Steuern gehen jeden an. Für sehr viele Menschen sind Steuern (bewusst oder unbewusst) der größte Ausgabenposten aus ihrem Bruttoeinkommen. Und das gilt keineswegs nur für Reiche und Vielverdiener !
Für die Politik sind Steuern zur Geldbeschaffung unverzichtbar und dazuhin noch eines der wenigen verbleibenden Instrumente einer wirksamen Wirtschaftspolitik. Und wie sollte der gesellschaftspolitische und ethische Anspruch, für "Gerechtigkeit" zu sorgen, anders verwirklicht werden als über durch Steuern zu finanzierende Staatsausgaben ?
Dass das Thema äußerst komplex ist, macht es nur noch interessanter. Es beschäftigen sich denn auch mindestens drei Dispziplinen eingehend mit dem Phänomen: die Juristen in der Steuerrechtswissenschaft, die Volkswirte in der Finanzwissenschaft und die Betriebswirte in der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre.
Unter diesen Voraussetzungen einen halbwegs brauchbaren Überblick zu bekommen erweist sich als äußerst schwieriges und zeitaufwendiges Unterfangen. Zumal sich die Disziplinen auch noch geradezu eifersüchtig gegeneinander abschotten und "geistigen Inzest" betreiben (Elschen, zitiert nach S. 239 des besprochenen Buchs).
Das Buch von Homburg eignet sich vor diesem Hintergrund hervorragend als Leuchtturm im Steuernebel von Politik und Wissenschaft. Größtenteils allgemeinverständlich gefasst, wird man die wesentlichen Ergebnisse der "schwierigeren" Abschnitte auch ohne die in der Finanzwissenschaft notwendigen "mathematischen Sprachkenntnisse" erfassen können.
Weil Steuern (siehe oben) alle angehen, sei dieser Leuchtturm auch allen empfohlen, insbesondere Steuerjuristen, Steuerberatern und allen, die sich für Steuerpolitik interessieren. Denn wenn schon die Angehörigen der einzelnen Steuerwissenschaften durch demonstrative Ignoranz in den jeweils anderen Teildisziplinen der Steuerwissenschaft glänzen, vollzieht sich der steuerpolitische Diskurs in der Öffentlichkeit in aller Regel völlig unbelastet von jeglicher Fachkenntnis. Wer sich einmal klar machen will, welch haarsträubender Unsinn zum Thema Steuern vom durchschnittlichen "Finanzexperten der X-Fraktion" abgelassen wird, braucht nur das entsprechende Thema bei Homburg nachzuschlagen.
Sehr empfehlenswert !