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Alles was zählt: Roman
 
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Alles was zählt: Roman [Taschenbuch]

Georg M. Oswald
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juli 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423129859
  • ISBN-13: 978-3423129855
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 11,9 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 476.140 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Georg M. Oswald
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Was sich hinter der Abteilung "Abwicklung und Verwertung" einer Bank verbirgt? "Chaos, Nervenzusammenbruch, geschlossene Anstalt, Selbstmord, Mord", sagt Thomas Schwarz. Und der muss es wissen. Er ist Mitte dreißig, stellvertretender Abteilungsleiter in einer großen Bank und treibt Kreditschulden ein. Und er ist erfolgreich. Also gnadenlos. "Wer Hilfe braucht", sagt er, "hat keine verdient".

Zynismus ist die Vernunft der Davongekommenen. Schwarz ist "drinnen" im System, "draussen" stehen die Verlierer, das "Geschmeiß", dem er auf seinem Weg zur Arbeit begegnet. Doch genau in der Mitte des Buchs wendet sich das Blatt. Seine skrupellose Chefin lässt den Vize-Vollstrecker an einem unlösbaren Fall scheitern und feuert ihn. Von heute auf morgen ist der erhabene Siegertyp ein Teil dessen, was er bisher angewidert-neugierig von außen beobachtet hat. Die zwielichtigen Betreiber des Fitnessstudios, das in seinem Wohnhaus untergebracht ist, können das Insider-Wissen des Ex-Bankers gut gebrauchen. Es geht um Dopingmittel und Geldwäsche, und weil das auch die Bank mitbekommen hat, bei der Schwarz noch vor kurzem gearbeitet hat, wird es richtig spannend. Was kostet die Moral? "Offen gestanden kann ich mir unter Illegalität nichts vorstellen, solange es um Geld geht." Und das ist schließlich alles was zählt.

Georg M. Oswald, der neben dem Bücherschreiben als Jurist arbeitet, hat einen feinen Roman um die Geschäftemacherei geschrieben, dessen Sätze nur so von der Lust am ironischen Kommentar der Milieus vibrieren. Sein Held Schwarz, der kleine Bruder von Patrick Batemann (der Hauptfigur aus American Psycho von Brett Easton Ellis, mit dem Oswald in Berlin gelesen hat), ist ein wunderbar widerwärtiger Beleg der These, dass gute Menschen die schlechteren Romanfiguren sind. --Nikolaus Stemmer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Neue Zürcher Zeitung

Abgewickelt, verwertet

Georg M. Oswalds Roman «Alles, was zählt»

Von Martin Krumbholz

Banken – jedermann weiss das – sind menschenfreundliche Institute. Sie subventionieren selbstlos die schönen Künste, sind stets nach Kräften bemüht, den Wünschen ihrer Kunden gerecht zu werden, und wahren zudem eine vorbildliche Diskretion. Doch wie alles im Leben hat auch die Bank ihre düstere Kehrseite, von der der rechtschaffene, pünktlich seine Zinsen zahlende Bürger gottlob nie erfährt. Es geht um trefflich sogenannte «notleidende Kredite»; die Abteilung, die sich darum kümmert, heisst «Abwicklung und Verwertung». Schwarz nennt der Münchner Autor Georg M. Oswald seinen Protagonisten, den jungen Banker, der gern Chef jener Abteilung würde, Thomas Schwarz – denn die Abwickler sind «die Totengräber in der Branche», zuständig für «Chaos, Nervenzusammenbruch, geschlossene Anstalt, Selbstmord, Mord».

Nein, der 1963 geborene Autor beschönigt nichts, und eben darin liegt die Qualität seines Romans «Alles, was zählt». Gleichzeitig ist der Plot fest in der Realität verankert, bis hin zu jenem kriminalesken Schluss, da Oswald den Anker süffisant lichtet, um den Helden mit erbeuteten 300 000 Mark in eine gewagte Idylle zu verabschieden, deren baldiges Ende freilich abzusehen ist. Längst ist Schwarz von seiner Bank gefeuert, es gilt nur noch, die eigene «Identität» abzuwickeln, die eben – im Schlusssatz wird es ein wenig überdeutlich ausgesprochen – gar keine ist. Schwarz endet ruhmreich als ein weisser Fleck oder, besser gesagt, als ein schwarzes Loch in der eigenen Biographie.

Um dieser Dekonstruktion willen hat Oswald sein erzählendes Ich durch Höhen und Tiefen gesteuert, hat keine Pointe ausgelassen – aber übertrieben, satirisch verfremdet hat er kaum. Allenfalls hin und wieder zugespitzt. Erfolgreiche Unternehmen – nicht nur Banken – gründen ihr Wachstum heutzutage auf der hemmungslosen (Selbst-)Ausbeutung ihrer Angestellten. «In unserem Unternehmen erwarten wir ausserordentlich viel von unseren Mitarbeitern. Wären Sie bereit, Überstunden auch am Wochenende ohne zusätzliche Vergütung . . .» Man braucht nur die Stellenanzeigen für Führungspositionen durchzublättern, um zu wissen, dass dergleichen durchaus der Realität entspricht. «Halten Sie sich für extrem ehrgeizig? Antworten Sie nur mit Ja oder Nein.» Schwarz antwortet mit Ja. Er will aufsteigen. Sein Pech, dass dies ihm, dem mittelmässig Begabten, nur begrenzt möglich ist. Er tröstet sich mit dem Ratgeber für Bausparkunden, «Heute ist ein schöner Tag»: «Beginne, auch das Scheitern zu mögen.»

Es bleibt ihm gar nichts anderes übrig. Der Lohn der Anpassung beziehungsweise der totalen Selbstpreisgabe ist nicht einmal so sehr das berufliche Desaster als vielmehr die Vernichtung des Privatlebens. Die Firma zahlt ihren Leistungsträgern absurd hohe Gehälter – deren Früchte sie niemals geniessen können, ohne ihre Bringschuld zu bedenken – und verlangt als Gegenleistung den Verzicht auf ein Leben jenseits der Karriere. Diesen Teufelspakt geht jeder Yuppie mit dem grössten Vergnügen ein, weil er ahnt, dass er sich ohne den Job mangels eigener Substanz zu Tode langweilen würde.

Die Diffusion des Privaten zeigt Georg M. Oswald plastisch an Schwarzens Beziehung zu seiner Frau Marianne, die zum gleichen Zeitpunkt wie er selbst ihre Stelle in einer Werbeagentur verliert: Das jäh entstehende Vakuum vermag keiner der beiden zu schliessen, und damit ist auch die Ehe – oder die eheliche Zugewinngemeinschaft – am Ende. «Success is a daily issue.» Die komplette Auslöschung alles Sensualistischen bringt die Roboter-Sprache an den Tag, mit der der Held einen Liebesakt beschreibt: «Wir legen uns aufs Bett und streicheln uns, was eine Steigerung des Lustempfindens zur Folge hat . . . » Der hl. Marx höchstselbst hätte nicht besser beschreiben können, wie die gesellschaftliche Ökonomie auch die Triebökonomie steuert und jeden authentischen Impuls kassiert. «Das grundlegende Prinzip unseres Daseins ist der Ausschluss der anderen. [. . .] Ist doch normal. Auch Mariannes Anteilnahme wird nur geheuchelt sein.»

Dem «flexiblen Menschen» à la Oswald ist nichts fremder als der Bildungsbürger alter Schule wie Tante Olivia und ihr Mann, der Professor, die viel Geld verdienen und der Kammermusik frönen: Hier verkümmert schlagartig alle Flexibilität, diese «ganz spezielle Generation» ist dem Helden suspekt, das klassische Erbe hat selbst als Alibi fürs soziale Renommee ausgedient. Das unterscheidet Thomas Schwarz denn auch von den Bankern und Anwälten eines Louis Begley, den er einmal zitiert: Bei dem Amerikaner fallen das Althergebrachte und das Neugewonnene noch zusammen, der Riss im Bewusstsein wird ausgehalten und melancholisch-pastellfarben übertüncht, wo dem deutschen Autor alles heillos dissoziiert ist. Eine Verflachung des Charakters ist unweigerlich die Folge davon; der Vorteil liegt in der sarkastischen, durchweg witzigen und, ja, «schonungslosen» Attitüde, mit der der Ich-Erzähler sein Selbstdekonstruktions-Programm startet und bis zum bitteren Ende durchzieht. Der Leser, der seine Zinsen pünktlich bezahlt, hat dabei viel zu lachen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe dieses Buch innerhalb von 2 Tagen durchgelesen, und habe einige Male laut gelacht. Oswalds Schreibstil ist neu und interessant, das Buch entsprach meinen Erwartungen einer satirischen Betrachtung der Gesellschaft aus Sicht eines Bankers. Allerdings ist "Alles was zählt" recht kurz, und der hohe Preis ist nicht gerechtfertigt, obwohl ich mir überlegt habe, ob dies nicht zum Titel passt. Wer etwas Kurzweil sucht, hat mit diesem Buch sicher Spaß, auch wenn es nicht "tiefer" geht.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Alles zählt was 25. September 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Äußerst unterhaltsam, eine treffende und sarkastische Fallstudie über einen Typus unserer Zeit. Ich gratuliere.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nichts von alle dem zählt ! 13. September 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Mein Gott, Klischees über Klischees .... Nichts gegen den Autor persönlich, doch teilweise wurde ich das Gefühl nicht los, einen etwas ausführlicheren Artikel der Bild-Zeitung vor mir liegen zu haben. Nachdem die Story des Herrn Schwarz beendet war, hatte ich deren Inhalt schon so gut wie vergessen. Alles in allem eine lahme Geschichte ohne Bedeutung, für nichts und niemanden.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
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Leider nicht mehr als anspruchsvolle Trivialliteratur
Naja, die Geschichte, die hier erzählt wird ist ja ganz nett: Ein biederer Banker wechselt auf einmal die Seite und schlägt über die Stränge. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. März 2004 von Klaus aus Köln
Drinnen und draußen
Arbeit, Sex, Drugs - so sieht das Leben von Thomas Schwarz aus. Er ist stellvertretender Leiter der Abteilung "Abwicklung und Verwertung" bei einer Bank. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Dezember 2003 von Mag Wolfgang Neubacher
ziemlich langatmig, wenn man(n) nicht gerade ein Banker ist!
Thomas Schwarz ist ein Banker und erzählt (ab und zu auch etwas sarkastisch und lustig) von seinem emotionallosen Job. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. März 2003 von "fcschuetz"
unterhaltsame Geschichte, von Anfang bis zur Mitte...
und dann hat den Autor wohl die Inspiration verlassen. In der ersten Hälfte ist der Roman ungemein unterhaltsam. Lesen Sie weiter...
Am 2. Juli 2001 veröffentlicht
Geniales, literarisches Meisterwerk mit köstlichem Sarkasmus
Beschreibt das Leben eines arroganten Ekels, das sich selbst als den erfolgreichen "Maker" sieht. Lesen Sie weiter...
Am 29. April 2001 veröffentlicht
Alles was zählt ... ist Geld.
Thomas Schwarz weiß das nicht erst, seit er aus seinem gut bezahlten Job bei der Bank geflogen ist. Lesen Sie weiter...
Am 29. Dezember 2000 veröffentlicht
guter start, dann gähnen
der roman fängt vielversprechend an. junger banker wird aus der bahn geworfen, das ganze bösartig kommentiert. Lesen Sie weiter...
Am 12. Dezember 2000 veröffentlicht
Junger Banker auf Abwegen
Guter Anfang, Firmen- und Ehegeschichte ok, das kriminelle Milieu hingegen nicht so treffend geschildert, einige Klischees. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Juli 2000 von Stefan Schwarz
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