Am frühen Morgen des 7. Mai 1945 unterzeichnete der deutsche Generaloberst Jodl im Namen des deutschen Oberkommandos die Gesamtkapitulation aller deutschen Streitkräfte im Alliierten Hauptquartier der nordfranzösischen Stadt Reims (Quelle: dhm) und besiegelte damit offiziell das Ende des Zweiten Weltkrieges und des sogenannten "Tausendjährigen Reiches".
Zum 60. Jahrestag des Kriegsendes bat die Zeitung Frankfurter Rundschau Zeitzeugen, sich an diesen "Alltag in Trümmern" zu erinnern. Entstanden ist ein "kollektives Tagebuch", wie der Autor dies nennt, in dem rund 100 Menschen das Kriegsende und die Zeit kurz danach aus ihrer ganz persönlichen Sicht in die Gegenwart holen und die Verzweiflung, Todesängste, die Hoffnungen und auch Illusionen jener Wochen und Monate lebendig machen.
Im seinem Vorwort schreibt der Autor dazu: "Dieses Buch will beides: den Zeitzeugen, vielleicht bei letzter Gelegenheit, ein Forum für ihr individuelles Erinnern bieten - und zeigen, welche Folgen es hat, wenn ein terroristisches Regime nicht nur die politische Macht, sondern auch die Gedanken und Gefühle vieler Menschen erobert. Manch einem, auch das zeigen viele der hier versammelten Texte, gingen erst die Augen auf, als er sah, dass die Amerikaner oder Russen trotz mancher Übergriffe nicht jene Bestien waren, als die eine leichtfertig geglaubte Propaganda sie dargestellt hatte."
Natürlich waren viele dieser Zeitzeugen 1945 noch Kinder, stellt der Autor fest. Umso erstaunlicher waren oft ihre äußerst präzisen Beschreibungen dieses "Alltags in Trümmern". Das hat auch einen Grund, denn immer wieder hörte der Autor: "Diese Ereignisse verfolgen mich bis heute."
Und so berichten die Zeitzeugen vom "falschen Goebbels", von der "Bombe im Garten", vom "Ende der Demütigungen", vom "falschen Mut", vom "German Fraulein", vom "Friedensbaby" und den "wendigen Nazis". Vorangestellt wurde den Berichten der Zeitzeugen jeweils eine kurze, ereignisgeschichtliche Chronologie.
In diesem Sinne soll das Buch auch einen kleinen Beitrag leisten, indem es die furchtbaren Verhältnisse in einem vom selbst verschuldeten Krieg verwüsteteten Land lebendig werden lässt. "So weit", auch das haben viele Leser der Frankfurter Rundschau geschrieben, "darf es nie wieder kommen."