Heraklit lebte etwa um ca. 504 v.Chr. Für mich persönlich ist er der tiefsinnigste Philosoph überhaupt. Wer so klar und kurz den "Kern" formulieren kann, der hat die Wahrheit wirklich gefunden und verinnerlicht. Für die Texte von Heraklit muß man sich aber schon ein wenig Zeit lassen und etwas länger darüber reflektieren. Die Texte sind eben nur eine konzentrierte Antwort, die entsprechende Frage, die die Antwort erklären würde, fehlt! Was sagt ihnen folgender Satz z.B.: "Gleich ist Anfang und Ende auf der Kreislinie."....., oder dieser Satz: "Die Menschen erwarten nach ihrem Tod, was sie nicht zu hoffen wagen."
Der Autor hat nun den mutigen Versuch unternommen, die Fragmenttexte in einen fiktiven Dialog mit Heraklit einzubauen. Das Geschehen spielt in unserer Zeit mit all den Schwierigkeiten die der "antike" Heraklit heute hat. Durch das Gespräch werden viele der Texte erst richtig verständlich. Gelungen fand ich auch die Idee des Autors 20 Bilder von M.C. Escher mit in dem Buch aufzunehmen. Diese Bilder, die dem Leser immer wieder die Täuschung der Sinne zeigen, passen wunderbar zu den Texten.
Am Ende des Buches werden nochmal alle 129 Fragment Textstellen des Heraklit aufgeführt und teilweise noch in einem anderen Zusammenhang vom Autor gedeutet.
Zitate aus dem Buch:
"Mehr als sichtbare gilt unsichtbare Harmonie."
"Der Seele Grenzen kannst du nicht ausfinden, auch wenn du jede Straße abwanderst, so tief ist ihr Sinn."
"Vor Gott ist alles schön, gut und gerecht, aber die Menschen wähnen, das eine sei Unrecht, das andere Recht."