Der junge Palästinener Tarek will sich, um die vermeintlich verlorene Ehre seines Vaters wieder herzustellen, auf einem Markt in Tel-Aviv in die Luft sprengen, doch im entscheidenden Moment versagt der Zündschalter. Ausgerechnet beim Israeli Katz will er sich einen neuen Schalter besorgen, doch der ist nicht verfügbar und da der Shabat beginnt, muss Tarek zwei Tage warten. In dieser Zeit freundet er sich mit Katz und verliebt sich in die junge, rebellische Israelin Keren, die einen Kiosk führt. Zwei Tage lang lernt er seine Feinde kennen, ihre Gefühle, ihre Probleme und baut seine Hassgefühle ab. Doch seine palästinensischen Mitkämpfer drohen ihm mit Sprengung per Handy-Fernzündung und Repressalien für seine Familie und vor allem den kranken Vater ( die nebenbei von den Plänen Tareks nichts weiß und die Mutter ihn besorgt vor der Terrorwarnung für Tel-Aviv berichtet und zur Obacht mahnt ).
Gespenstisch wirken die zynischen Gespräche während der Autofahrt durch die Wüste Israels, in denen Tarek für die Sprengung vorbereitet wird, während sich der eine Begleiter in Belanglosigkeiten verliert, während der Anführer eiskalt Tarek erklärt, wie er sich umzubringen und Menschen damit zu ermorden hat.
Von Tel-Aviv sieht man fast nur zerfallene Straßenzüge, jenseits des Glamours. Unkundige würden allerdings angesichts der Bilder von Tel-Aviv - mit die modernste und pulsierenste Stadt im Nahen Osten - einen komplett falschen Eindruck bekommen.
Einerseits hat man sich um eine Klischeefreiheit der Figuren bemüht. Weder ist Tarek ein primitiver Selbstmordbomber mit Bart und Turban, noch ist Katz der hakennäsige, Araber hassende, Jude. Keren ist die - hierzulande oftmals unbekannte - typische junge Tel-Avivnik, europäisch modern. Ärgerlich sind dann die fiesen Brüder Kerens, orthodoxe Juden ( plakative Mahnung, dass es nicht nur fanatische Muslime gibt ) mit passenden antiarabischen Graffitis, sowie einen übereifrigen, rassistischen israelischen "Blockwart" Die alten Juden sind reichlich schrullig, aber liebenswert.
Dror Zahavi, israelischer, in Deutschland lebender Regisseur schafft eine ausgewogene Handlung. Israelkritisch ( JA, es ist möglich, ohne: einseitig zu hetzen oder anzuklagen, was bis dato ich nur von israelischen Regisseuren kenne ) und kritisch gegenüber der Moral der palästinensichen Attentäter und dem fragwürdigen Ehrverständnis, ohne auch hier kollektiv anzuklagen ( ebenso mir nur von israelischen Regisseuren bekannt ).
Ein sehr guter Film über die Verhältnisse einer Gegend, die emotional und fast ausschließlich mit Polemik diskutiert wird. Er reiht in die mir bekannten guten Alternativen LEMON TREE von Eran Riklis oder THE BUBBLE von Eytan Fox ein.