Wie sehr habe ich dieses Album herbei gesehnt...! Jetzt dreht es sich schon seit zweiten Monaten fast unaufhörlich in meinem Player, und ich war bisher kaum in der Lage, dieses wundervolle Stück Musik in halbwegs angemessene Worte zu fassen. SOLITUDE AETURNUS muß jeder einfach mal selbst gehört haben, denn die Schönheit, Dramatik, Melancholie, Schwere und Genialität eines überirdischen Doom Metal-Monsters wie "Scent of death" kann man nur andeuten, aber nicht wirklich treffend beschreiben. Jener Opener wischt gleich sofort alle Zweifel, ob die Herren es denn wohl noch drauf haben, mit Nachdruck vom Tisch. Das letzte Album "Adagio" erschien schließlich bereits 1998 und reichte damals schon nicht mehr ganz an unsterbliche Klassiker und Meilensteine des Metal wie "Into the depths of sorrow" (1991), "Beyond the crimson horizon" (1992) und "Through the darkest hour" (1994) heran. Doch genau auf diesem musikalischen Niveau ist "Alone" nun wieder anzusiedeln - eine beeindruckende Leistung, und noch deutlich mitreißender als das auch schon sehr gelungene Comeback der Seelenverwandten Schweden um den moppeligen Mönchen. John Perez` und Steve Moseleys Gitarren leben, atmen und klagen herzzerreißend mit jeder Note, Rob Lowe singt wie ein von allen Musen geküßter Großmeister, so unglaublich intensiv und beschwörend, dass einem eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken läuft. Besser kann man epischen Doom und majestätischen Heavy/Power-Metal nicht miteinander verknüpfen, außer Solitude Aeturnus haben dies nur Candlemass auf ihren frühen Alben in eben solcher Vollkommenheit beherrscht. Dabei läßt sich feststellen, dass Perez & Co. auf "Alone" das Pendel wieder öfter in Richtung klassischen Doom ausschlagen lassen, man hört wieder mehr Reminiszenzen an frühe Black Sabbath oder Trouble heraus. Dies verleiht den Songs zusätzliche Tiefe und Spannung, die halt einer eher Power Metal-lastigen Platte wie "Adagio" irgendwie fehlten. Klagende, mystisch-vernebelte Hymnen wie "Waiting for the light" oder "Blessed be the dead", sich bedrohlich auftürmende, hypnotisierende SloMo-Riffsalven wie "Sightless" oder "Tomorrow`s dead" (beide mit absolut fesselnden Götterrefrains!) und schnurrend unter die Haut gehende Feeling-Lehrstücke wie "Upon within" oder "Burning" formen zusammen mit bebenden Doom-Monolithen wie dem bereits erwähnten "Scent of death" oder "Essence of black" ein schlicht und ergreifend perfektes Album, das einmal zu den ganz großen Klassikern dieser Dekade zählen wird. Wunderbare, Herz und Verstand gleichsam betörende Musik und heißer Anwärter auf den Titel "Album des Jahres"!!