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Eine Fabrik verseucht eine arktische Insel, und alle im Unglücksjahr geborenen Kinder siechen dahin. Nur Nikko überlebt und will weiterleben, beschädigt, mutiert, aber voller Energie - vor allem gegen die Männer, ob sie nun der archaischen Welt der Insel oder der modernen des Festlandes angehören. Véronique Ovaldé hat für ihren zweiten Roman ein eisiges Setting gewählt, in dem ihre Figuren schmerzhaft genau und archetypisch hervortreten. "Alles glitzert" ist gut geschriebene, feministische Unterhaltungsliteratur, in der viel Schnaps gegen eine grausige Kälte getrunken wird, die wenig mit dem Breitengrad und viel mit den Menschen zu tun hat. (aw)
aviva-berlin.de, 17.08.2006
Ein starker Roman voller Subtilität. Wer sich von der Macht der Worte verführen lassen will und ein kleines Mädchen auf ihrem inneren Weg in ein Leben aus Selbstbestimmtheit und Erwachen begleiten will, sollte sich Véronique Ovaldés "Alles glitzert" sofort hingeben.
Kurzbeschreibung
Ungewöhnlich viele Kinder werden in jenem Jahr auf der arktischen Insel geboren, und alle sterben bald darauf - bis auf das Mädchen Nikko.Vor dem Hintergrund einer ökologischen Katastrophe erzählt Ovaldé in einer poetischen, gestochen-scharfen Sprache von einer fernen, magischen Welt und dem Befreiungsversuch einer jungen Frau.
Klappentext
»Ich bin in einer klaren Mondnacht geboren, einer jener Polarnächte, die sich in Koukdjouak über Tage und Nächte erstrecken, begleitet von Blizzards und lautem Getöse ... Ich bin bei der Geburt mit einem anderen Mädchen vertauscht worden - einem rosigeren, robusteren, mit echten Haaren und einem viel besser funktionierenden Körper, einem weniger schweigsamen, weniger unheimlichen kleinen Mädchen, »sie ist unheimlich«, sagt mein Vater immer...« Dass von allen damals geborenen Kindern nur Nikko das »Große Unglück« überlebt hat, das auch Fische und Vögel sterben ließ, ist auf der arktischen Insel niemandem geheuer. Man spricht nicht gern mit ihr, deshalb muss sie selbst herausfinden, was seinerzeit in der großen Fabrik geschah. Ein Stacheldrahtzaun umgibt nun das Gebäude, und Koukdjouak ist hermetisch vom Festland abgeriegelt; nur Nikkos bunte Pillen, die dem Gift in ihrem Körper entgegenwirken sollen, treffen regelmäßig ein. Dort, in der Ferne, muss ein anderes Leben möglich sein, ein wirkliches Leben jenseits der Isolation. Als eines Tages Arbeiter vom Festland eintreffen, um die Fabrik wiederzueröffnen, sieht Nikko ihre Chance gekommen, auch wenn sich in der kleinen Gemeinde Widerstand formiert. Véronique Ovaldé ist ein kleines Meisterwerk gelungen: Vor dem Hintergrund einer ökologischen Katastrophe erzählt sie in einer poetischen, gestochen-scharfen Sprache von einer archaischen Welt und dem Befreiungsversuch einer jungen Frau.
Umschlagtext
»Ich bin in einer klaren Mondnacht geboren, einer jener Polarnächte, die sich in Koukdjouak über Tage und Nächte erstrecken, begleitet von Blizzards und lautem Getöse ... Ich bin bei der Geburt mit einem anderen Mädchen vertauscht worden - einem rosigeren, robusteren, mit echten Haaren und einem viel besser funktionierenden Körper, einem weniger schweigsamen, weniger unheimlichen kleinen Mädchen, »sie ist unheimlich«, sagt mein Vater immer...« »Ein funkelnder Roman, rein wie Eis.« Le Monde des Livres
Über den Autor
Véronique Ovaldé, 33, lebt mit ihren zwei Kindern in Paris und arbeitet als Herstellerin in einem Verlag. Über ihren Roman »Die Männer im Allgemeinen gefallen mir sehr« (Kunstmann, 2005) sagte Christoph Vormweg im Deutschlandfunk: »Eine soghafte, bildstarke Prosa, ein eigener Ton.«