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In New York City ist der Postpunk los, und alle rennen dem britischen Trendaufguss hinterher. The National kamen schon vor vielen Jahren dort an - hatten aber Americana im Sinn. Auch wenn sie mit Interpol-Prodzent Peter Kadis das Vorgänger-Album "Sad Songs for dirty Lovers" aufgenommen haben, von ihren countryesken Düsterballaden wollten sie nicht lassen. Auch diesmal stand mit Paul Mahajan (Yeah Yeah Yeahs) ein Hype-Protagonist an den Reglern. Und erstmals hat ihre Wahlheimat deutlichere Spuren hinterlassen: Mit "Abel" huldigen sie den in New York gefeierten Joy Division, und "Mr. November" könnte auch vom nächsten Interpol-Album stammen. Trotzdem hat das Quintett seine Americana-Seele nicht verkauft, und Vergleiche mit Wilco, Lambchop oder Tindersticks sind genauso sinnvoll. Zumal sie mit Matt Berninger auf einen charismatischen Frontmann setzen können, dessen intelligente Texten düstere Seelenlagen reflektieren, vom Wahnwitz des Alltags erzählen und kritisch mit der US-Politik umgehen. Diese Band bleibt auch nach dem NYC-Trend interessant. (cs)
Biographie der Mitwirkenden
Fünf Freunde sollt Ihr sein. Am besten noch 2 Brüderpärchen und ein Kumpel, der singen kann. Man wächst auf dem Land auf, trifft sich wieder in New York und macht gemeinsam Musik, um sich die Abende zu vertreiben. Mit eigenem Geld nimmt man eine erste Platte auf, mit Glück wird die zweite (Sad Songs For Dirty Lovers) dann von Multiplikatoren auf der anderen Seite des Ozeans entdeckt. Genauso kam es, dass The National fast ein ganze Jahr lang durch Europa tourten. Und nun mit Alligator ein kleines Meisterwerk abliefern können. Es hat sich wenig verändert, aber vieles wurde vervollkommnet. Die Kollegen an den Studioreglern gaben auch schon Interpol oder den Yeah Yeah Yeahs letzten Schliff. Matt Berninger schreibt und singt noch immer über merkwürdige, traurige oder lustige Begebenheit, über Plattensammlungen, verschollene Personen und mittelgroße amerkianische Herzen. Dabei sind seine Songs weniger countryesk als Wilco, weniger larmoyant als die Tindersticks und nicht ganz so morbide wie die Caveschen Murderballads. Berningers Helden scheinen einem Tennesee Williams Stück entsprungen, sind rücksichtslose, eigentümliche und besessene Verführer, aber man mag es ihnen verzeihen.
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