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Alles nur geklaut
 
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Alles nur geklaut [Taschenbuch]

Falko Hennig
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: btb Verlag (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442726948
  • ISBN-13: 978-3442726943
  • Größe und/oder Gewicht: 18,7 x 11,9 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 803.440 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Falko Hennig
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Familie Hennig in der DDR in den 70er Jahren. Das heißt Sommerferien an der Ostsee, die Winter verbringt man im Städtchen Swoboda im Riesengebirge, "Heimat von Rübezahl, dem Berggeist im Riesengebirge". Kann eine Kindheit aufregender verlaufen?

Nein, keine Ironie! Falko Hennig, der im Sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat aufwuchs, hat wirklich einiges zu erzählen. Es war eine aufsäßige kleine Familie, die, wenn es auch nie in den Geschichtsbüchern Erwähnung finden wird, ganz schön am Stuhlbein des Regimes gesägt hat. Und das auf höchst eigenwillige Art. Frau Mama, eine ungestüme Dame, drängte eines Tages einen Militär-Trabbi vom Wege ab, mußte dann aber leider feststellen, daß der ranghöchste DDR-General darin saß, der nun im Acker kurz vorm Kollaps stand. Papa war Sportlehrer. Honeckers mahnenden Aufruf, "aus unseren volkseigenen Schulen und Turnhallen sei noch viel mehr rauszuholen", hatte er irgendwie mißverstanden. Er klaute nämlich wie ein Rabe. Sprossenwände, Tischtennisplatten, Rhönräder und Barren fanden ihr neues Zuhause in Familie Hennigs Datscha.

Anläßlich eines Bibliotheksbesuches mit der Mutter entdeckte der kleine Falko schließlich die Welt der Bücher. Und war verloren für Honeckers Welt. Zusammen mit einem Kumpel verschlang er Mark Twain, Karl May, Kästner und alles, was ihnen in die Finger geriet. Alles nur geklaut natürlich, die Gene des Vaters schlugen wohl durch und Hennig baute sich durch die Bücher eine Gegenwelt zum drögen DDR-Alltag auf.

Keine Betroffenheits-Suada, sondern ein durchaus launiger Bericht eines Schlitzohres und Kulturkleptomanen, der sich durch alle DDR-Widrigkeiten lavierte, im August 1989 schließlich über Ungarn in den Westen gelangte, nur um festzustellen -- die Schwierigkeiten hier waren zwar anders, aber keineswegs geringer! --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Alles beginnt im Clara-Zetkin-Kindergarten in Ludwigsfelde: Der kleine Falko stiehlt eine Spielzeugeisenbahn, und niemand kommt ihm auf die Schliche. Ungehindert frönt der Erzähler von nun an seiner Leidenschaft, nichts ist vor ihm sicher: Spielzeug, Fahrräder, Schreibmaschinen - und Bücher. Vor allem den Büchern kann er nicht widerstehen. Doch es sind weniger seine Diebstähle, für die er sich vor den Lehrern und sonstigen Autoritäten zu verantworten hat, als vielmehr seine „politischen“ Verfehlungen.
Der Schulzeit folgt eine Schriftsetzerlehre in Berlin, wo er unter anderem in den Plenarsaal der Volkskammer einbricht, obwohl er sich doch eigentlich nur bei einer Loriot-Lesung einschleichen wollte. Im Sommer 1989 flieht er über Ungarn in den Westen, schließlich landet er auf der Buchmesse in Frankfurt, ein wahres Paradies für den bibliophilen Kleptomanen. Seine „kriminalistische Karriere“ setzt der leidenschaftliche Dieb auch im geeinten Deutschland fort ...
Höchst kurzweilig erzählt Falko Hennig von der Befindlichkeit der Ostdeutschen: In seinen schrägen Episoden wird dem West-Leser ein unüblichen Einblick in den DDR-Alltag gewährt, und der Ostler wird in diesem amüsiert-unsentimentalen Rückblick manches nur allzu Vertraute aus dem Musterland des real existierenden Sozialismus wiedererkennen.

"Es ist das Buch, vor dem uns unsere Religionslehrer gewarnt haben würden, hätten sie nur davon gewußt."
Die Weltwoche

"Eine gesamtdeutsche kriminelle Karriere, flott erzählt."
Buchmarkt

"Seine ('nicht-gescheiterte ') kriminelle Karriere ist zugleich auch eine Vita des aktiven Widerstands - vom Feinsten."
taz


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Shaun TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Dieses Erstlingswerk von Falko Hennig handelt aus der Ich-Perspektive vom Erwachsenwerden in der DDR. In vielen einzelnen Episoden reiht sich dabei nach Art eines rechten Schelmenromans ein Diebstahl an den nächsten, und der trockene Humor, den der Erzähler dabei entfaltet, macht die Lektüre zu einer lohnenden, erfährt der Leser doch nebenher jede Menge Details aus der DDR zur Wendezeit. Hennig klaut u.a. auch Mengen an Bücher, darunter z.B. eine „Geschichte der SED, ein Abriß". Diese sinnentleerte Scharteke wird kurzerhand von ihm ausgeweidet, so dass er anderes Diebesgut, nämlich einige scharfe Patronen und Panzerminiaturen, hineinverstecken kann - eine herrliche Symbolik zur Geschichte dieser SED tut sich ganz nebenbei dabei auf. - Wieso eigentlich Diebstahl: „Öffentlich wurde Kriminalität in der DDR sowieso kaum behandelt, das war schließlich eher ein Problem des sterbenden Kapitalismus." Teil 1 endet mit dem Wunsch, Schriftsetzer zu werden, Teil 2 enttäuscht diesen Wunsch und endet in der Flucht über die offene ungarische Grenze nach Österreich am 16. August 1989. Der letzte Teil erzählt dann von diversen Tätigkeiten und Reisen in die westliche Welt und des Autors Betrügereien der dortigen Behörden und Versicherungen; z.B. bekommt er eine Einberufung zur Musterung von der Bundeswehr; statt ihr Folge zu leisten, schreibt er der Behörde kurzerhand mit anderem Namen, ein Brief an einen Falko Hennig sei fälschlicherweise in seinem Briefkasten gelandet, wie peinlich usw., woraufhin sich die Behörde nie wieder bei ihm meldet. Insgesamt eine sehr lesenswerte Geschichte, die sich lieber witzig statt moralinsauer (wie etwa „Zonenkinder") mit der Wendezeit beschäftigt. (10.08.04)
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
sehr schön 1. Februar 2003
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
habe dieses kleine goldmann-buch nur durch zufall in die hand bekommen. es lag auf dem büchertisch der eltern meiner freundin. aber wie das mit guten zufällen so ist: gelangweilt von einer sonntag-nachmittäglichen familienplauderei las ich ein wenig darin, dann las ich ein wenig mehr, dann nahm ich das buch mit nach hause (die freundin blieb bei den eltern) und spät nachts hatte ich es dann durch. wie oben schon geschrieben: sehr schön, sehr sehr schön. da kann man ruhig mal hin ausweichen, wenn einem stuckrad-barre und kaminer (und davon gehe ich aus) nicht mehr allzu viel geben. jetzt lese ich gerade trabanten, hennigs zweiter roman, und dann warte ich mal drauf, was von dem guten mann noch so alles kommt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
SBZ, SED, FDJ und FKK 26. März 2007
Format:Taschenbuch
"Sonnenallee" gesehen oder gelesen, die "Schulz & Schulz"-Fernsehreihe gemocht, "Helden wie wir" verschlungen ?

Hier kommt noch mehr aus dem DDR-Fundus - "Alles nur geklaut" von Falko Henning.

Kein Plagiat sondern eine launige, recht abenteuerliche Biographie eines Ex-Zonis.

Seit seligen Kindergartenzeiten ist Falko Henning Kleptomane, bevorzugt lässt er Gedrucktes in gebundener Form mitgehen. Damit kommt er nach seinem Vater, einem Sportlehrer, der sich auf Turngeräte spezialisiert hatte. Ständig auf der Suche nach neuem Lesestoff manövriert er sich durch die Irrungen des Republikalltages. Datsche und Ostsee-FKK, Klassenzimmer und Volkskammer, LPG und Brigade, FDJ und NVA, mit ständigen "politischen" Verfehlungen aber mit viel Chuzpe, Zynismus und Phantasie werden sämtliche Hürden des Arbeiter- und Bauernstaates übersprungen.

Lustige Geschichte, trockener Humor - kann man an einem Stück runterlesen
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