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Ganz anders Almodóvar: Er wird inmitten seiner Darsteller von High Heels Anfang der 90er-Jahre gezeigt. Die Stimmung ist entspannt, die Farben sind schrill. Da ist nichts Aristokratisches oder Auratisches mehr, nur die heiter-selbstironische Lässigkeit eines Künstlers der Postmoderne. Nicht zuletzt war Almodóvar eine der Schlüsselfiguren der so genannten Movida madrileña, dieser pulsierenden Aufbruchs- und Avantgardebewegung in Musik, Kunst, Film, Mode und nächtlicher Lebenskultur, die nach dem Tod Francos 1975 einsetzte.
Die Fotos markieren den Anfang der Almodóvar-Biografie Almodóvar. Kino der Leidenschaften von Christoph Haas, der in seiner Annäherung an die Person dieses Enfant terrible des spanischen wie überhaupt des europäischen Autorenkinos mit der Schwierigkeit zu kämpfen hatte, das Almodóvar sich in Interviews zwar gerne und wortreich über seine Filme äußert, bei Fragen nach seiner privaten Existenz aber eher schweigsam wird oder sich in zahllosen Anekdoten über seine Kindheit und Jugend verliert -- von ihm selbst pointiert auf den Punkt gebracht in dem Ausspruch: "Mein Leben ist nur ein Vorwand, Filme zu drehen." Ganz im Sinne dieser Maxime wendet sich Haas dann auch ausführlichen wie aufschlussreichen Werkbeschreibungen zu und verzichtet auf die chronologische Struktur klassischer biografischer Porträts. Er bündelt die verschiedenen ästhetischen und inhaltlichen Grundzüge der Filme in einzelnen Themenkomplexen, und dieser Masterplan erweist sich als äußerst hilfreich bei dem Versuch, dieses Collagekino des "fröhlichen, universellen Eklektizismus" (Haas) fassbar zu machen.
So gilt auch für Haas und sein Buch das, was er als markantestes Merkmal von Almodóvars Filmschaffen bezeichnet: "Zum Vergnügen des Regisseurs und des Zuschauers wächst ... (hier) stets zusammen, was nicht zusammengehört." --Mark Stöhr
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Wunderbar finde ich dass in Kurzen Spotlights wesentliche Personen im Filmschaffen von Almodóvar kurz und prägnant dargestellt und damit besonders hervorgehoben werden (Francisca Caballero, Agustín Almodóvar, Julieta Serrano, Carmen Maura, Antonio Banderas, Marisa Paredes, Veronica Forqué, Chus Lampreave, Rossy de Palma, Victoria Abril und last but not least Cecilia Roth).
Im Vorspann des Buches erfolgt auch noch ein kurzer bildhafter und einprägsamer Vergleich mit einem anderen ganz Großen des Spanischen Kinos: Luis Buñuel. Das Werk ist sehr gut recherchiert, authentisch und wird dem interessierten Leser wahrlich reiche Stunden puren Lesevergnügens bereiten.
Sowohl der "Einsteiger" in das Metier "Pedro Almodóvar" als auch der "Fortgeschrittene" aber auch der "Experte" wird Freude an diesem Buch haben und neues Wissen aus dem hervorragend recherchierten Werk schöpfen. Auch der Leser der gerne mal wieder einen wirklich guten Film im Kino gesehen hätte wird über dieses Buch Zugang zum Kino Almodóvars finden. Es ist ein wunderbares Buch über ein wunderbares Thema, das in keiner gut sortierten Bibliothek fehlen sollte.
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