Ich besaß den Film auf DVD schon einige Jahre. Die BluRay-Fassung habe ich mir wegen meines Sammeltriebs und der Hoffnung auf eine nochmalige Qualitätssteigerung in Bild und Ton gekauft. Der Kauf wäre aus technischer Sicht nicht zwingend notwendig gewesen, denn sowohl Bild als auch Ton liegen auch auf DVD schon in sehr guter Qualität vor. Der wichtige Pluspunkt der BluRay- gegenüber der DVD-Fassung ist jedoch, dass der Extended Cut nun in einer vollständig synchronisierten Fassung vorliegt. Ich habe sowohl die deutsche als auch die englische Fassung mehrmals angeschaut und muss sagen, dass die deutsche Synchronisation sehr gut gelungen ist.
Aber Vor- und Nachteile hin oder her: Wer "Almost Famous" noch nicht kennt und nur ansatzweise etwas mit gutem Sound aus den 70ern anfangen kann, der sollte zumindest schon einmal die Ohren spitzen. Und wer nun noch an einer "coming of age"-Geschichte interessiert ist, die sich in eben diesen 70ern im Umfeld einer fiktiven Rockband ("Stillwater") abspielt, der muss unbedingt zugreifen.
"Almost Famous" ist ein melancholischer Film. Mehrere Jugendliche (und die Mitglieder der Rockband) träumen von einer großen, wunderbaren Zukunft. Da es nicht nur im realen Leben, sondern auch in diesem Film oftmals bei diesen Träumen bleibt, muss so manche Seifenblase zerplatzen und so manche Träne vergossen werden. Und trotzdem schafft es "Almost Famous", ein unglaublich positives Gefühl zu vermitteln. Er strahlt, trotz manch tragischer Ereignisse, sehr viel Wärme und Herz aus. Mir geht es gegen Ende des Films jedenfalls immer so, dass ich ihn noch stundenlang weiter anschauen könnte. Stattdessen ertappe ich mich dann dabei, dass ich mit einem Lächeln und einem guten Gefühl auf den Abspann schaue.
Mehrere Highlights tragen dazu bei, "Almost Famous" zu einer Filmperle zu machen:
Zum einen sei die sehr gute Musik erwähnt, die in überdurchschnittlicher Qualität aufgenommen und abgemischt wurde. Die Live-Szenen mit "Stillwater" kommen daher mit viel Kraft und Intensität rüber. Aber keine Angst: Die Musik spielt sich nie in den Vordergrund, sondern bildet den Rahmen für ein sehr gutes Drehbuch. Dieses wurde übrigens von Regisseur Cameron Crowe selbst verfasst und scheint zahlreiche autobiografische Züge zu beinhalten.
Nicht unerwähnt sollten die Darsteller bleiben: Von Patrick Fugit und Kate Hudson über Philipp Seymour Hoffman, Frances McDormand und Billy Crudup, bis hin zu Jason Lee und Zooey Deschanel ... undsoweiterundsofort ;-)... sind sowohl die Haupt- als auch die Nebenrollen glänzend besetzt. Das schauspielerische Highlight stellt dabei ganz klar Kate Hudson dar. Sie, die, als der Film im Jahr 2000 gedreht wurde, einem breiten Publikum noch weitgehend unbekannt war, spielt den Rest des sehr guten Casts komplett an die Wand. Das ist nicht nur ein Kunststück, sondern ist einfach einmalig! Kostprobe gefällig? Dann achtet auf die Szene, in der sich die von Kate Hudson gespielte Penny Lane und Russell Hammond (Billy Crudup) das erste Mal begegnen. Ein kleiner "magic moment", der Hudsons schauspielerische Klasse mehr als deutlich zeigt. Sie wirkt jederzeit glaubwürdig, natürlich und beherrscht dabei eine große Bandbreite an Emotionen. Sie haut mich immer wieder um, wenn "Almost Famous" in meinem Player liegt. Und das wird sicher noch sehr oft passieren.
Fazit: "Almost Famous" ist einer meiner "all time favourite movies"! Daraus kann sich nur eine klare Kaufempfehlung ergeben