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Alles Zufall. Die Kraft, die unser Leben bestimmt
 
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Alles Zufall. Die Kraft, die unser Leben bestimmt [Gebundene Ausgabe]

Stefan Klein
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Kaum etwas löst heftigere Debatten aus als die Frage, ob nun Schicksal oder Zufall unser Leben bestimmen. Reine Glaubenssache? Offenbar ja. Dennoch kann man sich diesem Thema auch vernünftig und wissenschaftlich fundiert nähern, wie das Stefan Klein auf spannende Weise tut. Und auch wenn er den Glauben an die Vorsehung und höhere Mächte dabei gehörig untergräbt, findet Klein doch Verständnis für alle, die sich mit dem Zufall als Lebensdominante schwer tun: Wir können nichts dafür, unser Gehirn funktioniert so. Die Evolution hat uns dahingehend programmiert -- wir sehen ständig kausale Zusammenhänge und verborgene Pläne, wo keine sind. Wenn z.B. unsere Supermarktkassenschlange mal wieder die langsamste ist. Und als wir unsere große Liebe trafen, muss das doch Vorsehung gewesen sein und kein unromantischer Zufall. Ganz zu schweigen von den kleinen abergläubischen Ritualen, mit denen wir doch insgeheim hoffen, den Lauf der Dinge zu beeinflussen.

Entstehung, Wirkung und Wahrnehmung des Zufalls beleuchtet das Buch, sowie geeignete Strategien für einen besseren Umgang mit dem vielschichtigen Phänomen. Dabei bekommt der Leser einen ausgezeichneten Überblick: von den Grundzügen der Wahrscheinlichkeits- und Spieltheorie über die Evolutionsgeschichte und originelle Versuche zur Erforschung des Zufalls bis hin zu Tipps für den Lebensalltag. Denn auch wenn der Zufall dem Ordnungssinn unseres Gehirns zuwider läuft und die damit einhergehende Unsicherheit tendenziell Stress und Angst mit sich bringt, betont Klein die positiven Aspekte. Dass der Zufall das Leben spannend macht, wissen alle Glücksspieler. Aber im Zufall steckt noch mehr Potential, das wir nutzen können, z.B. um unsere Kreativität zu fördern oder die richtigen Chancen zu ergreifen. Und damit schließt sich der Kreis zu Stefan Kleins Glücksformel : Auf die richtige Strategie kommt es an! Beim Glück und auch beim Zufall.

"Sich mit dem Zufall zu beschäftigen, lehrt Bescheidenheit", schreibt Stefan Klein. Er persönlich hätte das gar nicht nötig, ist ihm doch ein vorzügliches Buch über ein prägendes Phänomen unseres Lebens gelungen. Und das war sicher kein Zufall. --Christian Stahl

Kurzbeschreibung

Wie wir die Chancen des Unvorhersehbaren besser nutzen können, wird hier spannend und unterhaltsam erklärt. Wir haben Bollwerke gegen das Chaos errichtet, aber dem Zufall entkommen wir nicht. Die Schlange, in der man wartet, ist immer die langsamste. Gerade unser Job soll einer Firmenfusion zum Opfer fallen. In einer zunehmend unübersichtlichen Welt scheint das Leben zum Spielball des Zufalls zu werden. Doch der Zufall ist ein Gott mit zwei Gesichtern. Im Englischen bedeutet 'chance' eben auch 'Möglichkeit', ja sogar 'Glück'. Während Wissenschaftler früher vor dem Chaos im Universum erschraken, erkennen sie zunehmend die schöpferische Seite des Zufalls. Stefan Klein hat mit seinem Buch "Glücksformel" einen internationalen Bestseller geschrieben. Jetzt erklärt er anhand neuester Forschungsergebnisse, was Zufall ist, wo und wie der Zufall sein Spiel treibt - und warum unserem Gehirn der Glaube an ein Schicksal, einen höheren Plan, so tief einprogrammiert ist. Was sich nicht planen lässt, macht uns Angst. Doch Stefan Kleins neues Buch zeigt, wie wir uns den Zufall zum Freund machen können.

Über den Autor

Stefan Klein wurde 1965 geboren. Er studierte Physik und Philosophie in München, freier Autor für "SZ" und "FAZ" und absolvierte eine Print- und Fernsehausbildung an der Henri-Nannen-Schule. 1996-99 war er Mitglied der Spiegel-Redaktion im Wissenschaftsressort. Er schrieb zahlreiche Titelgeschichten (Zeit die große Illusion, Gottes Urknall, Wem gehört der Bauplan des Menschen?), Spiegel-Gespräche, Reportagen und Serienprojekte (Deutschland 2000). Stefan Klein ist ein gefragter Moderator auf Symposien, u.a. der EU-Kommission. 1998 wurde er für seine Arbeit mit dem Georg-von-Holtzbrinck-Preis für Wissenschafts-Journalismus ausgezeichnet. 1999 wechselte Stefan Klein zu "Geo" und arbeitet seit 2000 als freier Autor ("Spiegel reporter", "Zeit", "SZ", "NZZ Folio") und Medienberater.

Auszug aus Alles Zufall von Stefan Klein. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Barry Bagshaw verlor seinen Sohn aus den Augen, als der Junge fünf Jahre alt war. Damals diente Bagshaw als Soldat der britischen Armee in Hongkong. Seine in England zurückgebliebene Frau konnte das Alleinsein nicht ertragen. Nach Monaten der Einsamkeit verliebte sie sich in Bagshaws besten Freund und zog mit dem Kind zu ihm. Als Bagshaw nach seiner Rückkehr dort anrief, wollten weder seine Frau und sein Freund noch sein Sohn etwas von ihm wissen. Verbittert brach Bagshaw jeden Kontakt zu seiner Familie ab. Als er diesen Schritt nach Jahren bereute und sich auf die Suche machte, war es zu spät: Er konnte seinen Jungen nicht mehr ausfindig machen.
Während eines Einsatzes in Nordirland verwundete ihn eine Bombe; Bagshaw musste den Armeedienst quittieren und nahm eine Stelle als Taxifahrer im Seebad Brighton an. Am Abend des 7. August 2001, mehr als drei Jahrzehnte nach der Trennung von seiner Familie, wird er zu einem Motel bestellt. Ein Paar steigt ein. In der Dunkelheit kann Bagshaw die Gesichter kaum ausmachen. Nachdem er den Motor angelassen hat, hört er, wie sich die Frau über den ungewöhnlichen Nachnamen auf der Taxilizenz wundert. Dann fragt eine männliche Stimme: "Ist Ihr Vorname Barry?"
Bagshaw zögert. "Woher wissen Sie das?" Schweigen. An der nächsten roten Ampel dreht er sich um. Da sitzt ein gedrungener Mann, Mitte dreißig vielleicht: "Mein Vater hieß so." "Und Ihre Mutter Patricia." Der andere nickt. "Sie sind Colin Bagshaw."
"Ja."
Barry bringt kein Wort mehr heraus. Er fährt weiter. Plötzlich hält er an, läuft um den Wagen, reißt die Autotür auf und umarmt den Fahrgast. "Lass uns etwas trinken gehen."
In einem Pub gehen die beiden die Namen aller Verwandten durch, die ihnen einfallen. Nein, da kann kein Zweifel bestehen: Der Kunde ist Bagshaws verlorener Sohn. Jetzt erst erfährt Barry, dass Colin nach Südafrika ausgewandert und erst vor wenigen Wochen zurückgekehrt ist. In einem Hotel in Brighton hat er Arbeit als Manager gefunden - nur ein paar Straßen vom Haus seines Vaters entfernt, den er für tot hielt. Hat eine Ahnung ihn in diese Stadt geführt? Und vor allem: Wieso schickte die Zentrale unter hunderten anderen an diesem Abend gerade Barrys Taxi zu dem Motel?
Alles Zufall? Geschichten wie diese faszinieren uns und hinterlassen uns ratlos. Ein Wiedersehen wie das von Vater und Sohn Bagshaw, über das sogar die BBC berichtete, ist dermaßen unwahrscheinlich, dass selbst skeptische Zeitgenossen kaum anders können, als dahinter eine höhere Absicht zu vermuten.' Gibt es da eine Macht, die es gut mit uns meint?
Schon der Alltag gibt oft genug Anlass zu solchen Fragen. Die Freundin ruft genau in dem Moment an, da man an sie denkt. Menschen werden zusammengeführt, weil der eine von ihnen eine Flaschenpost oder einen Luftballon ausgesandt hat - wie der Hamburger Wolfgang Staude, der in der Silvesternacht 2002 an einem gelben Gasballon eine Karte mit seiner Telefonnummer aufsteigen ließ. Hundert Kilometer entfernt ging die Botschaft nieder - ausgerechnet im Apfelbaum eines Freundes aus Kindertagen, zu dem Staude längst den Kontakt verloren hatte.' Und jeder Liebende zweifelt ohnehin daran, dass allein der Zufall ihn mit seinem Partner zusammengebracht hat.
Für Barry Bagshaw hatte das Taxi schon einmal sein Leben verändert. Zwei Jahre vor dem Wiedersehen mit seinem Sohn schickte ihn die Zentrale bei einer Französin vorbei, die zum Flughafen fahren wollte. Die Frau war in Tränen aufgelöst: Sie musste zur Beerdigung ihrer Mutter in die Heimat reisen. Auf den sechzig Kilometern nach Gatwick gab ein Wort das andere, und am Ziel verriet sie Bagshaw ihre Telefonnummer. Als die Dame aus Frankreich zurückgekehrt war, rief er an. Die beiden gingen essen, und nach ein paar gemeinsamen Abenden verloren sie ihr Herz aneinander. Wenig später heirateten sie. Die Jahrzehnte der Einsamkeit sind für Barry Bagshaw vorbei.
"Zufall ist das Pseudonym Gottes, wenn er nicht selbst unterschreiben will", hat der Dichter Anatole France einmal behauptet.
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