Zufaellig fiel mir zuerst der zweite Band der Tagebuecher in die Hand- ich war hin und weg. Unheimlich fesselnd und interessant. DDR Alltag einer nicht alltaeglichen und mutigen Intellektuellen. So hatte ich mir das Leben nicht vorgestellt, in diesem Staat von dem ich bisher leider nicht viel mehr wusste, als diese ewigen Schlagworte. Eine neue, hochinteressante Welt tat sich auf!
Dazu kommt eine extrem lebenshungrige, leidenschaftliche und doch manchmal kuehl analysierende Frau.
Ich habe mir sofort auch den ersten Band besorgt. Der ist zu Anfang etwas chaotischer und sehr privat, die interessanten politischen Aussagen des zweitens Bandes fehlen zunaechst, aber im Laufe der Lektuere kommt das auch noch, und wie!
Ein Manko gibt es allerdings, aber daran ist nicht BR schuld, sondern die Herausgeberin. Am Ende des Buches sind Anmerkungen und Ergaenzungen. Keinerlei Hinweise darauf (wie zum Beispiel ganz simple Fussnoten) im ersten Teil. Damit koennte man leben, ich habe einfach 2 Buchzeichen benutzt und auf gut Glueck nachgesehen, ob bestimmte Dinge erklaert werden. Und genau hier kommt der Schwachpunkt. Es wird zwar vieles erklaert, aber noch mehr nicht erklaert, man koennte hier sehr viele Informationen und Ergaenzungen anbringen. Aergerlich, die Qualitaet schwankt sehr, wie bei einer nicht konsequent durchgefuehrten Fleissarbeit.
Nimmt den Tagebuechern selbst aber nichts--lesen!