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Alles andere als ein Held [Gebundene Ausgabe]

Rudolf Lorenzen
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Gebundene Ausgabe, September 2007 --  
Taschenbuch --  

Kurzbeschreibung

September 2007
»Ich bin gar nicht sicher, ob alles andere als ein Held nicht der beste Roman irgendeines heute lebenden deutsch schreibenden Autors ist.« (Sebastian Haffner)

Robert Mohwinkel ist kein Held. Im Gegenteil, er versucht, wo immer es geht, sich ganz und gar anzupassen. In der Familie, in der Schule, in seiner Ausbildung zum Schiffsmakler, in der Wehrmacht, stets möchte der junge Träumer, nicht auffallen. Nur im Tanzclub blüht er ein wenig auf. Erst nach dem Krieg, als sich die Zeitengeändert haben, und die Duckmäuser alter Schule nicht mehr gefragt sind, wacht er auf. Doch selbst diesmal macht er es nicht wirklich richtig. Der Roman »Alles Andere als ein Held« erschien erstmals 1959, ging allerdings trotz guter Kritiken neben Grass »Blechtrommel« und Bölls »Billard um halbzehn« unter. Das lag nicht zuletzt daran, dass man in Deutschland so kurz nach dem Krieg von der allseitigen Anpasserei, den Verbrechen der Wehrmacht und den Betrügereien, auf denen sich das »Wirtschaftswunder« begründete, nichts hören wollte. Als der Roman 2002 nochmals erschien, wurde er begeistert gefeiert und sofort in die SWR-Bestenliste gewählt. Nun liegt das Buch, vom Autor nochmals durchgesehen und mit einem neuen Nachwort versehen, im Rahmen der Lorenzen-Werkschau im Verbrecher Verlag endlich wieder vor!

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 600 Seiten
  • Verlag: Verbrecher (September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3935843925
  • ISBN-13: 978-3935843928
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 14 x 4,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 519.921 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Ich bin mir gar nicht sicher, ob ›Alles andere als ein Held‹ nicht der beste Roman irgendeines heute lebenden deutschschreibenden Autors ist.« Sebastian Haffner -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Der Verlag über das Buch

Rudolf Lorenzen stellt mit Ironie und Satire auf einzigartige Weise die Kriegs- und Nachkriegszeit bloß: Daß Robert Mohwinkel die Obrigkeiten durchschaut, ihrer Gewalt instinktiv ausweicht und sie damit entlarvt – das macht diesen klassischen Verlierer zu einem frappierend modernen Helden. Kein anderer Autor hat diese deutschen Jahre packender, realistischer und gleichzeitig amüsanter geschildert als Rudolf Lorenzen in diesem wieder entdeckten Roman. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

4.7 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bremen 14. Mai 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Als das Buch 1959 auf den Markt kam, fühlte sich Petra Kipphoff in der "Zeit" bei der Exaktheit der Beschreibung an Thomas Mann erinnert. Sebastian Haffner urteilte 1965: "Ich bin mir gar nicht sicher, ob "Alles andere als ein Held" nicht der beste Roman irgendeines lebenden deutsch schreibenden Schrifstellers ist". Die Bremer Zeitungen hatten nur Wörter wie "Schmutz" und "Ekel" für diesen in Bremen spielenden Roman übrig. Robert Mohnwinkel, der Antiheld des Romans, ist kein Held. Eher eine Art Schlemihl, der mit Teilnahmslosigkeit und Gewitztheit das Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg übersteht. Er ist sicherlich ein "moderner", existentialistischer Held, ähnlich wie Meursault in Camus' "L'étranger". Man kann dem Verlag nur dankbar sein, dass es diesen deutschen Roman nach einem halben Jahrhundert wieder auf dem Markt gibt. Vielleicht lesen ihn jetzt ja auch mal die Bremer, die das Bild ihrer Vaterstadt damals so furchtbar fanden.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Klasse für sich 14. Juli 2002
Von E.A. Wz.
Format:Gebundene Ausgabe
Glücklicherweise ist dieser, bereits 1959/'60 erstmals erschienene Entwicklungsroman - er umfaßt die Lebenszeit des "Anti-Helden" Robert Mohwinkel von 1922 bis 1959 - wieder zugänlich. Und sein Autor hat es verdient! Gelingt es Lorenzen doch in unterhaltsamer,einfühlsamer und eindringlicher Schilderung nicht nur dieses Leben, dieses Einzelschicksal zu gestalten, sondern auch ein Zeitenpanorama entstehen zu lassen, das von der Weimarer Republik über Nazi-Deutschland und die Kriegszeit bis in die Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit der Republik reicht. Dadurch verdeutlicht er nachdrücklich die Einflüsse und Prägungen der Eltern- und Vorelterngenerationen, die erklären, warum wir Deutschen zu dem geworden sind, was wir sind und wofür wir in der Welt stehen, im Positiven wie auch im Negativen. Niemals war Geschichte einleuchtender und eingängiger zu verstehen als hier. Wer ernsthaft seine Wurzeln verstehen möchte, der wird hier fündig!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielleicht bester deutschsprachiger Roman 22. Oktober 2008
Von Rudy jr.
Format:Gebundene Ausgabe
Rudolf Lorenzen gelang 1959
nach einem Preisausschreiben der SZ (Süddeutschen Zeitung)
dieses fulminante Debut.

Trotz des fast läppischen Titels und der
unendlichen Aufmachung meiner
1982er Ullstein Taschenbuchausgabe griff ich irgendwann zu und las.

Und las und las.

So süffig, so unter- und hintergründig,
so gnadenlos begabte Erzählkunst...

Etwas so scheußliches wie die beschriebene
Kindheit, Jugend, Kriegszeit und dann
erst die Nachkriegszeit wo unser Protagonist nämlich
erst so richtig unter die Räder kommt.
Und dann genießt man die Schilderung,
weil sie einen einfach stringent mitreißt,
ohne jemals reißerisch zu werden.

Um es kurz zu machen:
Ich las das Ding wiederholt.
Ich beschaffte es schwierig antiquarisch.
Ich betrachtete mich als Fan des Autors,
und erhaschte weitere Werke...

Da erst verstand ich, warum
"Alles andere als ein Held" von Rudolf Lorenzen
nicht in Schulen Pflichtlektüre ist:

Der Mann hat sich mit weiterem Schaffen
um seine würdige Reputation geschrieben.
Selbst das Vorwort zur 1982er Ausgabe atmet
Zeigefinger und Besserwisserei und alles, was wir nicht brauchen.

Alles Andere aus Lorenzens Feder möchte ich
nicht kommentieren;
bleibe aber dabei, daß der "Held"
die Ehre verdient als womöglich
bestes je auf deutsch verfaßtes Werk betrachtet zu werden.

In der Musik passiert so etwas doch häufiger:
Ein Hit, der Rest wird besser verschwiegen.

Lesen, eigene Meinung bilden!

Es wird keine Reue für die aufgewandte Zeit einsetzen.
Das ist ein Versprechen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Andreas
Format:Gebundene Ausgabe|Verifizierter Kauf
Ich habe das Buch im Abstand von 30 Jahren zweimal gelesen und war beide Male wieder begeistert. Der Protagonist erlebt und durchlebt sein Erwachsenwerden unter den äußeren Umstände teilweise reflektierend und manchmal sehr unbedarft. Es beschreibt für mich sehr hintergründig eines der größten psychologischen Experimente des letzten Jahrhunderts, deren Auswirkungen die nachfolgende Generation dann mittelbar in ihren Vätern und Großvätern, aber auch ihren Müttern und Großmüttern zu spüren bekommen haben. Die Geschichte eines Jungen und Mannes, der die Zeit des Nationalsozialismus, des Krieges und die Nachkriegszeit teilweise hellsichtig und unterkühlt kommentierend, aber auch, trotz der scheinbaren Abgebrühtheit auch sehr unmittelbar durchlebt. Mit etwas Bedacht gelesen, sagt das Buch wahrscheinlich mehr über diese Generation und die Folgen für ihre Nachfahren, als manche wissenschaftliche Aufbereitung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu Unrecht (fast) vergessen 13. Dezember 2011
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
1959 war ein gutes Jahr für die deutschsprachige Literatur. Es erschienen u.a.: "Die Blechtrommel" von Günter Grass, "Billard um halb zehn" von Heinrich Böll; "Mutmaßungen über Jakob" von Uwe Johnson - und eben "Alles andere als ein Held" von Rudolf Lorenzen. Dass es Lorenzen in diesem illustren Kreis mit seinem ersten Roman nicht gerade leicht haben würde, ist sicherlich nicht verwunderlich; dass dieses Buch so schnell in Vergessenheit geriet, erstaunt doch etwas - oder auch nicht. Vielleicht trug zu diesem raschen Vergessen auch bei, dass sich Lorenzen weigerte, an einem Treffen der "Gruppe 47" teilzunehmen.
Mehr als 40 Jahre gingen ins Land, bis der Roman wieder aufgelegt und nun auch registriert wurde.
Lorenzen zeichnet in seinem Roman - Basis war eine Erzählung aus dem Jahre 1957 - das Bild eines angepassten, aber schlitzohrigen (jungen) Mannes (Jahrgang 1922), der mit viel List Hitlerjugend und Kriegsdienst überlebt (autobiografische Züge sind unübersehbar). Nach dem Krieg hat es Robert Mohwinkel anfangs nicht gerade leicht, aber letztlich schafft er den Aufstieg.
Eine Erklärung für das rasche Verschwinden des Romans bald nach seinem Erscheinen könnte auch sein, dass der Autor schonungslos die Kriegsverbrechen der Wehrmacht zeigt; daneben kommt seine Geburtsstadt Lübeck ziemlich schlecht weg. Offensichtlich wollte man im "Wirtschaftswunderland" an all das nicht erinnert werden!
Eine tolle Wiederentdeckung; heftigste Leseempfehlung!
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