Ich kann mich der Euphorie über dieses Buch nicht uneingeschränkt anschließen. Sicher ist es empfehlenswert die Produkte der Kosmetikindustrie kritisch zu beurteilen und nicht jeden Schönheits-und Waschwahn mit zu machen. Die vielzitierten Waschgewohnheiten früherer Generationen kamen aber einfach daher, dass man gar kein Badezimmer hatte, dass das Wasser mühsam herbeigeholt werden und evtl. auf dem Herd erhitzt werden musste, da hat man sich dreimal überlegt, ob man sich ein Bad gönnte. Auch gab es keine Waschmaschine, Kleiderwechsel war ein Luxus am Samstag. Ich habe erlebt wie schwer ein Waschtag für meine Mutter war.
Vielleicht sollte sich die Autorin mal überlegen wieviel Krankheiten früher durch mangelnde Hygiene zustande kamen.
Die Beispiele mit den Naturvölkern hinken ebenfallsh gewaltig, diese haben auch ihre Schönheits- und Reinigungsrituale.
Mich stört ebenfalls die schlechte Strukturierung des Buches und wenn schon alles angeprangert wird, dann doch bitte mehr Informationen welche Produkte man zur Reinlichkeit verwenden kann. Ich glaube der Autorin, dass fast alle Kosmetikprodukte zuviel Chemie enthalten und werde mich in einigen Bereichen daran halten und mein Verhalten umstellen. Aber wenn ich zum Beispiel im Garten geschuftet habe, dann genügt es nicht, sich nur an bestimmten Stellen mit klarem Wasser zu waschen und mein feines Babyhaar, das ich schon immer hatte, klatscht am Kopf an, da hilft auch kein bürsten.
Ich schminke mich auch gerne und zwar nicht weil ich mich an einem Filmstar orientiere (wie im Buch unterstellt), sondern weil ich mir selbst so besser gefalle, punkt um !!! Das Schminken und Waschen hat übrigens eine jahrtausendalte Kultur, das wusste schon Kleopatra.
Mich stört an diesem Buch, dass die Autorin aus vielen Quellen abgeschrieben hat (die Quellen sind im Buch angegeben), sicher weiß sie vieles aus Erfahrung und der gesunde Menschenverstand gibt auch mir Anlass, Kosmetikprodukte kritisch zu hinterfragen, sie macht es sich meineserachtens aber zu einfach mit ihren Ratschlägen.
Sie zitiert öfters Herrn Dr. Bruker, dessen Buch "Unsere Nahrung, unser Schicksal" ich besitze und gelesen habe und dass ich sehr empfehlen kann. Seine Ratschläge zur Ernährung sind fundiert und nachvollziehbar. Vielleicht nicht immer im modernen Leben zu praktizieren aber doch sehr lehrreich. Frau Kehrbusch ist hier auch ein Fehler unterlaufen, sie schreibt, dass gesundheitsbewusste Menschen betonen, dass sie Margarine bevorzugen. Da sollte sie mal genau bei Herrn Dr. Bruker, den sie oft zitiert, nachlesen: Margarine ist durch den Umwandlungsprozess des pflanzlichen Öles ein reines Chemieprodukt. Seit ich das gelesen habe, verwende ich nur noch Butter, auch zum Backen. Margarine verringert auch nicht den zu hohen Cholesterinspiegel, das weiss man heute. Zu hohes Cholesterin hat ganz andere Ursachen.
Abschließend mein Kommentar zu diesem Buch, lesen Sie es ein zweites Mal, das werde ich auch tun. Gehen Sie kritisch mit den Produkten um, suchen Sie naturbelassene Kosmetik, aber auch hier kritisch die Zusammensetzung lesen. Der Naturkostladen oder das Reformhaus ist auch keine Garantie für reine Natur-Produkte, leider!! Ich werde zukünftig wieder Henna zum Haarefärben benutzen, habe ich früher immer verwendet und war zufrieden, dauert halt länger als die chemischen Produkte.
Nur bitte liebe Mitmenschen, das Duschen und Haarewaschen gehört nun mal zum modernen Menschen, lasst uns nicht ins Mittelalter zurück fallen, hier kann ich die Ratschläge von Frau Kehrbusch nicht nachvollziehen und glaube auch nicht, dass sie das wirklich so praktiziert.