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Natürlich war das Ausscheiden von Robert Downey Jr., der mit seinem Charme und seinem Charisma einen großen Anteil am Erfolg der vierten Season hatte, nicht zu kompensieren. Doch letztlich ist es gerade die Lücke, die er hinterlassen hat, die dieser Staffel ein emotionales Zentrum gibt. Die absurd-verrückten Situationen und pointierten Dialoge, die Ally McBeal von Anfang an so unverwechselbar gemacht haben, sind immer noch ein Markenzeichen der Serie, nur hat sich der Grundton der Serie nachhaltig verändert. Schon die dritte und vierte Staffel waren weitaus besinnlicher und emotionaler als ihre Vorgänger. Doch trotz all der Schicksalsschläge, die Ally wie ihre Kollegen und Freunde bei Cage & Fish einstecken mussten, kennzeichnete eine nahezu unerschütterliche Zuversicht die Folgen. Diese optimistische Grundhaltung ist in der fünften Staffel einer tief reichenden Melancholie gewichen.
So wie die ersten Staffeln von Ally McBeal ein Produkt ihrer Entstehungszeit, der späten 90er-Jahre, waren und die romantischen Strömungen dieser Epoche liebevoll-komödiantisch reflektierten, so sind auch die Ereignisse der fünften Season, Johns plötzliches Verschwinden, Allys spontaner Kauf eines ziemlich heruntergekommenen Hauses, Richards unerwartete Suche nach dem wahren Sinn des Lebens und selbst das zunächst eher befremdliche Auftauchen eines kleinen Mädchens, das sich als Allys Tochter vorstellt, Reaktionen auf die einschneidenden Veränderungen, die das Jahr 2001 gebracht hat. Vor allem in der ersten Hälfte der Staffel spürt man die tiefen gesellschaftlichen Erschütterungen, die von den Anschlägen am 11. September ausgegangen sind. Auch wenn nicht ein Mal von Terrorismus die Rede ist, kann es keine Zweifel an dem aktuellen Hintergrund von Folgen wie "Oh Gott, Herr Pfarrer", die wohl beste Weihnachtsepisode der ganzen Serie, oder "Sturzflug", in der Ally einem todkranken Mann hilft, seinen großen Traum zu verwirklichen, geben.
Vielleicht hat die Realität, die der Einsturz des World Trade Centers geschaffen hat, eine Serie wie Ally McBeal tatsächlich zu einem Anachronismus gemacht. Doch David E. Kelley und sein Team haben eben nicht die Augen vor der neuen Wirklichkeit verschlossen, sondern so ernsthaft und taktvoll auf sie reagiert, wie es nur möglich war. Sie haben selbst in den einzelnen Episoden der Staffel immer wieder die Frage nach den Wegen gestellt, die ihrer Serie und den Menschen insgesamt nach den schrecklichen Ereignissen des 11. Septembers noch geblieben sind. Und sie haben damit in einer Weise "Trauerarbeit" geleistet, die beispiellos ist in der Geschichte des Fernsehens. --Sascha Westphal
Und so ist das auch bei Ally McBeal.
Konnten wir JonBonJovi überhaupt eine Chance geben, nachdem schon alle gerufen hatten, daß er gegen Robert Downey Jr. einfach nur lächerlich wirkt? Natürlich konnten wir ihm die geben, aber angenommen hat er die nicht. Er ist gegen Downey Jr. wirklich nur ein schwacher Abklatsch. Er soll singen und nicht schauspielern.
Und die anderen neuen Charaktere? Allys Tochter (Sagen wir gemeinsam: unaktzeptabel!) wirkt absolut unrealistisch und die neuen Anwälte (mit Ausnahme der wirklich hervorragenden Regina Hall) erwiesen sich als Flop und wurden zum Großteil schon zur Mitte der Staffel wieder entsorgt.
All dies wäre ja nicht so schlimm, hätte sich David E. Kelley auch zum Schluß hin nochmal auf die alten Werte der Serie konzentriert: verrückte Geschichten (nicht unrealistische!) und wunderbare Charaktere.
Doch selbst noch der Serie treu gebliebene Darsteller (Portia deRossi, Jane Krakowski und Greg German) durften nicht mehr das zeigen, was sie können.
Nelle kommt nur noch als Stichwort-Ansagerin ins Bild und auch Elaine hatte schon tiefergehende Momenten in der Serie.
Ling-Ersatz Christina Ricci ist zwar genauso böse, aber kommt an die Qualitäten von Lucy Liu nicht wirklich ran. Die schaffte es nämlich, Ling zwar böse, aber trotzdem liebeswürdig erscheinen zu lassen, Liza (Christina Ricci) hingegen ist eindimensional fies.
Und wenn es schon mit dem Umfeld nicht klappt, was ist dann mit Ally? Die trauert die komplette Staffel über ihrer wahren Liebe Larry nach (wobei nicht zu verstehen ist, warum sie trauert, bzw. warum sie nichts dagegen unternimmt und ihn beispielsweise anruft), bekommt plötzlich ein Kind und wird nun zur Übermutter. Ein Schlag in die Bauchgrube für alle Ally-Fans ist die Aussage: "Ich habe immer gedacht, mir fehlt ein Mann im Leben, nun weiß ich, daß es ein Kind war, das mir gefehlt hat" Hallo! Damit wurde das Konzept der ganzen Serie (Single-Frau auf dem Weg zum Partner-Glück) komplett über Bord geworfen. Und das ist nicht gut und läutete damit schon das Ende der Serie ein.
Veränderungen innerhalb einer Serie sind gut, manchmal auch notwendig, aber haben die Fans nicht schon während der vierten Staffel gezeigt, wie sie ihre Serie wollen? (Nämlich genauso, wie sie war: grandiose Schauspieler, witzige und interessante Gerichtsfälle, traurige Momente, ...)
Warum wurde sich daran nicht orientiert? Die 11. September kann doch nicht alleine daran schuld sein...
Schade, wirklich schade, denn die fünfte Staffel ist eindeutig kein würdiges Ende für diese wunderbare Serie. Lediglich die allerletzte Folge (die auch ein Wiedersehen mit den alten Stars der Serie beschert) bringt es wieder zu großen Momenten und macht deutlich, was man innerhalb der fünften Staffel so vermisst hat. Große und kleine Momente, dargestellt von außergewöhnlichen Schauspielern.
Kein Wunder, dass Ally McBeal nach dieser Staffel abgesetzt wurde - diese wunderbare, intelligente Serie ist zu einer Farce geworden.
Fehler im Drehbuch (WO sind bestimmte Charaktere hin?), extrem schwache, ja lächerliche Fälle (Fliegende Einbrecher?) und eine Grundstimmung, die nur Pessimismus und ein apokalyptisches Gefühl verbreitet. OK, apokalyptisch ist ein bisschen übertrieben, aber man hat die gesamte Staffel lang das Gefühl, als ob man einen Riesen im Treibsand versinken sieht.
Man hofft, dass es irgendwann noch besser wird, aber die neuen Anwälte bringen den Stein erst zum Rollen. Die ganze Serie wirkt in Bild und Ton irgendwie gelackt, was heißt, dass es nicht mehr der typische Ally-Witz ist, dem wir uns immer gerne hingegeben haben.
Super Charaktere wie Nell, Ling, Elaine, John und vor allem Renee treten viel zu sehr in den Hintergrund, während Allys Glück mit dem Kind im Vordergrund steht. Nell sieht einfach nicht mehr echt aus und wirkt nicht mehr so (offenes Haar, extrem komische Augenbrauen), sie ist auch nicht mehr nur provokant und sarkastisch sondern einfach nur mehr fies, Ling verabschiedet sich bald und drückt den Riesen tiefer in den Sand, John fähr nach Mexiko (Hallo???) und Renee? Sie ist überhaupt verschwunden - obwohl sie immer so schön realistisch und zynisch war.
Nebendarsteller wie Jon Bon Jovi oder die violette, alte Oma sind vollkommen fehl am Platz und wollen so gar nicht zum Konzept der Serie passen. Ich meine, so altklug wie Bon Jovi daherredet, kann er ja nur nerven. Und dann wird Ally auch noch MUTTER ... Ally, das erwachsene Kind soll eine Mutterfigur sein und ein Haus kaufen? Da ist man ja fast froh, dass der Riese Ally McBeal mit einer Staffel versunken ist und nicht 4 brauchte (so wie zB Akte X) - besser eine Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
Nein, nein - Ally-Fans aufgepasst: Kauft euch nur die ersten vier Staffeln und genießt diese...diese versaute Staffel kann man sich vielleicht einmal auf VOX ansehen, aber ich rate auch davon ab...das zerstört den Mythos "Ally McBeal".
Staffel 5 - durchgefallen, setzen.
Jenny und Glenn's Konflikt ob sie sich nun doch noch lieben oder nicht zieht sich viel zu lange und macht einige Folgen zur harten Geduldsprober für viele Fans. Außerdem konzentrieren sich die einzelnen Folgen viel zu stark auf die neuen Gesichter und darunter leiden alteingesessene Charaktere, die nur noch als Statisten fungieren (Elaine, Ling, Nelle). Vor allem Nelle ist wie ausgewechselt: während sie in den Staffeln 2-4 zahlreiche Facetten ihrer Gefühle und ihres Charakters wundervoll offenbaren konnte, sitzt sie in Staffel 5 meist nur beleidigt oder frustriert da und vergrault die Leute. Dasselbe gilt übrigens für Ling, die sich bereits in der ersten Hälfte von Staffel 5 endgültig verabschiedet.
Zum selben Zeitpunkt werden glücklicherweise auch Jenny und Glenn aus der Serie gekickt, doch es war bereits zu spät. Der Großteil der Episoden war entweder viel zu melancholisch angelegt bzw. zu nichtssagend und die guten Momente von Leuten wie zB John wurden viel zu selten (auch er ist den Großteil der Staffel nicht einmal anwesend - unbegreiflich!).
Stattdessen muss sich der Zuseher mit Allys Tochter und Jon Bon Jovi (absolut entsetzlich!) herumschlagen, wobei die beiden zum Schlimmsten gehören, was der Serie je widerfahren ist. Ich frage mich nur wer auf solche Charaktere kommt???
Die Folgen nehmen ebenfalls stetig ab und enden meistens in einem Tränenmeer sondergleichen - von Humor ist so gut wie nichts mehr zu sehen, es herrschen Trauer und Pessimismus. Dafür den 11. September verantwortlich zu machen ist schichtweg falsch, denn man kann doch keine Trauerarbeit über einen Zeitraum von ungefähr 20 Folgen leisten!?
Hätten sich die geschätzten Drehbuchautoren auch nur ein paar Monate mehr Zeit gelassen, hätte es vielleicht geklappt und wir wären möglicherweise in den Genuss einer 6. Staffel gekommen - so aber ist die 5. Staffel ein erbärmlicher Abschluss einer Serie, die diesen Abschied wahrlich nicht verdient hat.
Nun habe ich DVD Paket 5. Lesen Sie weiter...
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