Die Einschränkung vorweg: Die Bläck Fööss kratzen hier haarscharf am "Schlager" & am gefühlsduseligen Kölschtümeln vorbei. Das ist bei ihren Scheiben sonst zum Glück die Ausnahme. Daher bei "Alles für die Liebe" 'nur' viereinhalb Sterne von mir ... dann doch gnädig aufgerundet.
Wie traditionell bei den Fööss, ist auch diese CD passend zum Weihnachtsschenken erschienen, wie zuletzt üblich bei den Paveiern produziert. Ob das Letztgenannte dem Sound so gut tut, darf jeder für sich selbst entscheiden. Die Lieder erinnern ab und an schon an andere Lieder, eigene und fremde: "Güle Güle" etwa orientiert sich offenbar an einer Köbes-Underground-Karnevalsversion, die ihrerseits Tarkans türkisches Kuss-Lied übertrug. Einige Songs sind "Hände-in-die-Luft-und-Mitsingen", andere sind eher zum Zuhören. Alle sind passabel. Doch bis auf das Schlusslied, das wirklich aus der aktuellen Fööss-Erfahrung kommt, bleiben Text und Melodie nicht wirklich im Kopf. Gesungen wird ziemlich abwechselnd (und teils mit wohlfeiler Hall-Unterstützung)- ich vermisse da Tommy Engel noch immer.
Kurzum: die Bläck Föös sind die beste Kölner Band, doch sie bräuchten z.B. den genialen Hans Knipp selig wieder; das hier wirkt auch etwas wie Einläuten einer Schlussphase, auch wenn ich das Gegenteil erhoffe.