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Almanach der Toten. Das große Indianerepos.
 
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Almanach der Toten. Das große Indianerepos. [Broschiert]

Leslie Marmon Silko , Bettina Münch
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Produktinformation

  • Broschiert: 1008 Seiten
  • Verlag: Heyne (1997)
  • ISBN-10: 3453125304
  • ISBN-13: 978-3453125308
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 13,2 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 933.804 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Legenden und Prophezeiungen - der engagierte Roman für indianische Kultur
Eine Sammlung Pergamente, welche die wechselhafte Geschichte der amerikanischen Ureinwohner erzählt, befindet sich in den Händen der betagten Zwillingsschwestern Zeta und Lecha. Sie leben in Tucson, Arizona, dem Zentrum der Korruption, der Waffenschmuggler und Drogendealer. Lecha, eine Hellseherin, hat die Aufgabe, die Texte der Pergamente zu übersetzen - Schriften, die von der Errettung der Welt durch indianische Weisheit künden.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Prophetisches Buch 11. September 2009
Dieses Buch ist wirklich erstaunlich. Es beschreibt den Aufstand der Zapatisten in Chiapas, die Flüchtlingsströme von Mexiko in die USA, die Verstrickung des ausufernden Drogenhandels mit Polizei und Regierungen, die Rückkehr der Bisons, Überschwemmungen, Erdbeben. Also alles, was die letzten zwanzig Jahre das Leben in der Grenzregion zwischen Mexiko und den USA bestimmt hat. Nur: Dieses Buch wurde lange vorher geschrieben und 1989 in den USA veröffentlicht!!
Wenn es noch eines Beweis bedurft hätte, dass die Menschheit zu dem Leben in Stämmen zurückkehren sollte, die in Achtung vor der Natur leben, dann ist es eben dies. Das Buch, das von dem Aufstand der Ureinwohner Amerikas handelt ist prophetisch. - Wobei -Stämme- Gemeinschaften meint, denen das Land gehört und die sich füreinander verantwortlich erklären.
Aber Vorsicht, Leslie Marmon Silko schildert auch ausführlich die schrecklichsten Seiten der Wirklichkeit wie beispielsweise den Organhandel. Die beschriebenen sexuellen und sonstigen Perversitäten sind schockierend und abstoßend, als Selbstzweck würde ich sie niemals lesen. Hier aber dienen sie der Darstellung der Zerstörung in den Individuen. Das Verhältnis von -normalen- Menschen zu Killern, Psychopathen auf der einen, Heilern, Wahrsagerinnen und Revolutionären auf der anderen, ist völlig außer Kraft gesetzt. Von den Hauptpersonen würden wir nur den Pueblo-Indianer Sterling als den liebevollen älteren Mann aus der Nachbarschaft erkennen, alle anderen würden eher in unseren Alpträumen oder, wie die Zwillingsbrüder mit den Geister Papageien, in unseren Träumen wiederkehren. Wer es also satt hat, sich immer weiter mit Lügen abzuspeisen, der oder die kann hier ungeschminkter Gegenwart ins Gesicht sehen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von R. Lorenz
Leslie Marmon Silko ist eine Autorin, die es geschafft hat, mir eine Vorstellung davon zu vermitteln, was Magie zum heutigen Tage in Amerika (ich meine den Doppelkontinent als Ganzes und nicht nur die USA) bedeuten kann und zwar in ihrem Roman
Almanach der Toten
(original: Almanach of the Dead)

Allein schon der Unterschied östliche vs. westliche Hemisphäre birgt Unterschiede, die in einen Kontext eingebettet sind: Es ist der Kontext des Westens (im kulturwissenschaftlichen Sinne).

Ein Beispiel: Für die Schwarze Magie, die Silkos Roman mit als einen Grund für den Untergang der Maya heranzieht, ist es völlig überflüssig, etwas über Babylon und den nahen Osten zu wissen, es sei denn man zöge das als Vergleich heran. Mexico, Argentinien, Alaska - all das sind Schauplätze der sich, dem Westen zum Trotz, entfaltenden Erzählung original gebliebener amerikanischer Kultur.

Wie die monotheistischen, gruppenbasierten Religionen Amerika beeinflussten ist auch sehr gut beschrieben und erzählt, ohne die Verwirrungen auszulösen, die durch doppelt verwendete Begriffe und deren Zweideutigkeiten entstehen können - die Erzählung ist von der Glaubwürdigkeit her einheitlich.

Für alle, die schon sehr viel über die europäische (eurasische) Geschichte der Magie wissen, ist Silkos Roman eine sehr gute Lektüre, um bereits daraus gezogene Schlüsse und erlangte Überzeugungen auf die Probe zu stellen, um verallgemeinerte Auffassungen an einem "anderen Beispiel" zu überprüfen und weiterzuentwickeln, so als hielte man dem ganzen Westen einen mit grünen Federn umrahmten Spiegel vor...

Für alle, die sich jedoch in dem Gebiet der Magie als Neulinge bewegen, ist Almanach der Toten auf eine andere Art und Weise vorteilhaft: Es werden verallgemeinerbare Mechanismen dargestellt, deren Wirkprinzipien leicht dazu dienen können, den eurasischen Kontext der Magie besser zu verstehen.

Zudem ist Silko eine unnahbare, reife Erzählerin, die spielend mit den ökonomischen, politischen und (nach Foucault) Biomacht-Auswüchsen einer globalisierten Erzählwelt umgehen kann und sich auch der stilistischen, kulturellen und literarischen Entwicklungen westlicher Erzähltradition bedient.

Allen, die jetzt noch mitlesen, möchte ich dieses Buch gerne wärmstens empfehlen. Mir hat es anhand nachfühlbarer Figuren veranschaulicht, was Magie alles sein kann, was Magie nicht sein kann, was Magie anstreben und was Magie vermeiden sollte zu werden - und all das OBWOHL es damals "nur" Pflichtlektüre in einem Literaturseminar war... ;-)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ausgangspunkt dieses Romans ist die Begegnung zwischen Halbblut Seese und dem Laguna-Indianer Sterling auf einer Farm in Tuscon/Arizona. Nach Jahren selbstzerstörerischen Lebens zwischen Drogen und einer Dreiecksbeziehung mit zwei bisexuellen Männern, begleitet von einem sadistischen Rauschgift-Boss, wird Seeses Baby entführt. Ihre letzte Hoffnung, den Sohn wiederzufinden, ist die Wahrsagerin Lecha, die sie aus dem Fernsehen kennt und ebenso auf der Farm lebt. Sterling ist froh, als Mädchen für alles angestellt zu werden, nachdem er von den Indianern aus dem Reservat verbannt wurde, da man ihn für die Entweihung heiliger Stätten durch eine Filmproduktion verantwortlich gemacht hatte. Seese hatte vorher kaum Kontakt zu Indianern und Sterling kaum zu Weißen. Lecha übersetzt zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Zeta das indianische 'Almanach der Toten', das (wirklich existierende) Vermächtnis der Vorfahren. Zetas Teil enthält den Schlüssel für eine Spiritualität, die alle moralische Verderbtheit überwinden kann.

Zur Verrohung und zur Unterdrückung der Ureinwohner tragen u.a. Killer, Waffen- und Organhändler, betrügerische Politiker, Sex-Erpresser und sadistische Polizisten unterschiedlicher Ethnie zwischen Nord- und Südamerika bei. Beispielsweise ein Kubaner, der die mexikanischen Indianer zu Kommunisten machen will, die ihre eigene Geschichte verfälschen. Zuletzt versammelt sich ein Aufstand, um das Land von den Weißen zurückzuerobern.

Die Indianerin Leslie Marmon Silko hat 1991 ein eindringliches, beklemmendes Epos voller zorniger Figuren geschrieben. Die Bilder und Motive zwischen Schrecken und Hoffnung wiederholen sich und wühlen einen immer tiefer auf. Blut und Sex sind die zentralen Metaphern einer Gesellschaft, die sich selbst konsumiert. Eine Handlung ergibt die nächste und die Verschwörungen rennen immer weiter der Fantasie voraus.

Silko hat eine wunderbar abwechslungsreiche Erzählstimme, die das Lesen sogar dann zum Vergnügen macht, wenn man mal nicht der Handlung folgt. In ihrer nichtlinearen Erzählweise nimmt sie vieles vorweg, ohne das es der Spannung Abbruch tun würde. Auch die vielen, oft nur skizzierten Figuren, sind kein Problem angesichts der Handlungsdichte. Rückblenden und schön eingeflochtene mythische Exkurse machen "Almanach der Toten" zu einem eindringlichen Leseerlebnis mit Nachhall. Äußerst gelungen ist auch, wie Silko die Geschichten um alte Helden wie Geronimo (dessen Legende gleich auf mindestens drei Apachen selben Namens basiert) und die Geschichte der Unabhängigkeitskriege einbindet.

Wer ein wütendes, realistisches Amerika-Epos aus Indianer-Perspektive lesen möchte, eine Hommage an Spiritualität und Gemeinschaft, wird dieses grandiose 1000 Seiten-Werk verschlingen.
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