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Alles Wieder Offen
 
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Alles Wieder Offen

Einstürzende Neubauten Audio CD
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

So wie die Neubauten ihren einst aus Alltaggegenständen, Schrott und Bauplatzfunden zusammen gesetzten Instrumentenpark verfeinerten, so fanden sie auch den Weg vom Industrial-Lärm ins Feuilleton. Die 1980 in Berlin gegründete Gruppe mag unter Mainstream-Aspekten hörbarer geworden sein. Doch so sehr die ausgetüftelten Arrangements auf Alles wieder offen den stetigen, zu mehr linearer Rhythmik und zum Song orientierten Entwicklungsprozess dokumentieren, so sehr verweigern sich die Neubauten weiterhin den Massen. Die immer intellektuellen Texte von Blixa Bargeld, sein sie lyrisch, politisch, intim oder einfach nur rätselhaft, bilden einen Grenzwall, der schwerer zu überwinden / durchgraben ist, als die Musik. Die strotzt vor Kraft, vor Lust auf Brüche, der Fähigkeit zur Intimität und pendelt zwischen Pop a la Blue Man Group und Avantgarde. Sie bildet dabei das Verhältnis zu den Fans wieder, denn die Einstürzenden Neubauten sind wie kaum eine Gruppe tief, noch tiefer als Radiohead mit vorab exklusiv als Download-Album erhältlichen In Rainbows, in das weltweite Netz vorgedrungen. Die Pop-Geschichte ist voll von Beispielen von Plattenfirmen, die Alben weggeschlossen haben, wie von Musikern, die Protestwerke gegen Verträge ablieferten. Alles wieder offen geht wie schon andere Neubauten-Produkte nicht den Weg über ein Label sondern direkt zum Fan. Damit ist die Platte teilweise auch ein interaktives Konsensprodukt, das über die Homepage der Band dank des „Supporter Project“ vorfinanziert wurde und alle künstlerischen Freiheiten von der Covergestaltung bis zum Inhalt garantiert. Das ist einerseits Wasser auf die Mühlen von nicht wenigen, die das Ende der Musikindustrie in alten Strukturen prophezeien, aber die Neubauten zeigen Wege in die (eigene) Zukunft und dort ist Alles wieder offen... --Sven Niechziol

Spex, Dezember 2007

Triumph des Wollens: auf ihrem besten Album seit zwei Jahrzehnten beziehen sich die Dadaisten des Pop labyrinthisch auf sich selbst.

Kurzbeschreibung

Im 28. Jahr ihres Bestehens beweisen die Einstürzenden Neubauten erneut das Potenzial ihrer akustischen Langzeittherapie. Sie haben die alte Berliner Mauerkrankheit überwunden, konnten das Fieber senken und ihre apokalyptischen Visionen der Vergangenheit überantworten. Dennoch straft "Alles wieder offen" alle Gerüchte Lüge, die Neubauten seien ruhiger geworden. Das Album legt eine kaum erwartete Dringlichkeit an den Tag. Alexander Hackes Bass klang niemals wärmer, Jochen Arbeits Gitarre niemals anmutiger und Rudolf Mosers Metall sowie die Perkussion von N. U. Unruh selten so aufregend und mannigfaltig wie hier - während Blixa Bargelds Stimme launenhaft, aber stets kraftvoll am Gemüte kratzt. "Alles wieder offen" ist nach dem 2004er "Perpetuum Mobile" und zahlreicher experimenteller und nur im Internet erhältlicher Alben nicht nur das erste regulär erscheinende Werk der Band, sondern auch ihre vielleicht kompletteste Produktion, die textlich und musikalisch Fragmente aus der Geschichte der Band zitiert. Im Frühjahr 2008 gehen die Neubauten europaweit auf Tour.

kulturnews.de

Blixa Bargeld singt vom Paradeis. "Eine messinggelbe Sonne/verbricht ein Paradeis" heißt es in "Nagorny Karabach", und die altertümliche Wortwahl ist mehr als nur Neubauten-typische Wichtigtuerei; sie ist Programm, in dem die Krisenregion Bergkarabach nicht mehr als politische Struktur erkannt wird, sondern nur noch als "Enklave meiner Wahl". Im 27. Jahr hat sich die einstige Punkband von gesellschaftlichen Analysen verabschiedet. Was bleibt, ist die Flucht in den Wohlklang. Das funktioniert bei balladesken Kunstliedern noch halbwegs und lässt "Alles wieder offen" zur hochwertigen Rotweinplatte mutieren, wird aber in rhythmischen Songs wie "Let's do it a dada" zum Ärgernis, zum hilflosen Suchen nach einer Relevanz, die diese Band längst eingebüßt hat. Inhaltlich von vorvorgestern, formal Dienstleister einer Kulturszene, die es sich im Elfenbeinturm bequem gemacht hat, sind die Einstürzenden Neubauten mit "Alles wieder offen" für die Hochkultur, was Rammstein für halbrechte Jungmänner sind: Windbeutel, die genau das liefern, was ihre Klientel von ihnen erwartet. (fis)

Produktbeschreibungen

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