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Alltag in der DDR: So haben wir gelebt: Manfred Beier Fotografien aus dem größten Privatarchiv der DDR. 1949-1971
 
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Alltag in der DDR: So haben wir gelebt: Manfred Beier Fotografien aus dem größten Privatarchiv der DDR. 1949-1971 [Gebundene Ausgabe]

Nils Beier
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Fackelträger (22. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3771644674
  • ISBN-13: 978-3771644673
  • Größe und/oder Gewicht: 30,2 x 24,2 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 19.070 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die ganze DDR in mehr als 60.000 Fotografien welch spektakulärer und einzigartiger Fund! Die »Sammlung Beier« stellt das Lebenswerk des passionierten Fotografen Manfred Beier dar, der ein lebendiges und authentisches Bild vom Alltag der Menschen in der ehemaligen DDR festhielt. Sie ist ein Glücksfund der Geschichte, umso mehr, als Manfred Beier Motive und Entstehung der Bilder akribisch dokumentierte. Die Fotografien zeigen die Menschen beim Aufbau der noch jungen DDR und veranschaulichen darüber hinaus die Entwicklung beider Teile Berlins in der Nachkriegszeit. Die Auswahl in diesem Buch lässt eine souveräne Wahl des Motivs und einen faszinierten und leidenschaftlichen Blick des Fotografen erkennen. Ein eindrucksvolles Zeitdokument von unermesslichem historischem Wert, das nun erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Über den Autor

Manfred Beier (1927 - 2002) war von 1946 bis 1980 Lehrer für Erdkunde, Deutsch, Englisch und Astronomie in Ostberlin, danach bis 1990 Oberreferent bei der Deutschen Außenhandelsbank der DDR. Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entdeckte er seine Leidenschaft für die Fotografie. Er betrieb diese ohne jeglichen Sinn für Kommerz, aber mit Professionalität und Akribie. Die Exaktheit, mit der er seine Motivwahl dokumentierte, macht die Sammlung zu einem äußerst wertvollen historischen Dokument.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Über das mit vorliegende Werk kann ich nur positives berichten. Schon der erste Eindruck dieses dicken und stattlichen, in einer ausgezeichneten Druckqualität präsentierten Buches ist überwältigend. Instinktiv erwartet man für ein derartiges Werk einen wesentlich höheren Preis, was in der Tat nicht der Fall ist.
Was aber nützt ein günstiger Preis, wenn der Inhalt nicht mithalten kann? Bei diesem Werk stimmt beides. Es zeigt praktisch alle wichtigen Lebensbereiche des DDR-Alltags - Familie, Schule, Arbeit, Freizeit und die Ansichten von Landschaft und Städten flächendeckend von der Ostsee bis zum Erzgebirge - in ungeschönten und sehr bildwirksamen, vielfach in Form von Schnappschüssen entstandenen Schwarz-Weiss- aber auch von Farbfotografien eines engagierten, in der DDR lebenden Fotoamateurs, die denen eines Profis durchaus würdig sind. Die Aufnahmen dieser Dokumentation wirken völlig unverfälscht und daher ehrlich, spontan und aus dem Leben gegriffen - ganz im Gegensatz zu den meisten, überwiegend tiefganglosen, oberflächlichen Büchern zum Thema, mit denen der Buchmarkt im Zuge der sogenannten "Ostalgie-Welle" zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung geradezu überschwemmt wird. Dieses fachlich gut kommentierte Bildwerk hebt sich sehr wohltuend von allen anderen Büchern über die DDR ab, vor allem auch deshalb, weil sich der zeitliche Rahmen auf die frühen Jahre der DDR - von 1949 bis 1971 - beschränkt. Die hier gezeigten Fotodokumente lassen einzigartig und sehr eindrucksvoll die große Not der Nachkriegszeit und den allgegenwärtigen Mangel dieses durch Kriegsfolgen und sowjetische Demontagen ausgebluteten Landes erahnen. Eines Landes, welches bis auf die überreichlich vorhandene Braunkohle und die von den Sowjets ausgebeuteten Uranvorkommen praktisch keine Bodenschätze aufzuweisen hatte und dem keine Care-Pakete und andere westliche Aufbauhilfen zu Gute kamen. Hier gab es kein vielgerühmtes Wirtschaftswunder, denn fast alles, was in der DDR geschaffen wurde, musste ohne fremde Hilfe von den Bewohnern, den damaligen "Werktätigen" unter großem persönlichem Engagement und beständiger Improvisation geleistet werden. Damit ist dieses Werk - ohne dabei das politische System zu werten - auch als eine Reminiszenz und objektive Würdigung der von den Menschen in der DDR geleisteten Aufbauarbeit zu verstehen, die vor allem in den westlichen Teilen der wiedervereinigten Republik überwiegend aus Unwissenheit so sehr geschmälert und infrage gestellt wird. Es waren Lebens- und Arbeitsbedingungen, von denen sich wohl kaum jemand in der heutigen Überfluss- und Wegwerfgesellschaft eine Vorstellung machen kann. Es sind Bilder eines einfachen und wenig anspruchsvollen, von maßlosem Anspruchsdenken und permanenten Reizüberflutungen freien Lebens. Die glücklich, weil ungestellt in die Kamera schauenden, zufrieden ein einfaches Vanilleeis essenden oder voller Stolz ihre gesammelten Pilze zeigenden, nicht mir Markenkleidung ausstaffierten Kinder sind Bilder, die Anlass zum Nachdenken darüber geben sollten, was den meisten Menschen durch den allgegenwärtigen Überfluss abhanden gekommen ist und vielerorts vermisst wird. Man war noch mit Kleinigkeiten zufrieden.
Andererseits artet dieses Werk keineswegs in eine einseitige Lobhudelei für das sozialistische System aus. Die permanenten politischen Beeinflussungen der Menschen dieses Landes durch Personenkults, Aufmärsche und Veranstaltungen werden ebenso vielfältig dokumentiert wie das Alltagsleben.
Einen bis zur Wiedervereinigung reichenden Fortsetzungsband würde ich sehr begrüßen.
Dieses Buch ist sowohl eine Erinnerung für diejenigen, die diese Zeit noch bewußt erlebt haben als auch für die jüngere Generation, um sich zu informieren. Ein Werk zum Schmökern aber auch zur intensiven Beschäftigung mit dem Thema, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt. Daher gebe ich die volle Punktzahl.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Happyx TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Auch als Wessi kann man sich intensiv für die ehemalige DDR interessieren. Ich war vor 89 nie drüben, nur um mich anschließend umso mehr für das Leben im Osten zu begeistern. Dieser Bildband ist ein wirklicher Schatz, gehoben aus den hervorragenden Fotografien (über 60.000) des hauptberuflichen Lehrers und Fotografen Manfred Beier. Die Motive lagen zum großen Teil nur als Negative vor, wurden von Manfred Beier aber akribisch dokumentiert und beschrieben. Er konnte zudem wirklich fotografieren, d.h. mit Licht schreiben und sein Gefühl für den richtigen Moment, die Komposition ist in jedem Bild vorhanden. Kurzum, Qualität und Inhalte sind bestens und in diesem Buch verteilt auf diese Kategorien:

Familienleben
Schule
Unterwegs
Arbeit
Freizeit
Berlin

Das Familienleben ist gekennzeichnet durch bescheidenes Glück, weniger war viel mehr und die Zufriedenheit auf Seite 51 mit ganz Wenigem ist umso größer (die beiden Brüder erhalten Ersatzspielzeuge in Usedom nachdem das eigene mit der Post nicht ankam: "Weil die Familie kein Auto besitzt und mit der Bahn reist, wurden die Spielsachen per Post in den Urlaubsort vorgeschickt.").

Schule und Lernen sind Fahnenarbeiten und Paraden einerseits (Der Sozialismus - das ist die glückliche Zukunft der Menscheit) und umso engere Privatheit auf der anderen Seite. Das größte Vergnügen: "Wir bei einer Brause." Und doch: es gibt auch Bilder zur "Vormilitärischen Ausbildung" und gelenkte politische Demonstrationen der Lehrer: "Weg mit Adenauer." Beeindruckend das Mahnmal gegen den Krieg in Dresden: die Ruine der Frauenkirche war ein reales Denkmal, das erst ab 1994 wieder aufgebaut wurde.

Abseits aller gelernten Bilder der vermeintlichen, scheinbaren DDR-Erfolge (aus Westsicht Sport, Paraden und Aufmärsche) gewährt dieser Band Einblicke in Privates, in Träume, Hoffnungen und Entbehrungen. Mein Lieblingsbild auf Seite 226 zeigt eine Familie in der Urlaubsidylle am Ostseestrand. Auf einem Propagandaschild im Hintergrund steht: "Völker der Ostsee! Seid wachsam! Der westdeutsche Militarismus bedroht die Sicherheit unseres Landes." Tatsächlich hätte dort stehen können: ... Der westdeutsche Konsumismus bedroht den Seelenfrieden des Landes."
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Jo Hannes
Format:Gebundene Ausgabe
Die Vielzahl der Veröffentlichungen zum Thema DDR anlässlich der letzten
Jahrestage von Mauerfall und Deutscher Einheit ließ vermuten, der 'Arbeiter-
und Bauernstaat' sei vollständig beschrieben und erläutert.
Dieser Bildband überzeugt vom Gegenteil. Und liefert damit auf höchst
anschauliche Weise Material für die aktuelle Diskussion zum Alltag im
Unrechtsstaat. Der neue Chef der Stasi-Unterlagenbehörde Roland Jahn sagte
zu seinem Amtsantritt: 'Es wurde viel zu wenig über das ganz normale Leben
in der DDR gesprochen und geforscht. Es geht um den Alltag in der Diktatur.'

Diesen Alltag dokumentiert das Buch auf authentische Weise, die Bilder
erzählen Geschichten. Die Fotos geben den Blick frei in eine Zeit, über die
wir politisch vieles wissen. Aber wenig verstehen, wie die Menschen mit den
Einschränkungen und Chancen dieser Zeit umgegangen sind. Wie die Menschen
gelebt haben in einer Diktatur. Die Bildüberlieferung zur DDR wird
absurderweise zu einem großen Teil von offiziellen ADN-Bildern bestimmt.
Insbesondere für die Aufbaujahre der DDR fehlt es bisher an Dokumenten, die
das Leben von ganz normalen Menschen zeigen. Hier liefert das Buch neue
Einsichten in den Alltag.

Dieser Bildband überzeugt durch den persönlichen Blick eines genauen
Beobachters. Der Fotograf nimmt den Betrachter mit in die Nachkriegszeit und
lässt ihn teilhaben am Aufbau der jungen Republik. Er zeigt den
gesellschaftlichen Wandel jener Jahre, die Politisierung des öffentlichen
Raumes und die kleine Freiräume der Menschen. Die zurückhaltende Art des
Fotografierens ist dabei ein großes Plus. Manfred Beier überlässt dem
Betrachter die Deutungshoheit über seine Bilder und wirft damit neue und
spannende Fragen auf.
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