Die Illustrationen sind sehr gelungen und verdienen die max. zu vergebende Zahl an Sternen. Auch finde ich die Grundidee der Geschichten sehr gut: ein Rabe weiß zunächst nicht, wie er sich zu benehmen hat, benimmt sich gehörig daneben und lernt schließlich dazu. Doch kommt für mich der Effekt des Dazulernens nicht klar genug herüber. Der Rabe wird bezüglich seiner Sprache auch nie zurecht gewiesen. Kindern werden hier eine Fülle an möglichen Schimpf- u. Krauftausdrücken präsentiert, welche sie sehr begeistert sofort in ihren Sprachgebrauch aufnehmen. Wer jedoch bemüht ist, seinem Kind eine gewählte Sprache beizubringen, dem sei dringendst abgeraten von diesem Buch! Ich persönlich bin schlichtweg entsetzt über die Sprache des kleinen Raben und der Streitkultur, die hier vermitttelt wird (hier ein Auszug: ..."Fresssack", schimpft der kleine Rabe. "Streithammel," erwidert Stulle. "Du kannst gleich eins auf die Nase haben, du Stänkerfatzke", krächzt Socke. "Komm' doch du Angeber." "Wer redet denn mit dir, du Nörgelfritze, Stinkstiefel, Käsemoppel, Pflaumenaugust", tobt der kleine Rabe und sagt die besten Schimpfwörter, die erkennt ....
oder eine andere Passage: "... ich hatte mich so auf Zirkus gefreut. Die sind doch gemein. Das sind doch alles lahme Enten, Besserwisser, Hosenschisser. Die werden bald wieder angekrochen kommen. ..."
Ich habe die Sätze dann begonnen umzuformulieren, um das Buch trotzdem vorlesen zu können, da die Illustrationen wie gesagt wirklich gelungen sind und ich das Buch nicht wegwerfen wollte.