Ich habe flüchtig auf wordpress die Entstehung dieses Romans beobachtet und ihn jetzt endlich als Buch gelesen.Patricia Koelle habe ich schon als Kurzgeschichtenschreiberin kennen und schätzen gelernt. Mir gefällt ihre Sprache,sie schafft es, mich auf die kleinen schönen Dinge im täglichen Leben aufmerksam zu machen, die man so schnell übersehen kann und die es doch Wert sind, wahrgenommen und bestaunt zu werden.
Ich kann nicht beurteilen, inwieweit dieser Roman nun ganz autobiografisch ist, aber dass sie aus eigenem Erleben weiß, wovon sie schreibt, kann jeder, der auf ihrem Blog [...] mitliest bestätigen. Von daher kann ich mit diesen Negativanmerkungen des Füllermanns nichts anfangen.
Nun zum Roman selbst:
Die Heldin, Fina, liebt Anthony, der sie auch - behaupte ich, jedoch hält er die Beziehung wegen seiner schweren Herzkrankheit auf einer "Seelenpartnerebene" mit schönen einfühlsamen Gedichten und überraschenden Zeichnungen. In Jono findet sie einen Partner, der trotz seiner schweren Behinderung eine ansteckende Vitalität und Lebensfreude vermittelt und ausleben will.
Ich habe mir noch nie wirklich Gedanken über das Leben gelähmter Menschen gemacht, mein Interesse ging bisher nicht weiter als beruflich den Anforderungen des "barrierefreien Bauens" zu entsprechen.Es ging mir sehr Nahe, von den kleinen, in meinen Augen nun großen alltäglichen Problemen zu lesen, die ein Rollstuhlabhängiger haben kann, wenn die Pflegekraft ihren Job erledigt hat und er bis zum nächten Tag allein ist. Desto dankbarer bin ich, dass das nicht lamoriant erzählt wurde.
Wenn ich Patricia Koelle als Kurzgeschichtenautorin uneingeschrenkt fünf Sterne vergeben würde, für ihren Erstlingsroman vergebe ich "nur" vier, denn für mein Empfinden hat sie ab der Mitte des Romanes Fina mit ihren Gedanken und Empfindungen nicht mehr so ausführlich dargestellt wie anfangs.
Trotzdem ein sehr schöner Liebesroman der etwas anderen Art. Ich empfehle ihn vorbehaltlos.