Melodien.
Das Album "Alopecia" ist noch "Why?". Keine Frage. Aber eben etwas anders. Gut anders!