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Kafka reloaded: Ein Biograf und Ghostwriter reist nach Ithaca, um die Lebensgeschichte eines gewissen Aaron Singer aufzuschreiben, von dem er lediglich ein verschwommenes Foto kennt. Als er in dem amerikanischen Universitätsstädtchen eintrifft, hält sich sein Auftraggeber im Verborgenen, er wird in dem Haus einer mysteriösen Gemeinschaft untergebracht, dessen Bewohner sich sehr seltsam verhalten, und nach kurzer Zeit kann sich der Schreiber plötzlich an seinen eigenen Namen nicht mehr erinnern. Mit schnellem Szenenwechsel arbeitet Stefan Beuse zwei weitere Erzählstränge ein, die scheinbar nichts mit der Haupthandlung des Romans zu tun haben: Der junge Ned kündigt seinen Job, um das Mädchen seiner Träume rund um die Uhr observieren zu können; die Zwillinge Aaron und Lia Singer flüchten sich in eine Bücherwelt, um ihrem prügelnden Vater in dem Paralleluniversum der Geschichten und Bilder zu entkommen. Mit "Alles was du siehst" ist Beuse ein intelligentes, bildgewaltiges und spannendes Spiel um Identität geglückt, dessen Kapitel mit Zitaten von Richard Brautigan und Radiohead perfekt eingeleitet und verortet sind. (cs)
Kurzbeschreibung
Ein Ghostwriter und Biograf reist in ein US-Amerikanisches Universitätsstädtchen, um die Geschichte eines Mannes aufzuschreiben, von dem er bislang kaum mehr kennt als ein verschwommenes Foto. Sein vermeintlicher Auftraggeber entzieht sich ihm, doch die Menschen in dem Haus, in dem er untergebracht ist, behandeln ihn als einen der Ihren. Sie verhalten sich ebenso rätselhaft wie Ned, ein junger Mann, der heimlich ein Mädchen beobachtet, zu dem er sich auf unerklärliche Weise hingezogen fühlt. Er kündigt seinen Job und widmet seine Tage fortan nur noch der Erforschung ihres Lebens. Bis er entdeckt wird und in Gefahr gerät.
Die Zwillinge Aaron und Lia Singer, von ihrer Mutter vernachlässigt und von ihrem Vater missbraucht, flüchten in eine Welt der Geschichten und Bilder. Eines Tages fliehen sie tatsächlich: in die Wälder, zu einer Hütte an einem See, wo sie allein mit sich sind. Doch bald wird auch die Natur zur Bedrohung. Was sich in Stefan Beuses außerordentlich spannend und suggestiv geschriebenem neuen Roman "Alles was du siehst" zunächst wie drei ganz verschiedene Erzählungen liest, wird zunehmend und immer raffinierter zu einer großen Geschichte über das Wesen der Identität und die geheimnisvollen Kräfte, die Menschen zueinanderfinden lassen. Mehr und mehr ergänzen sich die Teile zu einer einzigen Biografie. Aber wessen? Mit seiner klaren, souverän gehandhabten Sprache, seinen poetischen Bildern und den atemberaubenden Szenenwechseln entwickelt dieser glänzende Roman einen geradezu magischen Zauber.
Die Zwillinge Aaron und Lia Singer, von ihrer Mutter vernachlässigt und von ihrem Vater missbraucht, flüchten in eine Welt der Geschichten und Bilder. Eines Tages fliehen sie tatsächlich: in die Wälder, zu einer Hütte an einem See, wo sie allein mit sich sind. Doch bald wird auch die Natur zur Bedrohung. Was sich in Stefan Beuses außerordentlich spannend und suggestiv geschriebenem neuen Roman "Alles was du siehst" zunächst wie drei ganz verschiedene Erzählungen liest, wird zunehmend und immer raffinierter zu einer großen Geschichte über das Wesen der Identität und die geheimnisvollen Kräfte, die Menschen zueinanderfinden lassen. Mehr und mehr ergänzen sich die Teile zu einer einzigen Biografie. Aber wessen? Mit seiner klaren, souverän gehandhabten Sprache, seinen poetischen Bildern und den atemberaubenden Szenenwechseln entwickelt dieser glänzende Roman einen geradezu magischen Zauber.
Über den Autor
Stefan Beuse, 1967 in Münster geboren, lebt mit seiner Familie in Hamburg. Neben Erzählungen und Drehbüchern, einer "Gebrauchsanweisung für Hamburg" und dem Buch zum Film "Lautlos" veröffentlichte er die Romane "Kometen" (2000), "Die Nacht der Könige" (2002) und "Meeres Stille" (2004). Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u. a. den Preis des Landes Kärnten beim "Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb" in Klagenfurt 1999.